Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Allgemein Alltag

#bloggerfürflüchtlinge: 5 Filme gegen Hass

Dieser Beitrag erschien auf meinem Blog bereits im Februar 2015, im Rahmen der Blogparade „Blogs gegen Hass„, ins Leben gerufen von Sarah Maria. Damals wurde unsere Aufmerksamkeit geweckt von „besorgten Bürgern“, die in Dresden spazieren gingen – von der aufkommenden Flüchtlingsthematik war Anfang des Jahres noch gar nicht so viel zu spüren. Nachdem PEGIDA fast schon in der Versenkung verschwunden war, wird das Thema und somit auch dieser Beitrag leider wieder aktuell.

Denn es sind nicht mehr nur besorgte Bürger, die in Dresden spazieren gehen. Nein. Wir haben es auch leider nicht mehr „nur“ mit Idioten zu tun, die ihren rassistischen und menschenverachtenden Müll ins Internet schreiben. Wir müssen in Deutschland mit ansehen, wie sich Rechtsradikale in Städten versammeln, um gegen Flüchtlinge nicht nur zu demonstrieren, sondern zu hetzen. Wie sie mit Steinen und Flaschen werfen. Am Morgen lesen wir von Flüchtlingsunterkünften, die in Brand gesetzt wurden und aus Berlin hören wir, wie ein Nazi auf ausländische Kinder uriniert hat.

Kinder, Frauen, Männer – Menschen ertrinken im Mittelmeer, ersticken in Lastwagen auf einer Autobahn in Österreich, werden auf ihrer anstrengenden Reise überfallen, vergewaltigt, erfahren Gewalt. Und während die braune Masse brüllt, Deutschland den Deutschen, schütteln die Politiker nur den Kopf, weisen die Verantwortung von sich (Großbritannien) oder denken vielleicht, mit einem Besuch auf einem Willkommensfest sei die Sache getan.

In was für einem Land, in was für einer Welt leben wir eigentlich?

Bloggerfürflüchtlinge

Eins steht fest: Ich möchte das nicht. Und ich glaube auch nicht, dass die „Wir sind das Volk“-Rufe der Rechten stimmen. Die sind nicht das Volk. Das zeigt eine überwältigende Anteilnahme am Projek Blogger für Flüchtlinge, dem ich auch meinen neu aufgelegten Beitrag widmen möchte. Denn #mundaufmachen ist das was zählt in diesen Tagen, seine Stimme zu erheben gegen rechte Faschisten – das ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Nicht nur online, sondern auch im wahren Leben, wann immer uns jemand mit rassistischen oder anderen menschenverachtenden Sprüchen begegnet. Spenden, Helfen, Mitmachen – auch das ist wichtig und richtig und mein Respekt geht an all die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer in diesem Land, die zeigen, dass wir bunt, freundlich und weltoffen sind.


5 Filme gegen Hass

5. Schindlers Liste

Steven Spielberghs Meisterwerk, das auf wahren Begebenheiten beruht, hat mich sehr in seinen Bann bezogen. Ganz besonders berührt hat mich die Szene, in denen die Juden aus dem Ghetto abgeholt werden und für mich (nicht zum ersten und auch nicht einzigen mal) deutlich wurde, wie unmenschlich und unwürdig sie behandelt wurden. Ständig regte sich in meinem Kopf dieser Gedanke: „Diese Menschen haben nichts falsch gemacht – warum tut ihr ihnen so etwas an?“ Bis heute gibt es auf diese Frage keine Antwort und es wird sie niemals geben.

4. The Help

USA in den 1960er Jahren. Die junge Skeeter aus Jackson, Mississippi, möchte den schwarzen Dienstmädchen der Südstaaten eine Stimme geben. Sie möchte diese Frauen über ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Diskriminierung befragen und darüber ein Buch schreiben. Sie möchte darüber schreiben, wie diese Frauen ihr Leben dem Haushalt und den Kindern von anderen Familien widmen und wie sie doch so wenig Anerkennung erfahren. Aber das ist schwierig: die schwarzen Frauen haben Angst und werden unterdrückt, während sich Skeeter den Anfeindungen der weißen Arbeitgeber aussetzen muss. Doch Skeeter will nicht schweigen über das Unrecht, das ihr dort in ihrer Heimat begegnet.

3. The Green Mile

Zur falschen Zeit am falschen Ort: So könnte man das tragische Schicksal von John Coffey zusammenfassen. Stephen King schrieb die Geschichte über den sanften, schwarzen Riesen, der zu Unrecht im Todestrakt sitzt und dort nur gelandet ist, weil er eben schwarz ist. Zwei Mädchen soll er ermordet haben, aber im Gefängnis findet Wärter Paul Edgecomb die Wahrheit über den Mann heraus – und verliert langsam den Glauben an seine Arbeit und sein Umfeld.

2. Die zwölf Geschworenen

Dieser Film von 1957 ist noch in schwarz-weiß und ebenso ist das Denken einiger Protagonisten. Die zwölf Geschworenen sollen darüber urteilen, ob ein südamerikanischer Jugendlicher ein Mörder ist und für seine Tat für schuldig befunden wird. Alle sind sich einig, dass der Junge der Täter ist. Alle, bis auf einen. Zunächst will niemand dem Geschworenen Nr 8 Glauben schenken oder auch nur zuhören, aber nach und nach finden seine Worte doch den Weg zu den anderen Geschworenen. Er bewegt sie dazu, die vermeintlichen Tatsachen noch einmal zu überdenken und sich nicht von ihren Vorurteilen gegenüber dem ausländischen Jugendlichen leiten zu lassen.

1. American History X

American History X ist wohl einer der eindringlichsten Filme über Rassismus und Neo-Nazis. Edward Norton spielt den Skinhead Derek, der wegen dem Mord an zwei Schwarzen im Gefängnis gelandet ist. Als er wieder frei kommt, muss er erleben, dass sein jüngerer Bruder Danny bereits in seinen Fußspuren wandelt. Als geläuterter Mann, der seine Fehler erkannt hat, versucht Derek seinen Bruder nun von diesem Weg abzubringen.


Ich denke, der Film ist ein gutes Medium um Themen wie Rassismus, Gerechtigkeit und Toleranz zu besprechen und das Bewusstsein hierfür in den Köpfen der Menschen zu wecken. In den von mir genannten, amerikanischen Filmen dreht es sich in der Regel um den Hass und die Ausgrenzung gegenüber Afroamerikanern, doch die Gedanken, die dahinter stehen, lassen sich auf jedes Land, jede Nationalität und jede Kultur übertragen: Jemanden auszugrenzen oder zu diskriminieren, nur weil er anders aussieht, an etwas anderes glaubt oder an einem anderen Ort geboren wurde als man selbst oder als die vermeintliche Mehrheit, ist falsch. Niemand von uns, kein Mensch, sollte auf diese Attribute beschränkt und so oberflächlich betrachtet werden. Wir sollten uns immer fragen: Wer ist dieser Mensch, der mir hier begegnet? Wer ist das, über den ich mein Urteil fällen will? Was ist seine Geschichte?

Und eigentlich ist es doch so einfach. Ich möchte, dass man mir offen und freundlich begegnet – das kann ich aber nicht verlangen, wenn ich selbst nicht so bin. Deswegen bemühe ich mich, jedem Menschen offen und freundlich gegenüber zu treten. So. Einfach.

Auch andere Blogger haben sich mit der aktuellen Lage auseinander gesetzt und deutliche, rührende oder einfach nur wahre Worte gefunden:

Weitere Beiträge findet ihr natürlich auch auf der Seite von Blogger für Flüchtlinge.

Kritischen Kommentaren nehme ich mich gerne an, ich behalte mir aber vor, hetzerische oder rassistische Kommentare ohne Vorwarnung zu löschen. Dies ist mein Blog, meine Regeln.

16 Kommentare

  1. Sehr schöner Beitrag zu dieser tollen Aktion. Auch wenn dieser Kampf nie aufhören wird…

    Und natürlich auch ein geniale Auswahl an Filmen, da hab ich allerdings auch nichts anderes erwartet 😉 The Help und American History X sind für mich da herausragend…

  2. Kaum habe ich deine Überschrift gelesen, dachte ich mir: Schindlers Liste. Der Film ist unglaublich wahr und zeigt einfach alles. Immer wieder kommen mir Gedanken an diesen Film. Er ist einer meiner Lieblingsfilme, was daran liegt, dass er etwas sinnvoll verdeutlicht. Trotzdem schaffe ich es nicht mir den Film nochmals anzuschauen. Er ist einfach… wie soll ich sagen… die Wahrheit (?). Die anderen Filme werde ich mir doch wohl eventuell auch mal anschauen. The Help intressiert mich zum Beispiel.

    Grüßle
    Julia
    http://chaoticnotebook.zz.vc

  3. richtig gute aktion, die es in Videoform ja auch schon auf YouTube gab. Ich denke dazu fällt mir auch noch was ein. Immerhin fällt mir schon ein Film auf, der zu dem Thema auch erwähnenswert wäre.

  4. Hallo Frau Margarete,
    das ist ja auch eine tolle Herangehensweise an #BloGeHa.
    Green Mile, die zwölf Geschworenen und Schindlers Liste habe ich gesehen.
    Sehr bewegende Filme.
    War mal so frei, deinen Beitrag in das „ABC gegen Hass“ einzufügen. 😉
    LG Hans

  5. Bojú, Katie.
    Im Film ‚Dark Blue‘, der kurz vor & während der gewaltsamen Unruhen 1992 in L.A. spielt, gibt es eine Szene, in der ein kürzlich eingewanderter Asiate vor seinem Laden steht und Plünderer aufzuhalten versucht. Mit einem Wischmob bewaffnet, schreit er immer wieder „I am nigger too!“. Den dadurch aufgehaltenen Leuten wird klar, daß sie sich als Schwarze gegenüber den Asiaten nicht anders verhalten, als die Weißen ihnen gegenüber.

    Ein Blick auf die alltäglichen Nachrichten oder in die Geschichte zeigt, daß sich Menschen unfaßbar schnell manipulieren laßen. Im Großen wie im Kleinen von Leuten, die ihre eigenen Interessen damit vorantreiben – und sei es nur Eitelkeit, respektive Geltungssucht.
    Fundiert Dinge zu wissen wie die Fähigkeit kritisch zu denken ist das Minimum dessen, das jeder Einzelne dagenen tun kann. Die Kunst ist hier dann ein weiterer Schritt.

    Den mitlaufenden Spaziergängern zu Dresden empfiehlt sich hier vielleicht nur der Blick auf Anne Franks kurzes Leben!

    Merci jedenfalls für Deinen Beitrag. 🙂

    bonté

  6. Danke dir! Ein toller Beitrag zu ver Blogparade. <3

    Die Filme "The Help" und "Die zwölf Geschworenen" kenne ich gar nicht. Die werde ich mir auf jeden Fall einmal anschauen.

    American History X ist für mich einer der eindrucksvollsten Filme überhaupt. Als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe, ging er mir tagelang nicht aus dem Kopf. Die drastische Brutalität, die dort gezeigt wird, bügelt einen förmlich nieder. Niemals werde ich die Szene am Anfang vergessen, in der Derek (gerade noch im Bett mit einer Frau) wie ein Tier über die Straße rennt, mit einem Hakenkreuz auf der Brust und einem Mann das Gesicht über dem Bordstein zertritt..

    Der Film zeigt für mich, wie Hass das Leben anderer zerstört – aber auch sehr gründlich und nachhaltig das eigene.

  7. Tira-Mi-Su schrieb auf fraumargarete.wordpress.com:

    Eine wirklich sehr gute Filmauswahl passend zum Thema!
    ‘The Help’ klingt sehr interessant und kannte ich bisher noch nicht. Gleiches gilt für den Film ‘Die zwölf Geschworenen’. Er erinnert mich von deiner Beschreibung her ein kleines bisschen an ‘Die Jury’ (nach John Grisham).
    Bei ‘Hurricane’ sitzt im Übrigen wie bei ‘The Green Mile’ auch ein Farbiger (der berühmte Boxer Rubin Carter) unschuldig im Gefängnis (der dort allerdings mit der Zeit seinen Hass ablegt und somit letztlich nach Jahrzehnten endlich doch noch frei kommt). Kann ich echt empfehlen! Denzel Washington hat aber auch noch in einem weiteren bewegenden Film passend zum Thema Hass und Vorurteile mitgewirkt: ‘Gegen jede Regel’.

    Liebe Grüße
    Su

  8. Toller Beitrag und super Filmauswahl!

    Neben den von dir aufgelisteten Filmen, die ich alle kenne und gut finde, kann ich noch „Davids wundersame Welt“ und „This Is England“ empfehlen. 🙂

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