Frau Margarete

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Filme

Cowboy und Indianer im Film: Der Western

Der Western – ein von mir bisher sträflich vernachlässigtes Filmgenre mit ganz besonderem Flair. Wir denken an Cowboys, an weite Steppen und felsige Landschaften, wenn wir an Western denken. Uns kommen die Suche nach Gold und Öl in den Sinn und die sogenannte Eroberung des Westens. Doch was macht das Genre des Westerns wirklich aus? Wie entwickelte sich diese Filmsparte und vor allem: Warum erzähle ich euch das?

Der klassische Western

Vor über 110 Jahren, nämlich am 1. Dezember 1903 kam „Der große Eisenbahnraub“ in die Kinos – der erste Western. Interessant, denn zu dieser Zeit gab es den in diesem Genre berühmten „Wilden Westen“ fast noch. Die Rede ist dann vom Westen Nordamerikas im 19. Jahrhundert.

Im Mittelpunkt eines Westerns stehen fast immer der gute Cowboy/Sheriff und sein Gegenspieler, der klassische Bösewicht. Aber auch andere Elemente wie die Erschließung neuen Lands durch Eisenbahnbau oder der grausame Krieg gegen Indianer sind wiederkehrende Motive des Westerns. Zentral ist oft auch die Durchsetzung von Recht und Ordnung oder die Rettung einer terrorisierten Kleinstadt durch einen Fremden („Town Tamer Stories“). Der Western hält also an klassischen Figuren, Stilmitteln und Orten fest und ist somit recht einfach als solcher zu klassifizieren.

Optisch wird der Western durch Panorama-Einstellungen geprägt, welche die Grenzenlosigkeit des Landes betonen sollen.

Tief, tief im Westen

Wenn es im Westen um „Grenzen“ geht, um die sogenannte Frontier, dann nicht nur um die Landgrenzen und geografischen Grenzen, die zu dieser Zeit überwunden werden wollten. Nein, es geht auch stets um die Grenzen der eigenen Persönlichkeit und die Konfrontation mit diesen. Es geht um die Konfrontation mit moralischen Werten und dem Infragestellen von Gut und Böse. Und es geht um die Entstehung einer jungen Nation, um eine historisch wichtige Phase zur Bildung einer nationalen Mentalität. Wie viel davon Wahrheit und wie viel Fiktion ist, sei dahin gestellt.

Der Rahmen eines Westerns steht also fest: Kleine Stadt in der Prärie, westliches Nordamerika, 19. Jahrhundert. Die Geschichten über den klassichen Helden gegen den stereotypen Bösewicht sind schnell erzählt und deswegen entwickelt(e) sich der Western zunehmend in die Tiefe.

Die verschiedenen Phasen des Westerns

Nach der Phase des sogenannten „naiven Westerns“ (1908-1925), in dem der Fokus nur auf dem Spektakel lag, folgte der „epische Western“ (1923-1939). Hier handelte es sich meist um klassische Heldenerzählungen, oft unterstützt durch verstärkte Betonung der Landschaft und „Planwagen- bzw. Treckfilme“. Eine weitere Entwicklungsphase des Westerns ist die „dramatische Phase“ (1939-1950). Hier konzentrieren sich die Filme auf einsträngige Handlungen anstatt auf epische Unternehmungen wie in der vorherigen Phase. Die Hauptfigur rückt in den Mittelpunkt und wird differenzierter, weswegen der dramatische Western oft auch psychologischer Western genannt wird.

Die dann folgenden 1950er Jahre gelten als das Jahrzehnt des Westerns und die entstandenen Flme werden als „Adult Western“ bezeichnet – das Genre ist erwachsen geworden. Ernstere, gesellschaftliche und politische Themen werden im Rahmen des Westerns aufgegriffen und vermittelt. Die Filme dieses Jahrzehnts sind deutlich düsterer, oft aber auch realistischer als die früheren Werke.

Bei Filmen, die ab den 60er produziert wurden, spricht man von „Spätwestern“. So werden sie bezeichnet, weil sie, bezogen auf das Genre, recht spät entstanden, aber auch weil sie in der Zeit spielen, in der der Westen nicht mehr wild war.

Während der Western in den USA in eine Krise kam, lebte er durch ein Subgenre in Europa neu auf. Sergio Leone prägte in den 60er und 70er Jahren den Italowestern: ironisch, zynisch und eigenwillig neuinterpretiert. Italowestern sind meist schonungsloser und gewalttätiger als andere Filme dieses Genres und unterscheiden sich damit von den klassischen Westernvorbildern.

The Best of the West

Wen oder was sollte man kennen, wenn man sich mit Western beschäftigt?

Regisseure

• John Ford
• Sergio Leone
• Howard Hawks

Schauspieler

• John Wayne
• James Stewart
• Clint Eastwood

Film: Klassischer Western

• Die glorreichen Sieben
• Der schwarze Falke
• Rio Bravo

Film: Später Western

• The Wild Bunch
• Der Mann, der Liberty Valance erschoß
• Heaven’s Gate – Das Tor zum Himmel

Film: Italowestern

• Spiel mir das Lied vom Tod
• Zwei glorreiche Halunken
• Für eine Handvoll Dollar

Film: Neo-Western

• Django Unchained
• Erbarmungslos
• There will be blood

Und jetzt?

Western war nie mein Nummer-1-Muss-ich-unbedingt-gucken-Genre. Im Gegenteil: Bisher habe ich Western eher gemieden. Um meinen Filmhorizont zu erweitern, hab ich mir nun für jeden Monat ein „Filmmotto“ überlegt. Drei Mal dürft ihr raten, welches Motto der Februar hat. Richtig, Western 😉 Ich möchte mich näher mit dem Genre beschäftigen und gucken, ob ich Gefallen daran finde. Ende des Monats seht ihr mein Fazit dann im Monatsrückblick.

Wie steht ihr zum Western? Steht ihr auf Cowboy und Indianer oder kann man euch mit diesem Genre quer durchs Land jagen?

Titelbild von Gratisography
Meine Quellen:

4 Kommentare

  1. Oh, ich liebe Django Unchained und von den anderen Filmen habe ich fünf gesehen. Das sogar ganz freiwillig und sie haben mir gefallen. Zwar nicht vom Hocker gehauen, aber das ist halt mal etwas anderes. Den Original-Django kenne ich auch 🙂 Wenn es jetzt um Western geht, dann bin ich schon auf das nächste Motto von Dir gespannt!

    Viele Grüße
    Sarah

  2. Ein Western-Klassiker soll auch „12 Uhr Mittags“ sein. Oder auch in die Western-Serien „Bonanzo“ und „Rauchende Colts“ rein schauen falls die Möglichkeit besteht. Und natürlich auch Western der dummen Sprüche mit Spencer (*) und Hill (*). 🙂 Oder auch die dt. Western nach Karl May.

    Früher habe ich glaub viel Western geschaut. Aber heute spielt das in der TV-Landschaft keine große Rolle mehr. Bei DF1 und ich glaub sogar noch bei Premiere gab es sogar einen Sender nur für Western.

    Zur Zeit schaue ich ganz selten Western, aber ich glaub bei maxdome gibt es eine ganzen Flöte voll mit John Wayne Western.

    (*) = Falls das jungen Leuten überhaupt noch ein Begriff ist.

    1. Jap, „12 Uhr mittags“ war auch in der engeren Wahl bei den Sollte-man-gesehen-haben-Filmen, aber irgendwo musste ich die Grenze ziehen 😉
      Natürlich kenne ich Bud Spencer und Terence Hill – ich gestehe, bisher hält sich meine Begeisterung für die beiden in Grenzen, aber was nicht ist kann ja noch werden. Karl May hingegen ist nichts für mich, das habe ich schon probiert. Aber Danke trotzdem für die Tipps 😉

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