Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
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[Kino] Dark Shadows

1776 ist Barnabas Collins ein stattlicher Geschäftsmann, dem die komplette Kleinstadt Collinsport zu Füßen liegt. Aber dann begeht er den Fehler das Herz der Hexe Angelique Bouchard zu brechen. Denn diese rächt sich grausam: Sie verwandelt Barnabas in einem Vampir und begräbt ihn bei lebendigem Leib.
Erst zwei Jahrhunderte später wird Barnabas zufällig aus seinem Grab befreit und befindet sich in einer ihm unbekannten Welt wieder: dem Jahr 1972. Er kehrt nach Collinwood Manor zurück, nur um das einst so prächtige Anwesen verlottert wiederzufinden. Die Nachfahren der Collins-Familie, Elizabeth und ihre Tochter Caroline sowie ihr Bruder Roger und dessen Sohn David, sind in kaum besserem Zustand. Deswegen wohnt und arbeitet  die Psychiaterin Dr. Julia Hoffman bei der Familie. Dazu gibt es noch Davids neues Kindermädchen Victoria Winters, von der sich Barnabas sofort angezogen fühlt.
Doch die Hexe, die ihn vor fast 200 Jahren verflucht hat, erfährt schon bald von seiner Auferstehung – und das lässt sie sich natürlich nicht gefallen…
Meine Meinung
Ein Film von Tim Burton, mit erstklassigen Schauspielern wie Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Michelle Pfeiffer und Chloe Mortez? Den muss ich sehen. Ja, da erwarte ich großes. Eine Horrorkomödie, bei der ich gleichermaßen lachen und kreischen kann.
Und doch bewirkte der Film nicht mehr als ein müdes Lächeln, vielleicht ein kleines Schauern. Er blieb weit hinter meinen Erwartungen zurück. Schade. Wieso?
Nun, die Geschichte um den Vampir Barnabas ist nicht neu. Der Film basiert auf der gleichnamigen Fernsehserie aus den 1960er/70er Jahren. Die Idee ist auch wirklich nett: Ein verfluchter Vampir wird nach 200 Jahren aus seinem Sarg befreit und stürzt Hals über Kopf in die moderne Welt. Genug Potential für einige komische Szenen.
Und die mystischen Fantasy-Elemente rund um Vampire und Hexen bergen auch genug Potential für Gruselszenen. Nun frage ich mich: Warum konnte Tim Burton und das Team um ihn herum dieses Potential nicht nutzen?
Schauspieler wie Johnny Depp und Chloe Mortez konnten mich wie erwartet überzeugen. Ihr Minenspiel ist klasse und sie verleihen ihren Rollen Charakter.
Bei den Rollen von Michelle Pfeiffer und Eva Green bin ich mir einfach nicht sicher, ob sie schauspielerisch versagt haben, ob es an der Rolle an sich lag und/oder ob die Synchronisation dazu beigetragen hat, dass mir ihr Spiel wie ein einziges, zähes Gestöhne vorkam. Kein Witz. Eva Green ist die nuttigste Hexe seit es schwarze Magie gibt und wo Michelle Pfeiffer eine aufopferungsvolle Mutter darstellen soll, lässt sie den Vamp (nicht zu verwechseln mit Vampir) raushängen.
Helena Bonham Carter blieb in diesem Streifen meiner Meinung nach leider ziemlich blass. Schade, ich glaube, sie hätte mehr aus der Rolle der verrückten Psychiaterin machen können – sowas liegt ihr doch eigentlich!
Ich hatte leider den Eindruck, der Film versucht an jeder Stelle krampfhaft lustig, gruselig und/oder dramatisch zu sein. Ein bisschen Liebesgeschichte streuen wir auch noch mit ein, und, ach ja, die typischen 70er-Klischees und way too much erzwungene, billig wirkende Erotik dürfen ja auch nicht fehlen. Ich möchte nicht sagen, dass es gar keine witzigen Szenen gab. Doch, die gab es, ich hab hier und dort schonmal kurz gelacht oder zumindest geschmunzelt. Für eine Horrorkomödie aber leider zu wenig. Und für meine Begriffe macht es einen Film auch noch nicht zum Horrorstreifen wenn ab und an mal ein Geist durchs Bild schwebt. Barnabas’ und Angies Fähigkeiten hatten leider nichts horrormäßiges an sich.
So blieb in diesem Film, trotz ein paar guten Schauspielern, eine tollen Kulisse und der erstklassigen Idee, ziemlich viel auf der Strecke. Wenig gelacht, fast gar nicht gegruselt, und mitgefiebert hab ich erst recht nicht. Insgesamt waren es leider eher anstrengende 112 Minuten, weswegen ich dem Film lediglich 4 von 10 Oscars geben kann. Ich bin wirklich enttäuscht, da ich mich ziemlich drauf gefreut hatte.

Der Fairness wegen möchte ich euch aber sagen, dass mein Freund (der mit deutlich niedrigeren Erwartungen in den Film gegangen ist) sich gut unterhalten fühlte und diesem Film rund um Hexen, Vampire und Flüche kein so schlechtes Urteil geben würde.
Und wo wir grad beim Thema Fluch sind… die Macher haben sich übrigens die Option auf einen 2.Teil offen gelassen.

5 Kommentare

  1. Den wollte ich eig auch gerne sehen, aber habe mir schon gedacht, dass man nach der Vorschau wieder zu viel erwartet…werde dann doch lieber nächstes we einen anderen Film sehen 😛

  2. Ich hatte also wahrscheinlich doch Recht mit meiner Skepsis – deswegen drücke ich mich auch schon so lange vor einem Kinobesuch. Nun gut, der Trailer ist ja schon nicht besonders witzig.
    Eine tolle Kritik, ich kann die Punkte absolut nachvollziehen! Mal sehen, was ich dann von dem Ganzen halten werde…

  3. Huhu zu deiner Frage. Ich hatte irgendwo gelesen, frag mich jetzt aber nicht wo, dass es als Auftakt für eine Trilogie gedacht ist. Daher auch die Andeutung des zweiten Teils.
    Übrigens schön zu hören, dass du es ähnlich siehst. Auf Amazon wurde meine Rezi eher zerrissen und meine Nichte und ich hätten absolut keine Ahnung…Das baut auf, dass andere es genauso sehen. Lg, Sarah von http://www.sarahs-buecherwelt.blogspot.com

  4. Ach schade…eigentlich hat es sich ja ganz vielversprechend angehört, aber irgendwie lese ich wirklich nur negative Kommentare dann. Und ich fand ja schon andere Burton-Filme nicht so wirklich super. Mit Sweeney Todd konnte ich z.B. nicht viel anfangen obwohl viele den toll fanden. *schulterzuck* Ich schätze, „Dark Shadows“ werde ich mir höchstens mal auf DVD ansehen.

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