Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Allgemein Bücher

David Nicholls – Zwei an einem Tag

Handlung
Am Tag ihrer Abschlussfeier am College lernen sich Emma und Dexter kennen und nach einer mehr oder weniger missglückten gemeinsamen Nacht entsteht eine tiefe, feste Freundschaft, die viele Höhen und Tiefen durchlebt. Es dauert viele Jahre bis die beiden erkennen, was sie wirklich wollen. Das Buch erzählt die Geschichte von zwei Leben, deren Wege sich kreuzten und stellt die Frage, ob sie irgendwann einen gemeinsamen Lebensweg finden werden.
Meine Meinung
Ich hatte ja, ganz unüblich, zuerst den Film gesehen und danach das Buch gelesen. Der Film war sehr schön, traurig und anrührend, doch ich hatte das Gefühl, dass das Buch noch viel mehr hergeben wird – so wie es ja meistens der Fall ist. Etwas ärgerlich war natürlich, dass man den Ausgang der Geschichte schon kannte, aber das hat mich nicht vom Lesen abgehalten.
Das Buch spielt jeweils nur am 15.Juli jeden Jahres, wobei es 1988 beginnt und 2007 endet. (Auf meinem Buchrücken steht, dass es 20 Jahre dauert, bis beide erkennen was sie wollen – das stimmt schon mal gar nicht, das Buch spielt ja nur in 19 Jahren…)
In jedem Kapitel wird erzählt, wo die beiden Hauptcharaktere Dexter Mayhew und Emma Morley sich gerade befinden und wie es um ihre Beziehung zueinander steht. Diese Idee war für mich neu und daher sehr spannend und interessant. Ich finde sie auch sehr gut umgesetzt; man kann der Handlung trotz der großen Zeitsprünge folgen und kommt niemals ins Stocken. Der Schreib- und Erzählstil ist locker und flüssig, oft fließen witzige Bemerkungen ein und überall sind kleine Anekdoten versteckt, die typisch für das jeweilige Jahr sind (Bücher, Filme, Spiele, Songs..).
Die Personen sind sehr gut ausgearbeitet und die Charaktere kommen viel deutlicher zur Geltung als im Film. Emma Morley war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn sie hin und wieder recht verquere Ansichten hat oder ihr eigenes Glück zurückstellt, weil sie sich selbst nicht wichtig genug nimmt. Dexter hingegen nimmt sich selbst ziemlich wichtig und aus dem jungen Mann, der eine Erscheinung „wie ein junger Gott“ ist wird ein arroganter, unausstehlicher Idiot, der sich selbst und viele Menschen um sich herum verliert. Ich finde im Buch wird besonders deutlich, welch großen Probleme Dexter mit Drogen und vor allem mit dem Alkohol hat, dass sein Leben ständigen Wandlungen unterworfen ist und er niemals richtig zur Ruhe kommen kann. Emma scheint immer die Konstante in seinem Leben zu sein, was er zum Glück irgendwann doch noch erkennt.
Doch auch die Nebencharaktere sind gut dargestellt. Ian Whitehead, der Möchtegern-Komiker, den ich persönlich nicht ins Herz schließen konnte, sondern der mir von Anfang an auf die Nerven ging – doch genau so passte er perfekt in die Geschichte. Genau wie Sylvie, die unterkühlte, strenge Frau an Dexters Seite, die erst in den letzten Kapiteln ein Stück Menschlichkeit durchschimmern lässt.
Dexters Mutter fand ich hingegen sowohl im Buch als auch im Film zu blass, zu flüchtig, wo sie doch eine zentrale Rolle in Dexters Leben spielt. 
Über den Fortgang der Geschichte möchte ich nicht allzu viel verraten, denn die Auf und Ab’s zwischen Em und Dex, Dex und Em sollt ihr schön selbst lesen. Ein Happy End gibt es nicht, aber es ist auch kein schlechtes Ende. Man wünscht es sich nicht, aber man akzeptiert es und ich finde es bewundernswert, dass David Nicholls solch ein Ende gewählt hat; es verleiht dem Buch nochmal einiges an Klasse.
Fazit: Der Film hält sich sehr gut an die Vorlage des Buches, doch nichts desto trotz ist es sehr lesenswert!

2 Kommentare

  1. Bin momentan auch noch dran das Buch zu lesen und war wirklich überrascht wie gut sich der Film an die Vorlage gehalten hat. Find es richtig schön geschrieben ^^ Aber irgendwie komm ich nicht ganz voran, kennste das wenn du zuerst den Film schaust und dann beim Buch lahmarschig bist, weil du ja eigentlich schon weißt was passiert? So ist es bei mir gerade ~.~

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