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[Kino] Der Hobbit – Eine unerwartete Reise

Bilbo Beutlin ist ein Hobbit aus dem Auenland. Und er ist so wie Hobbits nunmal sind: Friedlich und gemütlich. Er nimmt gerne fünf Mahlzeiten pro Tag oder sitzt in seinem Garten und raucht Pfeife. Von Abenteuern will Bilbo Beutlin nichts wissen. Doch dann steht eines Tages der Zauberer Gandalf vor seiner Tür und ehe Bilbo versteht was vor sich geht, sitzen 13 Zwerge in seinem Esszimmer und sprechen über eine Reise, die sie zu einem großen Schatz und einem ebenso großen Drachen führen wird. Und Bilbo Beutlin, der kleine Hobbit aus dem Auenland, soll die Zwerge  begleiten.

Meine Meinung

Die Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Der kleine Hobbit wurde seit langer Zeit sehnsüchtig erwartet, und man hatte das Gefühl, von Tag zu Tag steigen die Erwartungen mehr. In meinem Fall wurden diese Erwartungen keineswegs enttäuscht.

Allen voran hat mich erstmal gefreut, dass Martin Freeman den Hobbit spielt. Als passioniertem Sherlock-Fan ist er mir ja als John Watson bereits ans Herz gewachsen. Und auch als Hobbit macht er seine Sache einfach wahnsinnig gut. Er ist so niedlich, sympathisch und unterhaltsam! Gleichzeitig nimmt man ihm aber auch die ernsten und nachdenklichen Momente ab. Alles in allem, das steht fest, ist er ein wesentlich angenehmerer Hauptcharakter als Frodo 😉 
Schön ist natürlich, dass auch bekannte Gesichter aus Der Herr der Ringe wieder dabei sind. Da wäre natürlich zu aller erst Ian McKellen als Gandalf, dem diese Rolle auf den Leib geschneidert scheint. Doch auch Hugo Weaving als Elrond oder Cate Blanchett als Galadriel waren wieder zu sehen, was mich persönlich sehr freute. Ich fand es ohnehin gut, dass man das Mittelerde aus Der Herr der Ringe wieder erkannte. Und in 3D auf einer Kinoleinwand wirkt Bruchtal einfach atemberaubend…!
Ganz neu in Der Hobbit sind natürlich die Zwerge, die aber auch super umgesetzt wurden. Zwar kannte man aus HdR bereits Gimli, doch direkt so eine Meute von Zwergen ist einem bisher nicht begegnet. Doch sie sind eigentlich genau so, wie ich mir die Zwerge vorgestellt habe. Richard Armitage gibt als Thorin Eichenschild einen sehr guten Zwergenkönig ab. Ein bisschen pathetisch zwar und großspurig, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass dieser Film aus Hollywood kommt. Insgesamt sind die Zwerge ein sympathischer, wenn auch chaotischer und grober Haufen. Aidan Turner als Kili wird wohl vor allem der weiblichen Bevölkerung ins Auge fallen, während Ken Stott als Balin etwas rührendes und großväterliches an sich hat und James Nesbitt als Bofur ein wenig als Spaßvogel der Gruppe herhält.
So startet die Reise des Hobbits gemeinsam mit Gandalf und den Zwergen und wie sollte es anders sein, als dass sie von einem Abenteuer ins nächste stolpern?

theonering.net

Handlung / Vergleich zum Buch

Insgesamt bin ich sehr positiv überrascht, wie gut sich der Film an die Romanvorlage hält. Der Film behandelt ungefähr ein Drittel des Buches, was angesichts einer Trilogie auch durchaus sinnvoll erscheint 😉

Hier und dort wurden jedoch Elemente hinzugefügt bzw vorgezogen (Radagast und der Nekromant in Dol Guldur; das Erscheinen von Galadriel und Saruman), was ich nun aber nicht als störend empfunden habe. Da finde ich es eher schade, dass die Szene mit den Trollen etwas verändert wurde (im Buch ist Gandalf der Retter; im Film ist es Bilbo mit Hilfe von Gandalf) und auch die Rettung der Gruppe durch die Adler. Hier der Vergleich:
Im Film: Die Gruppe sitzt in der Klemme und Gandalf ruft die Adler zur Hilfe. Diese kommen und retten die Reisenden und bringen sie zum Berg Carrock. Als Zuschauerin habe ich mich gefragt, warum Gandalf die Adler nicht direkt zu Beginn der Reise ruft und die Adler sie einfach bis zum Einsamen Berg fliegen!? (Die gleiche Frage stellte ich mir schon bei Der Herr der Ringe)
Im Buch: Die Gruppe sitzt in der Klemme; die Adler beobachten dies durch Zufall und kommen der Gruppe zur Hilfe. Sie bringen sie zum Berg Carrock, aber nicht weiter, weil sie das Gebiet der Menschen fürchten.
So gesehen ergibt sich im Buch eine ganz andere Situation. Es ist jetzt kein Drama, dass dies im Film geändert wurde, aber bei mir hat es doch für diesen Knick in der Logik gesorgt, was ich schade finde.
Das Schicksal von Thorin Eichenschild wurde für den Film etwas ausgeschmückt, was der Spannung zugute kommt und dem Charakter etwas Tiefe gibt. Denn eines ist klar: Im Buch Der Hobbit bleiben die Figuren eher farblos und werden kaum ausführlicher beschrieben. Das ist im Film anders und war auch ein erklärtes Ziel von Peter Jackson. Man kann sich nun streiten, ob Thorin Eichenschild wirklich so gebrochen und stereotyp hätte dargestellt werden müssen, aber ich schätze solche Figuren und Momente bleiben auch oder gerade in Blockbustern dieser Größenordnung nicht aus.
Alles in allem finde ich den Film Der Hobbit, auch unter Einbezug der Buchvorlage, mehr als gelungen. Jedem Fan der Bücher bzw der Der Herr der Ringe-Filme würde ich empfehlen, diesen Film zu sehen. Zwar bin ich kein Verfechter von 3D, aber schon allein wegen der großartigen Landschaftsaufnahmen lohnt es sich diesmal tatsächlich. Eine gute Story, die sich zufriedenstellend an die Vorlage hält und in vertretbarem Maße ergänzt bzw vertieft wurde; tolle Kulisse, tolle Schauspieler, tolle Effekt und nicht zuletzt natürlich wieder ein toller Soundtrack. Schaut ihn euch an, den Hobbit und seine unerwartete Reise!

6 Kommentare

  1. Ich schau mir den Film am Mittwoch an und freu mich schon voll. Will mich überraschen lassen, deshalb hab ich deinen Beitrag nicht ganz gelesen. Aber dass du positiv überrascht warst, klingt gut. Bin gespannt! (:

    LG
    Jacy

  2. Uuuuuh ich hab ihn mir gestern angesehen und bin vollkommen begeistert!! Sowohl das Kinoerlebnis ( mit 3D und HFR) als auch die Story war fantastisch 🙂 Habe mir jetzt auch das Buch gekauft, das ich noch nicht kannte (Schande über mich)

  3. Also ich muss ja mal ehrlich zugeben, dass ich von dem Ganzen noch nicht überzeugt bin. Mir ist die Laufzeit ehrlich gesagt zu lang, die Drehweise mit 48 Bildern pro Sekunde zu seltsam und die Kritiken sprechen von elendig langweiligen ersten 40 Minuten…Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich mir den Film ansehen werde – auch wenn deine Rezension durchaus Lust drauf macht! Aber ich meine, ein Buch mit 300 Seiten in 3 3-Stunden-Filme zu packen…das kann ja irgendwie nur ein bisschen zu viel Film werden.
    Nun ja, mal schauen. Schöne Rezension jedenfalls 😉

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