Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Alltag

[Diary] In the end we only regret the chances we didn’t take

Hallo ihr Lieben…

… heute gibt es mal einen Text als Diary-Eintrag, keine Bilder. Denn das hier wird keine Zusammenfassung meiner Woche, sondern eher eine Zusammenfassung meines derzeitigen Seelenlebens, meiner Verfassung, meiner Gedanken.

Ich habe bisher recht wenig darüber geschrieben, was ich eigentlich ‚beruflich‘ mache. Das setze ich bewusst in Anführungszeichen Gänsefüßchen, weil ich eigentlich keinen richtigen Beruf habe. Und deswegen habe ich darüber bisher auch kaum geschrieben. Denn das letzte Jahr war für mich zugleich sehr schön und sehr belastend. Doch jetzt bin ich an einen Punkt gekommen, an dem ich eine Entscheidung getroffen habe. Und diese Entscheidung ermöglicht es mir endlich wieder einigermaßen positiv in die Zukunft zu blicken. Aber wovon rede ich hier überhaupt?

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Bis vor einem Jahr verlief mein Leben eigentlich ziemlich normal. Ich habe 2009 Abitur gemacht und bin danach direkt studieren gegangen. Meine Noten waren gut, auch wenn mir die Gewöhnung ans Studium erstmal schwer fiel. Aber ich traf nette Leute und ich genoss die Zeit mit meinem Freund, mit dem ich während dem Studium zusammen wohnte.

Ich studierte Sozialwissenschaften und nein damit arbeitet man später nicht im Kindergarten. Das Problem ist: Keiner weiß, wo man damit später mal arbeiten kann. Ja, auch ich musste mir oft genug die Frage stellen lassen „Und was macht man dann damit?“ Ich wählte Kernbereiche, die sich auf das Thema Arbeit und Personalwesen bezogen, doch so richtig viel Kontur hatte das Ganze immer noch nicht.

Im Laufe der Zeit merkte ich, dass mir die Identifikation mit meinem Studiengang fehlte. Es war nicht das komplett falsche, aber so ganz das Wahre war es auch nicht. Da war ich aber schon ziemlich am Ende meiner Studienzeit und alles einfach so hinschmeißen wollte ich nicht. Ich habe meinen Bachelorabschluss gemacht und stand dann erstmal vollkommen planlos da.

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Ich hatte mich schon Wochen und Monate vorher um Jobs und Praktika beworben – erfolglos! Nur durch einen sehr, sehr glücklichen Zufall bekam ich dann doch noch einen Praktikumsplatz. Ich will nicht näher drauf eingehen, aber man könnte es wohl unter „Zwei Doofe, ein Gedanke“ zusammenfassen. Einen Master schloss ich zu dieser Zeit komplett aus, weil mir die Lust am Studieren vergangen war. Arbeiten, was tun, Geld verdienen – das wollte ich!

Mein Praktikum, das kann ich ohne Einschränkungen so sagen, war ein kompletter Glücksgriff. Ich befürchte, dass ich nie wieder in meinem Leben so tolle, warmherzige und hilfsbereite Kollegen und Kolleginnen haben werde. Ich bin immer als vollwertiges Mitglied des Teams behandelt worden und fühlte mich vom ersten Tag an rundum wohl. Ich war glücklich.

Parallel zum Praktikum suchte ich weiter nach festen Jobs im Personalwesen. Traineestellen, Assistenzjobs, Juniorposten – ich schrieb mir die Finger wund. Ein Bewerbungsgespräch dort, ein Telefoninterview da; vom kleinen Familienunternehmen bis hin zum Weltkonzern war alles dabei. Bewerbungstechnisch habe ich echt viele Erfahrungen gesammelt, aber leider hat nichts gefruchtet. Kein Job in Sicht.

Da in meinem Praktikumsunternehmen Anfang diesen Jahres eine Kollegin in Mutterschutz ging und zudem eine Auszubildende fehlte, konnte ich mein Praktikum verlängern und länger bleiben als ursprünglich geplant war.

Und so zog es sich hin. Ich schrieb Bewerbungen, ich bekam Absagen, ich durfte mein Praktikum fortführen. Jetzt haben wir Oktober und mein Praktikum muss aus verschiedenen Gründen enden. Das ist okay, ich mache niemandem einen Vorwurf und nach wie vor bekomme ich unglaubliche Unterstützung. Doch eine Festanstellung habe ich noch immer nicht gefunden.

Also was nun?

Da kommt natürlich die Frage nach dem Master wieder auf. Und anders als vor einem Jahr sage ich: Ja. Der Master kann kommen. Es hat seine Zeit gedauert, bis ich mich mit dieser Idee anfreunden konnte, aber nachdem ich mich nun ein wenig erkundigt habe und ein paar wichtige Fragen geklärt habe, da muss ich sagen: Ich freue mich drauf! 

Zwar dauert es noch ein bisschen, bis das neue Studium starten wird (März 2014), und es ist auch noch nicht alles hunderprozentig in sicheren Tüchern, vor allem die finanziellen Seiten müssen noch etwas geklärt werden, aber im Großen und Ganzen habe ich jetzt wieder eine Perspektive, auf die ich mich freue und auf die ich mich vorbereiten kann.

Und die vier Monate, die dazwischen liegen? Nun, ich hoffe, dass ich kurzfristig noch einen Nebenjob oder ein weiteres Praktikum finde, aber ansonsten gehe ich einfach Euch ein bisschen mehr auf die Nerven als sonst 😉

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5 Kommentare

  1. Ist der Master dann auch in Sozialwissenschaften oder machst du einen in BWL, das würd esich ja auch anbieten, wenn du viel im Personalwesen machen willst. Ich drücke dir die Daumen, dass es mit einem Nebenjob klappt. Liebe Grüße

  2. Das ist schön, dass du dich noch für den Master entschieden hast 🙂 Es ist eigentlich wirklich interessant, wie sich so einiges innerhalb eines Jahres verändern kann und du nun doch noch den Master dranhängst. Vor allem, wenn du dich inzwischen sogar richtig drauf freust.
    Wirklich schade, dass du so viele Bewerbungen geschrieben und nur Absagen bekommen hast. So was frustriert einen bestimmt irgendwann. Aber wenigstens hattest du diese tolle Praktikumsstelle, die dir ja wirklich sehr am Herzen zu liegen scheint. Echt blöd, dass du da jetzt gehen musst oder dass die dich nicht übernehmen konnten oder so. Trotzdem war es eine Erfahrung für dich, die du nicht mehr missen wirst. Und wer weiß was nach dem Master kommt. Vielleicht wird dann alles noch viel, viel besser als beim Praktikum? 🙂 Ich würds dir auf jeden Fall wünschen!
    Hoffentlich klappt das noch mit einem Nebenjob. Aber du darfst uns von mir aus auch gerne öfters auf die Nerven gehen 😀 Hab ich auch nix dagegen!

    Danke übrigens noch für deinen lieben Kommentar zu meinem Blog-Geburtstag. Hat mich total gefreut zu hören, dass sich jemand gerne meine langen Texte durchliest 🙂

  3. Ohje, das könnte ja mein nächstes Jahr sein, was du da beschreibst. Denn mit Erziehungswissenschaften sieht es ähnlich aus, man kann alles und nichts damit machen. Ich habe auch vor nach dem Bachelor zu Arbeiten, hoffentlich.
    Ich wüncshe dir jedenfalls alles gute, schön, dass du eine so gute Lösung gefunden hast für die Situation!

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