Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Alltag

Die Definition von Alt.

Ich glaube, „Sonntags freiwillig um 7.30 Uhr aufstehen“ ist die offizielle Definition des Altseins. Und jetzt entspreche ich dieser Version. Ich bin aaalt *insert theatralisches Schreien here*.
Wie ich euch ja bereits berichtet habe, studiere ich nun seit gut sechs Wochen wieder. Ich mache meinen Master, was auch einschließt, dass ich nun wieder mit meinem Freund zusammen wohne und quasi wieder auf eigenen Beinen stehe. Das bedeutet für mich eine ziemlich große Umstellung, denn zwischen meinem Praktikum und dem Beginn des Studiums hatte ich ganze fünf Monate frei. Fünf Monate, in denen ich einfach mal nichts getan habe. 
Momentan prasseln die Ereignisse nur so auf mich ein und das ist ziemlich anstrengend. Aber es ist schön anstrengend, auch wenn ich mich hin und wieder über den Stress beklage. Im Prinzip mag ich es jedoch, immer etwas zu tun zu haben. Entweder bin ich in der Uni, oder ich erledige Dinge für die Uni (Texte lesen oder Aufgaben lösen), oder ich wusel im Haushalt rum. Kochen, Spülen, Saugen, Putzen, Waschen, Bügeln, Einkaufen – all das muss ja auch erledigt werden. 
Um all das zu schaffen stehe ich meistens früh auf. Früh ist hier in einem studentischen Sinne zu verstehen, also so um 8, was für die meisten arbeitende Menschen natürlich nicht früh ist, aber für die meisten Studenten schon. Dann wusel ich den ganzen Tag herum und bin abends entsprechend erledigt. Während ich frei hatte, war ich oft bis 3 oder 4 Uhr nachts wach (wtf?), aber jetzt gehen allerspätestens um 12 die Lichter aus. Allerspätestens! 
Sooo müde…!
Daher verschiebt sich so langsam mein Biorhythmus und auch am Wochenene bin ich abends früh müde. Gestern schlief ich bei „Ich, einfach unverbesserlich 2“ ein, den wir auf DVD schauen wollten. Und weil ich dann wieder so früh geschlafen habe, war ich heute, am Sonntag um 7.30 Uhr wach. Ich bin alt.
Fühlt ihr Euch auch manchmal ziemlich alt?
Wenn ja, wann und warum? 

8 Kommentare

  1. Kommt mir bekannt vor… 😉 Ich arbeite seit zwei Jahren in Vollzeit und mein Biorhythmus hat sich da komplett umgestellt. Unter der Woche stehe ich zwischen 5 und 6 Uhr auf – und wenn ich dann am Wochenende eigentlich ausschlafen könnte, bin ich um 6 hellwach und halte es im Bett nicht mehr aus. *narf* Im Umkehrschluss bin ich abends aber auch total erledigt. Wenn ich von der Arbeit komme, sowieso, aber auch am Wochenende… ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal feiern war und kann es mir auch echt nicht mehr vorstellen, wie ich früher um halb elf abends erst _losziehen konnte… da lieg ich jetzt schon fast im Bett. 😀 Aber eigentlich fehlt mir das Partymachen auch gar nicht… ich bin froh, wenn ich einfach mal meine Ruhe habe. Ich glaube, in der Hinsicht bin ich echt alt geworden.

    Aber tröstlich, dass mich neulich die Kassierin im Supermarkt, wo ich eine Flasche Kahlúa kaufen wollte, gefragt hat ob ich denn auch schon 18 sei (ich bin 27). *g*

  2. Für mich hat das weniger mit Altsein zu tun, als damit, sich gut um sich selbst zu kümmern.

    Ich trinke so gut wie keinen Alkohol (zuletzt ein kleines Glas Wein an Silvester), vermeide Koffein und andere Alltagsdrogen (das Blockseminar war gerade eine Ausnahme, in einem stickigen Hörsaal für 8h mehr oder weniger konzentriert zu bleiben, ist sonst einfach nicht möglich). Mein Körper kann alles für mich selbst regeln, mein Schlafrhythmus gehört dazu. Es ist ja irgendwie auch egal, ob ich Texte für die Uni am frühen Vormittag lese oder 23 Uhr.

  3. Salut, Katie.
    Ohne philosophisch zu werden ist Alter die jeweilige Sicht auf sich selbst. Wo & wie bin ich in diesem Augenblick, als Frage an sich gerichtet. Ist man/frau zufrieden mit dem Selbstverständnis, ist das Alter adäquat.
    Weniger verschnörkelt gedacht…Du bist mitte 20, gehst den Master an und lebst Deinen Tag; damit bist Du definitiv mittendrin im Leben.

    Müde fühle ich mich mit meinen fünf Jahrzehnten nach einem harten Arbeitstag; aber da hilft schlafen wunderbar gegen. 🙂

    Ich denke Dein Biorythmus am Wochende wird sich alsbald wieder arangieren. Ist nur die Umstellung auf neue Wochenabläufe.

    „Sich „alt“ zu fühlen ist eine Befindlichkeit, die sich von Tag zu Tag ändern mag. Lebendig sollten wir uns hingegen zu jedem Pulsschlag fühlen. Jeder davon vergeht für immer.“
    (Saoirse O'Boinor)

    bonté

  4. Ach ja um 8Uhr aufstehen was für ein Luxus, aber am Sonntag gönn ich mir den auch. Sonst dann eher so zwischen 5 und 6 Uhr. Ich wäre auch gern mal Studentin. 😉

  5. Als ich letztens nach einer halben Ewigkeit mit einer Freundin mal wieder feiern war (ich war übrigens der Fahrer) kam ich mir uralt vor. Erstens hat man mich zum ersten Mal nicht mehr nach dem Ausweis gefragt (eine Katastrophe, sonst hielt man mich doch immer für U18!) und zweitens waren wir so mit die Ältesten auf dieser Party. Rund um uns waren nur pubertierende Jungs und Mädels, vielleicht gerade 18 geworden, wenn überhaupt. Wir kannten keine Sau, standen nur blöd rum, hielten uns an unseren Cocktails fest (meiner war als Fahrer natürlich alkoholfrei ;)), und schwelgten in Erinnerungen. Früher war das feiern einfach noch besser…Macht jetzt irgendwie echt keinen Spaß mehr. Oder die Party war einfach nur blöd, ich weiß es nicht^^
    Man wird einfach älter und erwachsener. Während ich früher das halbe Wochenende zockend vorm PC verbracht habe, stehen nun am Wochenende einkaufen, Wohnung putzen und Gemüse anpflanzen auf dem Plan. Wie so ne alte Hausfrau, oder? 😀
    Geht mir übrigens auch so, dass ich abends regelmäßig so ab zehn oder halb elf einpenne. Länger schaff ich’s einfach nicht mehr. Klar, wenn man den ganzen Tag auf den Beinen ist und am Arbeiten oder Studieren, da muss man ja irgendwann hundemüde werden. Selbst am Wochenende. Ausschlafen kann ich sowieso nicht mehr, mal nicht so wie früher als ich bis zwölf oder ein Uhr mittags im Bett lag. Das geht ja jetzt sowieso nicht mehr, weil man ja noch einkaufen, Wohnung putzen…Aber halb acht schaff selbst ich nicht am Sonntagmorgen 😀 Also so bis halb zehn kann ich schon noch schlafen, aber spätestens dann hält mich nichts mehr im Bett.
    LG,
    Lia

  6. Ich „arbeite“ wohl nur von zu Hause etwas nebenbei, aber ab Sept. darf ich dann ja auch wieder die Schulbank drücken. Nun ja, nicht erst dann heißt es für mich früh aufstehen …
    Bei mir ist jeden Tag – also 7 Tage die Woche und das jeden Tag im Jahr früh und meist um 06.30 Uhr aufstehen gesagt. Kind… Absolut keine Gnade. In der Woche muss ich aufstehen weil wegen KiGa usw und am WE – wenn man dann mal ausschlafen KÖNNTE kommt natürlich das Kind zu grausamen Zeiten an … Mamaaa ich hab Hunger >.<
    Und dann wird mir jedesmal bewusst … hach was waren das früher für schöne Zeiten … scheiße ich werd alt o.O
    lg,

  7. Geht mir im Moment auch so 😀
    Ich werde immer ausgelacht, wenn ich sage, ich stehe jetzt noch früher auf (nämlich auch um 8, früher um 10 (dafür war ich bis ca. 2 wach, heute bis ca. 0, also an sich gleiche zeit, nur anders gelegt)
    und dann wird wieder über „die bequemlichkeit der studenten“ geredet. tz.
    Ich finds auch wunderbar, wieder mehr zu tun zu haben als vorher, weil man mehr ausgelastet und damit ausgeglichen ist 🙂

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