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[Kino] Die drei Musketiere

Die drei Musketiere
Die Geschichte von den drei Musketieren sollte den meisten zumindest ansatzweise bekannt sein. Im Film wurde sie der Action wegen natürlich etwas angepasst. So beginnt die Handlung damit, dass Athos, Porthos und Aramis (die drei Musketiere), mithilfe der (mehr oder weniger) schönen Milady (Geschmackssache) den Plan für eine Kriegsmaschine, ein Luftschiff stehlen. Allerdings spielt Milady, bis dato die Freundin von Athos, ein falsches Spiel und setzte die Musketiere außer Gefecht, sodass der englische Lord Buckingham die Pläne stehlen kann.
Dies ereignet sich in einer Art Prolog, denn dann springt die Handlung ein Jahr weiter und der Zuschauer lernt den jungen d’Artagnan kennen, der lange mit seinem Vater geübt hat um nun nach Paris zu ziehen und ein Musketier zu werden.
Athos, Aramis und Porthos sind mittlerweile keine Musketiere mehr, da sie keine Aufgabe mehr für sich sehen und erst eine Intrige des Kardinals Richelieu gegen den jungen, unreifen König Ludwig XIII. und der Einsatz von d’Artagnan weckt in den dreien wieder den Musketier-Geist. Lord Buckingham und Milady spielen dabei natürlich keine unwichtige Rolle, da der Kardinal einen Krieg gegen England herauf beschwören will und somit auch Buckingham mit in die Intrige reißt. Milady scheint hierbei mehrfach die Seiten zu wechseln und es wird deutlich, dass sie niemandem außer sich selbst vertraut. Die drei Musketiere stehlen Buckinghams (inzwischen fertig gebautes) Luftschiff und bevor Athos Milady erschießen kann, springt diese in die Tiefe.
In der Luft entfacht dann noch ein Kampf zwischen den Musketieren und der Garde des Kardinals, die natürlich positiv für die Musketiere ausgeht. Die Intrige kann aufgeklärt werden, wenn auch der Kardinal sein Gesicht behält.
In der letzten Minute des Films sieht man dann, wie Milady auf wundersame Weise den Sturz aus drölftausend Metern Höhe überlebt hat und von Buckingham aus dem Meer gefischt wurde. Dieser ist mit einer riesigen Schiff- und Zeppelinflotte auf dem Weg nach Frankreich – in den Krieg. Ein zweiter Teil ist also unausweichlich.
Die Figuren
Zu aller erst möchte ich anmerken, dass ich den Film auf Deutsch ziemlich schlecht synchronisiert fand und sich mir daher der Eindruck aufzwang, dass die Schauspieler nicht grade die besten seien, allerdings könnte sich das auch ein wenig ändern wenn man den Film in Originalsprache schaut. Eine komplett überzeugende Leistung würden sie aber auch dann noch nicht bringen.
Der größte Faux-Pas in diesem Film ist für mich Milla Jovovich als Milady, sowohl von ihrer Rolle als auch als Schauspielerin. Sie wirkt von Anfang bis Ende einfach total unglaubwürdig, die Actionszenen mit ihr sind unfassbar übertrieben und auch dass sie den Sturz aus dem Luftschiff ins offene Meer überlebt entbehrt wohl jeder Logik. Ich bin sowieso kein Fan von Milla Jovovich und außer einem schönen Dekoltee hat sie hier auch nichts zu bieten gehabt.
Die drei (bzw. vier) Musketiere sind natürlich, ganz Boygroup-mäßig, mit unterschiedlichen Typen besetzt. Athos, gespielt von Matthew Macfayden, soll wohl so der Frauenschwarm sein, ein bisschen Aragon-mäßig, innerlich zerrissen wegen der Enttäuschung über Milady, aber trotzdem ein loyaler Typ.
Keine überzeichnete Rolle, aber eben doch sehr stereotyp gehalten. Das gleiche gitl aber auch für Porthos (Ray Stevenson) und Aramis (Luke Evans). Porthos verkörpert den sehr männlichen, zuweilen brutalen Typen, der meiner persönlichen Vorstellung von einem Musketier überhaupt nicht entsprach sondern eher in ein texanischen Bootcamp passen würde. Aramis, ein ehemaliger Priester, war mir persönlich von Rolle und Aussehen her am sympathischsten, wenn auch seine Rolle nicht richtig ausgefeilt schien. Seine Gottesgläubigkeit wurde angesprochen, und seine Vernunft und Gesonnenheit in den Vordergrund gestellt, aber er kam doch sehr unscheinbar daher.
D’Artagnan wird wohl den jüngeren Mädels gefallen, zumal Logan Lerman ein ganz hübscher Junge ist. Seine Rolle fand ich auch weitesgehend in Ordnung, er wird zwar sehr überschwänglich dargestellt, allerdings kann ich auch nicht beurteilen inwieweit sich dies mit der Originalgeschichte von Alexandre Dumas deckt.
Viele wird wahrscheinlich noch die Rolle von Orlando Bloom interessieren, der den Lord Buckingham gespielt hat. Die Rolle fand ich nicht sehr gut dargestellt, denn einerseits, wenn er am französischen Hof erscheint, kommt er, um es ganz unverblümt zu sagen, ziemlich schwul rüber, und in einer nächsten Szene kann er es kaum abwarten Milady die Kleider vom Leib zu reißen. Wer oder was er genau ist kann ich nicht sagen, ich finde nur, dass sich Orlando Bloom mit dieser Rolle keinen Gefallen getan hat.
Meine Meinung – Fazit
Schöne Kostüme, tolle Schlösser, gut animiert und die Fecht-Szenen sind auch nicht von schlechten Eltern. Wie aber oben bereits erwähnt fand ich die Schauspieler nicht besonders stark, die Charaktere entweder zu wenig oder zu stark gezeichnet und auch die Synchronisation hat mich nicht überzeugt.
Die Story, ja die ganze Handlung des Films, die ich nicht breit treten möchte um nicht zu spoilern, lehnt zwar an das Original von Dumas an, von Luftschiffen war da allerdings keine Rede und das merkt man auch beim Zuschauen. Die Zeppeline haben mich sofort gestört, sie wirken wie ein schlechter Scherz und so wird auch damit umgegangen. Brennende Zeppeline fliegen noch stundenlang weiter, solche die ins Notre Dame gekracht sind, schaffen es wieder aufzusteigen und der englische Graf hat es innerhalb von einem Jahr geschafft, geschätzte achthunderzweiundneunzigtausend Luftschiffe zu bauen. Mal abgesehen von den üblichen Hollywood-Schamützeln, beispielsweise dass weder Schuss- noch Stichverletzungen schlimmere Folgen haben, sind schon ein paar üble Dinger drin, die man sich auch einfach hätte sparen können. Die Explosion zu Anfang (die scheinbar vom erst 200 Jahre später erfunden Dynamit ausgelöst wurde), die alle Musketiere plus Milady unbeschadet überstehen, Miladys Sprung durch ein altmodisches Lasersystem (Laser waren in diesem Fall Bindfäden), sowie Miladys Sturz vom Luftschiff den sie überlebte sind nur ein paar davon. Ihr merkt schon, vor allem Milady hats mir angetan. Dass sie sich dann im Schlüpfer in

Mission Impossible-Manier am Palast abseilt setzt dem ganzen nur die Krone auf.

Ganz schlimm fand ich allerdings auch den angestrengenten Versuch, witzig zu sein. Der ging gründlich in die Hose. Die Witze waren flach, Situationskomik zündete überhaupt nicht und dumme Sprüche kommen in den unmöglichsten Situationen. Auch das hätte man sich einfach sparen können. Und dass sich der offensichtlich schwule französische König dann in seine blutjunge Frau verliebt… ach, lassen wir das.
Ich hab den Film übrigens in 3D geguckt, da hat man aber nicht viel von gemerkt, denn die 3D-würdigen Effekte kann man an einer Hand abzählen.
Das schlimmste an diesem Film ist allerdings die Aussicht auf einen zweiten Teil.
Ich kann also nur zu einem Fazit kommen: Schaut euch den Film nicht an, er ist sein Geld nicht wert. Nicht mal Orlando Bloom kann diese Scheiße wieder gutmachen. Ich gehe jetzt und verfasse meinen Beschwerdebrief an Regisseur Paul Anderson, ich hätte gerne die 2 Stunden meines Lebens zurück.
PS: Ich bin da nur meinem Freund zuliebe rein gegangen! Der Trailer war nämlich schon schlecht!

3 Kommentare

  1. Ich fand auch, dass der Trailer schon nicht so richtig gut aussah…
    Die drei Musketiere sind zusammen mit Robin Hood meine Lieblingshelden aus Kindertagen, und aus Angst mir die Erinnerung mit diesem Film kaputt zu machen bin ich nicht reingegangen. Scheint ja eine gute Entscheidung gewesen zu sein^^

  2. Tja, so scheiden sich die Geister 😀 Wie gesagt, ich war halt darauf eingestellt, dass der Film aufgrund der Action und für die Kinotauglichkeit verändert sein würde. Daher war ich halt nicht so enttäuscht 😉 Aber ich kann die meisten deiner Kritikpunkte durchaus nachvollziehen^^

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