Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Allgemein Alltag

„Die größte Motivation ist, Leute aufzuklären und zu unterstützten.“

Von Oktober 2014 bis September 2015 habe ich mich im Rahmen einer Forschungsarbeit an der Ruhr Universität Bochum mit dem Thema Blogger und Blogs beschäftigt. Die zentrale Fragestellung war: „Geld verdienen im Internet – Wie erleben Blogger diese neue Form der Erwerbstätigkeit?“ Dabei habe ich untersucht, welche Motivation Blogger antreibt, ob sie das Bloggen als Arbeit betrachten und wie sich Arbeit/Bloggen/Freizeit verschieben und miteinander verschwimmen. Diese Ergebnisse möchte ich in einer neuen Artikelreihe teilen.

Im Rahmen der Arbeit habe ich 4 BloggerInnen befragt (Leitfadeninterview), die anonym bleiben, die aber alle mit ihrem Blog auf die ein oder andere Weise Geld verdienen. Die BloggerInnen sind in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig – deswegen war es umso interessanter herauszufinden, ob es Muster und Eigenschaft gibt, die alle Blogger verbindet – also auch jene, die mit ihrem Blog kein Geld verdienen. Die Ergebnisse werden Dich sprachlos machen 😀

Natürlich ist eine Befragung von 4 Bloggern nicht repräsentativ. Das ist qualitative Forschung nie. Dennoch kann ich aus meinen eigenen Erfahrungen in der Blogosphäre sagen, dass vermutlich viele BloggerInnen meinen Ergebnissen zustimmen werden.

Inhalt der Artikelreihe „Wie ticken Blogger?“
  1. Einleitung & Motivation: Informationen und Mehrwert
  2. Motivation: Kommunikation
  3. Motivation: Spaß und Selbstverwirklichung
  4. Motivation: Geld
  5. Ist Bloggen Arbeit oder Vergnügen?
  6. Entgrenzung von Arbeit und Leben: Wie wirkt sich Bloggen auf den Hauptberuf oder die Freizeit aus?
  7. Fazit / Überblick

Ein Blog ist eine zeitintensive Beschäftigung, auch wenn man es nicht hauptberuflich betreibt. Die im Rahmen dieser Forschungsarbeit befragten Blogger gaben an, dass sie wöchentlich rund fünfzehn Stunden in ihren Blog investieren, also etwas mehr als zwei Stunden täglich. Ein Blogger befasst sich nicht nur mit dem reinen Schreiben eines Beitrags. Hinzu kommt beispielsweise das Pflegen von Kontakten, sei es zu Kooperationspartnern, Lesern oder anderen Bloggern. Viele Blogger sind in dieser Hinsicht stolz auf ihre breite Stammleserschaft und die gute Beziehung, die sie zu dieser pflegen.

Motivationen zum Bloggen

Die Frage ist nun also, was veranlasst Blogger, einem derartig zeitintensiven Hobby nachzugehen? Welche Motivation treibt sie an? Ausgehend vom Interviewmaterial können 3 Bereiche ausgemacht werden, in denen die Hauptmotive zu finden sind: Erstens Information und Mehrwert, zweitens Kommunikation und drittens Spaß und Selbstverwirklichung. Heute stelle ich Euch den Bereich „Information und Mehrwert“ vor.

Information und Mehrwert

“ (…) das ist auch so eine Motivation, die von Anfang an ziemlich da war und das war einfach den Leuten Informationen irgendwie darüber, über diese ganzen Themen zu geben. (…) Und das ist auch immer noch die größte Motivation, eben Leute aufzuklären und zu unterstützten.“

Eine große Motivation für alle befragten Blogger ist die Weitergabe von Informationen und das Teilen von Erfahrungswerten. Hierdurch möchten sie ihren Lesern einen Mehrwert geben, das heißt, Werte oder Informationen vermitteln, die der Leser auch nach der Lektüre des Blogs noch verwenden kann. Der Blogbeitrag soll nicht nur zur Unterhaltung dienen, sondern gleichzeitig zu einer Art Anleitung oder Beratung werden. Hiermit möchten die Blogger ihren Lesern einen Grund geben, ihren Blog (regelmäßig) zu lesen. Die Blogger sehen sich hierbei als Experten in ihrem jeweiligen Themengebiet und versuchen, mit den eigenen Erfahrungen Wissen weiterzugeben und Leser zum Beispiel vor Fehlkäufen zu bewahren.

„Also, motivieren tut mich eigentlich, dass ich das weitergeben kann, was ich weiß, dass ich vielleicht zu vielen Kaufentscheidungen beitragen kann, damit man nicht irgendeinen Müll kauft (…)“

Lebenshilfe für das Publikum zu bieten und somit als Ratgeber zu dienen ist eine hohe Motivation für Blogger und steht noch vor der Motivation, dem Publikum Unterhaltung und Entspannung zu bieten (Schenk et al 2014: 31). Der Wunsch, Informationen weiterzugeben und somit andere Menschen zu unterstützen oder eine Hilfestellung zu bieten, ist eine extrinsische Motivation. Hier liegt die Motivation nicht in der Sache selbst, sondern darin, positive Folgen herbeizuführen oder negative Folgen zu vermeiden (Schürmann 2013: 31).

Jedoch kann nicht uneingeschränkt davon ausgegangen werden, dass es sich bei dieser Motivation um eine altruistische Motivation handelt. Diese zeichnet sich durch Selbstlosigkeit, Uneigennützigkeit und dem Wunsch, anderen in einer Notlage zu helfen, aus (Schürmann 2013: 33f). Zwar trifft es zu, dass die Blogger ihren Lesern mit den bereitgestellten Informationen helfen wollen, die Motivation ist also zum Teil altruistisch. Bei der Annahme von Kooperationen achten Blogger jedoch nicht nur darauf, dass für die Leser ein Mehrwert entsteht, sondern dass auch sie selbst einen Nutzen aus der Kooperation ziehen können.

„Also das klar ist, dass es natürlich für das Unternehmen einen Nutzen hat, dass es für mich einen Nutzen hat, aber dass das Ganze auch für die Leser einen Nutzen hat“

Deswegen kann das Motiv der Information auch, zumindest zum Teil, als egoistisch bezeichnet werden, da es auch auf das Selbst und die eigenen Interessen bezogen ist und „sich in einem direkten oder indirekten Nutzen für einen selbst“ auswirkt (Schürmann 2013: 33). Dieser Nutzen besteht im Fall von Kooperationen in den Einnahmen, einer eventuell erhöhten Reichweite, aber auch in sozialer Anerkennung oder Bewunderung.

Hinzu kommt, dass die Weitergabe von Informationen zum Teil gar nicht aus wahren Informationen besteht, sondern lediglich aus dem Teilen der eigenen Vorlieben.

„Ja, meine Intention ist auch so ein bisschen, die Sachen, die ich schön finde und inspirierend finde und motivierend finde, so an andere ran zu bringen.“

Dies liegt darin begründet, dass Blogs keine neutralen, objektiven Nachrichten- oder Informationsportale sind, sondern von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen von Personen geführt werden und im ursprünglichen Sinne Online-Tagebücher waren. Blogs können also als Informationsquelle dienen, sollten aber auch skeptisch betrachtet werden, da nicht auszuschließen ist, dass der jeweilige Blogger Produkte oder Informationen stark subjektiv bewertet und weitergibt. Dies betont auch Alby in seinen Ausführungen zum Web 2.0: „Das bedeutet (…), dass von der Erwartung, etwas Geschriebenes sei a priori wahr, mehr und mehr Abstand genommen werden muss; die Kompetenz zur Differenzierung verschiedener Quellen wird mit zunehmender Bedeutung der Blogs eine der wichtigsten Fähigkeiten sein.“ (Alby 2008: 28)


Welche Rolle spielen Informationen und Mehrwert für Euch beim Bloggen? Seht ihr euch als Experten auf eurem Themengebiet? Und wie geht ihr mit Informationen um, die Blogs euch liefern?


Quellen
  • Alby, Tom (2008): Web 2.0. Konzepte, Anwendungen, Technologien. 3.Auflage. Carl Hanser Verlag: München.
  • Schenk, Michael; Niemann, Julia; Briehl, Anja (2014): Blogger 2014. Das Selbstverständnis von Themenbloggern und ihr Verhältnis zum Journalismus, online verfügbar unter https://www.dfjv.de/documents/10180/178294/DFJV_Studie_Das_Selbstverstaendnis_von_Themenbloggern.pdf (zuletzt abgerufen am 26.09.2015, 19:30 Uhr)
  • Schürmann, Lisa Katrin (2013): Motivation und Anerkennung im freiwilligen Engagement. Kampagnen und ihre Umsetzung in Internet und Social Media. Springer VS Results: Wiesbaden/Nürnberg.

Im nächsten Teil dieser Artikelreihe geht es um Kommunikation als Motivation. Schaltet wieder ein, wenn es heißt: wie ticken Blogger?

19 Kommentare

  1. Wow, sehr spannend! Ein Thema, das die Blogosphäre in letzter Zeit ja durchaus häufiger bewegt. Auch mich. Speziell was die Unterthemen Motivation und „Warum mache ich das eigentlich?“ angeht. Ich freue mich auf die weiteren Artikel zu dem Thema.

    1. Ich werde in den kommenden Beiträgen auf jeden Fall auch auf die aktuellen Beiträge eingehen (deiner, Zeitzeugin, Chaosmacherin etc) – dadurch konnte ich mich jetzt auch endlich motivieren, die Ergebnisse für den Blog aufzubereiten.

  2. Was die Gründe für das bloggen angeht, kann ich deine Ergebnisse Komplett unterstreichen, die motivieren mich auch weiterzumachen, vor allem natürlich der Spaß den ich beim Bloggen habe und der Austausch mit anderen, sind bei mir zentrale Motiv, aber natürlich finde ich es auch schön mich einfach mal kreativ ausleben zu können. Und gerade im Bereich Serien und Filme macht es mir sehr viel Spaß, Informationen aufzubereiten, aber auch Empfehlungen auszusprechen und neue Inhalte vorzustellen. Aber ich teile auch gerne persönliche Erfahrungen und finde es dann auch sehr schön, wenn richtige Diskussionen entstehen und auch andere über erlebtes berichten. Das mag ich persönlich auch auf anderen Blogs immer sehr gerne und hinterlasse dann auch immer sehr lange Kommentare, wenn mir die Situation bekannt vorkommt.

    Beschäftigen tue ich mich auch lange mit meinem Blog, den größten Teil macht bei mir mittlerweile das beantworten von Kommentaren aus. Mir ist es einfach wichtig, mich bei Stammleser auf diese Art zu bedanken und ihnen auch zu zeigen, dass mir ihre Kommentare sehr viel bedeuten. Dazu kann man so natürlich auch Kontakte knüpfen und richtige Freundschaften entstehen, das finde ich einfach schön und deshalb stecke ich da wirklich viel Zeit rein. Somit finde ich es schade, dass viele Blogger das nicht mehr tun. Bei einige, auch ganz neue Blogs, erhält man gar keine Antwort mehr auf die Kommentare und da muss ich gestehen, dass ich hier die Blogs dann irgendwann auch nicht mehr lese. Man nimmt sich als Leser ja auch zeit zum kommentieren und wenn dann nichts zurückkommt, merke ich ja auch, dass mich das dann immer frustriert, vor allem wenn man eine Frage hatte.

    Finde es aber super, dass du deine Ergebnisse hier vorstellst und freue mich auf die kommenden Teile.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Ich muss von Captain America ja unbedingt den zweiten Teil anschauen, den gibts zum Glück bei Netflix. Die Fortsetzung reizt mich dann natürlich auch. Wünsche dir da viel Spaß im Kino ;). Soll aber laut Medien, schon für die Familie sein, somit denke ich jetzt nicht, dass da noch mehr heftige Szenen drinnen sind. Disney hat ja jetzt noch nie Filme produziert, bei denen Kinder Angst bekommen haben. Die Altersfreigabe ist da ab 6 Jahren ;).

    Song One ist ja eher eine kleine Produktion, von denen hört man ja leider immer nicht so viel, aber ich glaube, dass der echt richtig gut ist. Den würde ich wirklich richtig gerne im Kino sehen und hoffe, dass der auch überall läuft.

    Dafür habe ich jetzt von „Freeheld“ nichts gehört, der würde mich jetzt von der Storyline und dem Cast auch sofort ansprechen. Muss ich mal nach dem Trailer googlen.

    1. Vielen Dank für deine ausführliche Antwort 🙂 Du schreibst: „vor allem natürlich der Spaß den ich beim Bloggen habe und der Austausch mit anderen, sind bei mir zentrale Motiv, aber natürlich finde ich es auch schön mich einfach mal kreativ ausleben zu können.“ – dazu wird es in den kommenden Artikeln auf jeden Fall noch mehr Infos geben. Denn, wie man sich bereits denken kann, stehst du mit diesen Gedanken nicht alleine da.

      Ich bemühe mich auch, auf Kommentare zu antworten. Zwar nicht auf jeden und nicht so ausführlich wie du das immer tust 🙂 (Und in der Regel auch nur hier auf meinem Blog), aber gerade wenn Fragen oder andere Argumente in den Kommentaren aufkommen, dann gehe ich da auf jeden Fall drauf ein. Und ich finde es auch wirklich toll, so Kontakte zu knüpfen und mit anderen Bloggern und Lesern in Kontakt zu kommen.

  3. Interessant! Ich musste mich erst in den Artikel reinfinden, weil ich die Gliederung nicht ganz erfassen konnte. Aber die Zitate sind gut eingebaut, sodass ich alles verstanden habe 🙂

    Meine Motivation beim Bloggen ist, dass ich mir und anderen beweisen möchte, wie toll ich bin 🙂 Der Blog ist eine Chance, sich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig kann der eigenen Anspruch auch ein großes Hindernis sein.

    An die Firmen denke ich beim Bloggen sehr wenig. Am liebsten wäre es mir, wenn meine Leser auch die Bücher kaufen, die ich nicht so gut fand, weil sie ähnliche oder andere Erfahrungen machen. Ich möchte für Leser schreiben, die auch mal planlos vor einem Buch sitzen und ihnen eine Möglichkeit aufzeigen oder ihnen sagen, dass ich genauso ratlos bin xD

    1. Es ist mir auch recht schwer gefallen, diesen Beitrag zu strukturieren, weil ich meine Forschungsarbeit von über 40 Seiten jetzt auf die Blogbeiträge verteilen musste (bzw wollte). Aber gut, dass du dennoch alles verstanden hast, das ist ja die Hauptsache.

      Ich stimme dir übrigens total zu: Der eigene Anspruch kann ein Hindernis sein, aber der Blog bietet auch tolle Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Ich beschäftige mich mittlerweile viel intensiver mit dem Thema Film als früher und beurteile einen Film nicht mehr nur danach ob ich ihn „gut“ oder „doof“ fand, sondern achte auch mehr auf das Handwerk, das dahinter steht. So als Beispiel 🙂

  4. Interessantes Thema. Die subjektive Bewertung und Weitergabe von Informationen ist ein spannender Punkt. Ich finde aber auch, dass sich Blogger manchmal zu viel mit dem Leser beschäftigen. Die ursprüngliche Bedeutung eines online-Tagebuchs (so sind ja auch viele Blogger-Software-Sachen aufgebaut) scheint immer mehr in den Hintergrund zu rücken und der Leser ist das Zentrum. Der Blog als eigenes Magazin. Vielleicht auch erst mal ganz ohne Geldverdienen. Ob hier auch Kulturelles mit hineinspielt? Bei amerikanischen Blogs habe ich manchmal den Eindruck, dass die Größe und Bekanntheit ganz selbstverständlich mit making money verbunden wird. Und das hat auch nichts Anrüchiges. Das ist das Ziel. Ich scheine damit eher ein Problem zu haben – auch aus kulturellen Gründen? Aber man schreibt ja schon, um gelesen zu werden. Eine soziale Anerkennung, die man im realen Leben vermisst? Oder hat sich das Ganze zu einer Art anderen Kommunikation unter Gleichgesinnten entwickelt – eine Art Klubraum? Stammtisch? Ach, du siehst, ich bin ganz neidisch auf dein Forschungsprojekt und freue mich auf neue Artikel darüber.

    1. Ach neidisch musst du da nicht sein 🙂 Ich habe mich in der Arbeit auf das Thema Geldverdienen konzentriert, weil es natürlich irgendwie mit meinem Studiengang zusammenhängen musste (also das Thema Arbeit, Personal, Wirtschaft irgendwie aufgreifen). Sicher strebt nicht jeder Blogger danach, Geld zu verdienen. Ich glaube sogar, dass die meisten Blogger in Deutschland (noch) nicht danach streben. Aber ein Austausch mit den Lesern ist schon ein wichtiger Aspekt – kommt dann nächste Woche unter dem Punkt „Kommunikation“ 🙂

  5. Hey,

    Sehr interessant. Ich finde es total spannnend in Forschungsarbeiten einen Einblick zu bekommen – auch wenn es „nur“ gesellschaftswissenschaftliche sind 😛 (sorry Musste sein, ich bin eben eher Naturwissenschaftler 😉 )

    Ich möchte gerne auf deine am Ende gestellten fragen eingehen – ich meine, dafür stellst du sie ja 😉
    Vorweg aber: Ich betreibe das Bloggen tatsächlich als reines Hobby – bisher – und habe daher auch noch kein Geld damit verdient – bisher – möchte das aber vielleicht irgendwann mal ändern. Allerdings wird auch dann der Hobby-Teil überwiegen und vielleicht hin und wieder eine Kooperation rein kommen. Ich weiß nicht. Ist aber sicher auch schwierig mit meinem blog, weil ich irgendwie alle Themen behandel…

    Welche Rolle spielen Informationen und Mehrwert für Euch beim Bloggen?
    Es kommt bei mir sehr darauf an, in welcher Kategorie ich einen Beitrag veröffentliche. Schreibe ich einen Beitrag über mich und wie es in meinem Leben gerade so aussieht, dann steht sicher die Kommunikation als Motivation an erster Stelle.
    Allerdings habe ich auch eine Kategorie, die da heißt „Wissen(schaft) für Jedermann“. Hier möchte ich wissenschaftliche (i.d.R. naturwissenschaftliche) Themen oder Fachgegenstände verständlich aufarbeiten, bzw. bestimmte Tiere einmal vorstellen oder so. Also hier geht es mir tatsächlich in erster Linie ums Informieren.
    Manchmal habe ich aber auch bei anderen Beiträgen das Gefühl, dass meine innere Lehrerin durchkommt und ich gerne einen „lehrreichen“ Mehrwert biete.

    Seht ihr euch als Experten auf eurem Themengebiet?
    Wie gesagt: Ich habe recht viele Themengebiete, über die ich schreibe und es wäre anmaßend zu behaupten, dass ich auf allen Experte wäre. Hier würde sich mir auch die Frage stellen, was macht mich zum Experten? Reicht die Tatsache, dass ich sehr viele Bücher habe und viel lese, um mich als Bücher-Experten zu bezeichnen? Aber meist beschränkt sich das ja auf ein bestimmtes Genre. Ich habe wirklich Hemmungen jetzt zu sagen, ich bin Experte auf diesem und jenen Gebiet, aber ich denke „Fantasy“ in allen Formen und Farben, „Japan“ und „Biologie“ sind schon Themen, in denen ich mich recht gut auskenne. Gut, Biologie habe ich ja auch auf Lehramtstudiert. Bin ich da jetzt Experte?

    Und wie geht ihr mit Informationen um, die Blogs euch liefern?
    Die meisten Blogs, die ich so lese, schreiben Rezensionen zu verschieden Dingen. Wenn ich so einem Blog schon lange folge und auch festgestellt habe, dass der Blogger und ich einen sehr ähnlichen Geschmack, z.b. in Bezug auf Bücher haben, dann kaufe ich mir durchaus mal ein Buch, nur weil betreffender Blogger es empfohlen hat. Witzigerweise lasse ich mich aber von einer negativen Rezension zu einem Buch, dass mich interessiert, nicht unbedingt abschrecken. Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass ich Dinge gerne mochte, von denen ich von anderen nur schlechtes gehört habe.
    Geht es jetzt aber nicht um Rezensionen oder so, sondern eher um „richtige Informationsbeiträge“ also sowas wie dieser Beitrag hier, dann wird ein solcher Beitrag für mich sehr glaubwürdig, wenn nach wissenschaftlichen Standards (Zitierrecht etc.) vorgegangen wird. Ich bin dann durchaus geneigt, einem solchen Blogbeitrag ohne weitere Überprüfung meinen Glauben zu schenken. Ich würde z.B. jetzt nicht in die Bib laufen um deine Quellen zu überprüfen. Aber ich könnte es eben, wenn ich mich weiter über das Thema informieren wollte.

    Ich bin auf die weitern Beiträge gespannte.
    Liebe Grüße
    Marina

    1. Hallo Marina,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar 🙂 Da hast du ja ganz schön viel geschrieben, dafür dass es „nur“ gesellschaftswissenschaftlich ist. Haha, das ist so ein Seitenhieb den ich mir schon seit Anfang meines Studiums anhören muss.
      Durch meine Forschungsarbeit kann ich sagen, dass es tatsächlich einfacher zu sein scheint, mit seinem Blog Geld zu verdienen, wenn man sich auf ein Thema spezialisier und sich die vielzitierte „Nische“ sucht. Das hängt aber sicher auch viel von dem eigenen Engagement ab und der Bereitschaft, am Anfang „Klingen zu putzen“.
      Ab wann man als Experte gilt, ist eine schwierige Frage. Nur weil man sich selbst als Experte sieht, heißt das ja nicht, dass man auch wirklich einer ist. Wenn man aber zB etwas studiert hat, so wie du Biologie, dann würde ich dich schon als Experten sehen. Entscheidend ist dabei aber auch, mit wem man sich vergleicht. Im Vergleich zu meinen Freundinnen bin ich zB sicher Expertin in Sachen Film, aber im Vergleich zu jemandem, der in dem Bereich studiert oder sich schon seit jahrzehnten (vllt auch beruflich) damit auseinandersetzt, da bin ich dann sicher nicht der Experte. Es kommt also auch immer ein bisschen auf den Blickwinkel an und ich denke das ist auch entscheidend, wenn es um Informationen und Mehrwert geht. Dass man darüber schreibt, wovon man Ahnung hat – das kann man dann glaubhaft und verständlich rüberbringen. Aber da sollte man dann nicht übers Ziel hinaus schießen und über Dinge schreiben, die man selber nicht versteht, nur um zB Klicks oder Kooperationen zu generieren. Ich glaube, das würde schief gehen.

      Liebe Grüße!

      1. Hey Katie,

        jaaa, dass mit dem Seitenhieb dachte ich mir schon. Das kennt man ja. Deswegen konnte ich ihn mir auch nicht so richtig verkneifen. Aber prinzipiell sind ja auch Gesellschaftswissenschaften nicht alle per se uninteressant.

        Wie gesagt, ich denke mir dass es einfacher ist, mit einem „Nischen“-Blog Geld zu verdienen, aber es ist ja auch nicht mein gesetztes Ziel vom Bloggen Leben zu können. Ich würde eigentlich gerne ein Gewerbe anmelden, um hin und wieder mal eine coole Kooperation machen zu können wenn sich was anbietet, ohne mir Gedanken um rechtliche Probleme machen zu müssen 😉

        Also auch verglichen mit mir bist du glaube ich Film-Expertin. Aber du hast sicher Recht, dass es immer auf den Blickwinkel ankommt.
        Dann bin ich vermutlich gegenüber dem Durchschnittsmenschen auch Experte für Japan (ohne dass ich bisher da war – leider). Gegenüber anderen Japan-Fans oder Leuten die vielleicht schon mal da waren, würde ich mich auf gleichen Niveau sehen 😉

        Liebe Grüße
        Marina

  6. Das ist ja eine spannende Reihe. Toll, dass du deine Ergebnisse mit uns teilst. Meine Motivation meinen Blog ins Leben zu rufen war es, etwas zurück geben zu können. Als „Basteltante“ habe ich viele Ideen und Inspirationen im Netz gefunden. Ich wollte also nicht nur konsumieren, sondern auch meine Ideen weitergeben und dem Leser Mehrwert bieten.
    Ich bin gespannt auf die weiteren Beiträge.
    Liebe Grüße, Kirsten

    1. Ich denke, ein großer Punkt für viele Blogger ist die Kommunikation, das kommt ja dann im nächsten Beitrag dran 🙂

  7. Das klingt ja wirklich sehr interessant. Bin auf jeden Fall gespannt auf die nächsten Beiträge zu diesem Thema.
    Da mein Blog tatsächlich nur privates Zeug behandelt, ist mir das Thema Mehrwert für mich nicht so sehr präsent. Und eine Expertin bin ich natürlich schon – Expertin für verwirrende Gedanken 🙂

    Wenn ich aber Informationen von Blogs bekomme (und da meine ich jetzt in erster Stufe mal Rezensionen von Filmen und Büchern) finde ich das immer super. Man hat ein gewisses Vertrauen zu den Blogs die man häufig liest aufgebaut, daher zählt für mich dann die Meinung eines Bloggers wirklich viel. Wenn dieser also einen Film oder eine Serie empfiehlt, dann verlasse ich mich darauf und bin aber auch noch nie wirklich davon enttäuscht worden.

    Bei „kritischeren“ Meinungen, lasse ich mich sicherlich auch schneller fesseln, wenn ich dem Blog schon eine Weile folge. Da bin ich allerdings trotzdem an dem Punkt – wenn mir da jetzt ein Teil der Meinung / eine Information komisch vorkommt, würde ich nicht blind vertrauen sondern auch noch einmal selbst recherchieren. Aber da mache ich im echten Leben genauso.
    Somit ist für mich der Austausch mit Bloggern auch irgendwie wie ein Austausch unter Freunden 🙂 Und das ist wirklich sehr schön!

    Liebe Grüße <3

    1. „Somit ist für mich der Austausch mit Bloggern auch irgendwie wie ein Austausch unter Freunden“ – Das hast du schön gesagt, genau so ist es <3

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