Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
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[Kino] Django Unchained

Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, erzählt Django Unchained die Geschichte von Django, einem Sklaven, dessen brutale Vergangenheit mit seinen Vorbesitzern dazu führt, dass er dem deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz Auge in Auge gegenübersteht. Schultz verfolgt gerade die Spur der mordenden Brittle-Brüder und nur Django kann ihn ans Ziel führen. Der unorthodoxe Schultz sichert sich daher Djangos Hilfe, indem er ihm verspricht, ihn zu befreien, nachdem er die Brittles gefangen genommen hat – tot oder lebendig. Nach erfolgreicher Tat löst Schultz sein Versprechen ein und setzt Django auf freien Fuß. Dennoch gehen die beiden Männer ab jetzt nicht getrennte Wege. Stattdessen nehmen sie gemeinsam die meistgesuchten Verbrecher des Südens ins Visier. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt Django und Schultz zu Calvin Candie.

Meine Meinung
Lange habe ich diesen neuen Streifen von Quentin Tarantino erwartet und meine Erwartungen waren so hoch, dass ich fast schon Angst hatte diesen Film zu sehen. Doch zu Unrecht: Der Film ist, und das sage ich obwohl es erst Januar ist, ganz sicher einer der besten in diesem Jahr.

Von Beginn an merkt man, dass Tarantino die Rolle des Dr. King Schultz für Christoph Waltz geschrieben hat. Waltz füllt diese Rolle so gut aus, dass man kaum glauben mag, dass er bloß schauspielert. Ein bisschen merkwürdig, mit einem ansteckenden Humor, einem Sinn für Gerechtigkeit und doch keiner Scheu vor Mord – das ist der einmalige King Schultz. Ein Charakter, wie es ihn wahrscheinlich nur bei Tarantino und nur dank Christoph Waltz gibt.
Doch auch die anderen Darsteller sollen nicht unter den Teppich fallen. Jamie Foxx als Django –die eigentliche Hauptperson- überzeugt ebenfalls auf ganzer Strecke. Seine Ausstrahlung ist umwerfend und wann immer er eine Szene betritt, hat er die Aufmerksamkeit für sich. Zwar ist seine Rolle etwas überzeichnet, aber doch nicht lächerlich.
Und natürlich ergreife ich auch hier wieder Partei für Leonardo DiCaprio, der als Calvin Candie wirklich einen scheußlichen Charakter spielen musste/durfte. Obschon DiCaprio seiner Rolle unterschwellig etwas lächerliches verlieh, wirkte er doch immer bedrohlich und durchtrieben. Alles in allem glänzt der Film mit einer hochkarätigen Besetzung!

Die Story, in der Tat, ist relativ vorhersehbar, aber deswegen nicht langweilig. Hin und wieder gibt es überraschende Wendungen, an anderer Stelle scheint mir Tarantino doch zu sehr aufs Klischee zu setzen. Getragen wird die Story von Schultz’ und Djangos Partnerschaft und Djangos Ziel, seine Frau zu befreien. Keine schwer zu verstehender Plot, weswegen meiner Meinung nach auch ein Teil des etwas langatmigen Mittelteils hätte gekürzt werden können.
Ein Film für seichte Gemüter ist „Django Unchained“ sicherlich nicht. Schießerein, Prügelein und Blut gibt es in Massen zu sehen und zu hören. Das ist mit unter wirklich brutal, aber effektvoll dargestellt. Nur zum Ende hin haben die Filmmacher etwas zu sehr in die Kunstblutkiste gegriffen. Insgesamt schmälert dies aber nicht meinen Gesamteindruck vom Film.
Besonders angenehm fand ich auch den Humor, der den Film durchzog, obwohl er doch ein ernstes Thema behandelt. Dr. Schultz hat, wie oben erwähnt, einen fantastischen Humor, der genau meinem Geschmack entspricht, und auch beinahe komödiantische Szenen (Ku-Klux-Klan-Szene) fand ich grandios!

Unterlegt ist der Film zudem mit einem hörenswerten Soundtrack, der jede Szene gut unterstreicht. Die Atmosphäre des Films wird spürbar, greifbar. Und weil all diese Komponenten so gut zusammenspielen, hatte ich ein wirklich tolles Kino-Erlebnis, das alle meine Erwartungen erfüllt hat. Ich vergebe für „Django Unchained“ 9 Oscars, und hoffe dass er eben solche auch in real noch abräumen wird 😉

8 Kommentare

  1. Oh ich lese so gerne deine Reviews. Du kannst einfach so super schreiben, was mir immer ein bisschen fehlt, mich aber trotzdem nicht abhält:-) Eine tolle Rezension. Ich fand den Film auch großartig!

  2. Deine Rezension bestärkt mich noch zusätzlich, diesen Film sehen zu MÜSSEN. Letzte Woche wollte ich schon mit Tobi zusammen ins Kino, aber da war schon alles ausgebucht. ^^
    Aber das wird definitiv noch nachgeholt!

  3. Ich stimm dir da in allem zu. Als Tarantino-Anfänger bin ich ja immer noch vorsichtig, wenn ich mich an Filme von ihm wage. Aber ich liebe Christoph Waltz einfach und er und Tarantino sind für mich fast so ein tolles Team wie Burton und Depp. <3

  4. Ich fand den Film auch absolut genial und sehenswert. Allerdings fand ich das Ende nicht unbedingt vorhersehbar… Am Ende war ich mir nicht sicher wie es enden würde.
    Den Soundtrack hab ich mir auch direkt nachdem ich ihm Kino war zum einschlafen angehört 😀 Die Mischung ist echt grandios!

  5. So toll wie du die Filme immer beschreibst, muss man einfach Lust bekommen, diese anzuschauen. Ich hab ihn noch nicht gesehen, werd das jetzt aber mal in Angriff nehmen 🙂

  6. So, dann komme ich nun auch mal zu meinem Kommentar 😉 Ich freue mich, dass wir hier wieder [so gut wie] dieselbe Meinung vertreten – aber mit Tarantino kann man ja nun eigentlich auch nicht viel falsch machen 😀 Und Waltz & DiCaprio sind hier definitiv wieder grandios, wie du ja auch schreibst.
    Schöne Rezension, ich kann wirklich nur zustimmen!

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