Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Alltag

Du hast eine Stimme – Nutze sie!

Ich vermute einfach mal, dass ihr schon mitbekommen habt, dass am Sonntag Bundestagswahl ist? Momentan ist dieses Thema ja überall. Ich bin schon fast ein wenig genervt davon, und habe hin und her überlegt, ob ich auch etwas dazu schreiben soll. Ich habe mich dafür entschieden, denn das ist ein wichtiges Thema, und vielleicht erreicht man ja auf diesem Weg noch den ein oder anderen Unentschlossenen oder jemanden, der zum Nichtwählen tendiert.

Wen oder was wählen wir eigentlich?
Wie der Name schon sagt wählen wir bei der Bundestagswahl den Deutschen Bundestag, also die Abgeordneten, die unsere Interessen in Berlin vertreten. Gemeinsam mit dem Bundesrat (Vertretung der Bundesländer) beschließt der Bundestag Gesetze – und mit unserer Stimme können wir mitentscheiden, wer da sitzt! Don’t you think this is important? Außerdem wählt der Bundestag den Bundeskanzler bzw. die Bundeskanzlerin.

Wie ist das mit der Erst- und Zweitstimme?
Deutschland ist in Wahlkreise unterteilt. In jedem Wahlkreis gibt es verschiedene Kandidaten der Parteien, die in den Bundestag einziehen wollen. Mit der Erststimme wählt man direkt eine Person, welche bei relativer Mehrheit Wahlkreisabgeordneter wird und direkt in den Bundestag einzieht. Mit der Zweitstimme wählt man eine Partei. Die muss nicht die Partei sein, welcher der gewählte Abgeordnete angehört. Die Zweitstimme ist maßgeblich für die Sitzverteilung im Bundestag. Erhält eine Partei zum Beispiel 30% der Zweitstimmen, dann bekommt sie auch 30% der Sitze im Bundestag. Diese werden gefüllt mit Abgeordneten der sogenannten Landesliste, die jede Partei vor der Wahl aufstellt. Gesetzlich vorgeschrieben sind 598 Sitze im Bundestag.
Nun kann es natürlich passieren, dass einer Partei zum Beispiel durch die Zweitstimmen 100 Plätze im Bundestag zustehen, aber 102 Menschen direkt gewählt wurden. Die Partei erhält damit 2 Überhangmandate. Daher hat der Bundestag in der Regel auch mehr als 598 Sitze, in der letzten Periode waren es 620.

Warum sollten wir überhaupt wählen gehen?
Wir leben in einer Demokratie und wir haben das Recht zu wählen – und wir sollten dankbar dafür sein, dass wir die Möglichkeit haben, in unserem Land mitzubestimmen. Wir sollten von diesem Recht Gebrauch machen. Wie oben bereits gesagt: Wir wählen die Menschen, die über unsere Gesetze entscheiden!
Außerdem kann es üble Folgen haben, wenn zu viele Menschen nicht zur Wahl gehen. Ich stelle Euch das mal überspitzt in einem Beispiel dar:

In einem Land leben 100 Menschen.
44 Leute wählen die CDU, 40 Leute wählen die SPD, 10 Leute wählen die Grünen, 5 Leute wählen die FDP und ein einziger wählt eine rechtsorientierte Partei wie zum Beispiel die NPD. Die Anzahl der Menschen entspricht hierbei auch den Stimmen: Also die CDU bekommt 44%, die SPD 40% und so weiter. Die rechte Partei hätte mit 1% keine Chance in den Bundestag einzuziehen.
Was passiert aber wenn in diesem Land, in dem 100 Menschen leben, nur 10 Leute zur Wahl gehen? Was ist, wenn die anderen 90 denken, dass sich ja sowieso nichts ändert, oder weil sie sich nicht informieren und nicht wissen wen sie wählen sollen oder weil sie „keine Zeit“ haben?
10 Leute gehen zur Wahl: 4 Leute wählen die SPD, 3 Leute die CDU, 1 wählt Grün, 1 wählt FDP und 1 wählt NPD. Und schon hat eine rechtsorientierte Partei wie die NPD 10% der Stimmen.

Darum heißt es immer wieder: Nichtwähler unterstützen extremistische Parteien. Unter diesem Gesichtspunkt ist es sogar sinnvoller, eine ungültige Stimme abzugeben als gar keine Stimme!Denn ihr könnt sicher sein: Die Leute mit extremer Einstellung, die gehen zur Wahl!

Sicherlich werden nach der Wahl viele Leute nicht mit dem Ergebnis zufrieden sein, weil ihre favorisierte und gewählte Partei keine Mehrheit hat, aber man sollte sich vor Augen halten, dass auch eine starke Opposition etwas wert ist! Außerdem darf sich meiner Meinung nach niemand über die Politik beschweren, der nicht wenigstens versucht hat etwas zu ändern. So. Und jetzt geht wählen!

Aber wen soll ich wählen?
Gute Informationen bietet euch der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung. Dieser Wahl-O-Mat gibt euch keine Wahlempfehlung, sondern bietet euch die Möglichkeit, eure Meinung mit den Stellungnahmen der Parteien zu vergleichen, euch über die Begründungen zu informieren und Positionen miteinander zu vergleichen.
Und wenn ihr den Fernseher einschaltet oder die Zeitung aufschlagt, dann kommt ihr eigentlich nicht um das Thema Wahl drumherum. Auch im Internet kann man sich mit wenig Aufwand informieren. Alle Parteien sind online vertreten, ebenso wie die großen deutschen Tageszeitungen und seriöse Nachrichtensendungen. Und zu guter Letzt könnt ihr euch natürlich auch mit Freunden, mit Familie und eventuell Kollegen austauschen. Meine Kollegin ging letztens erst richtig auf in einer Diskussion rund um soziale Gerechtigkeit 😉 Dann merkt ihr vielleicht, dass Politik interessant ist und auch Spaß machen kann, wenn man den richtigen Weg für sich findet.

Und jetzt heißt es:

Du hast eine Stimme! Nutze sie!

1 Kommentar

  1. Hallo Katie,

    den Text hast du wirklich richtig gut und vor allem verständlich geschrieben und ich denke, dass du damit noch den einen oder anderen ansprechen und überzeugen kannst, wählen zu gehen!
    Ich selbst finde das Thema Wahl super wichtig und habe bereits vor ein paar Wochen per Briefwahl gewählt. Über Leute, die nicht Wählen gehen, könnte ich mich einfach nur aufregen, da es genau so ist, wie in deinem Text geschrieben!

    Viele Grüße,

    Katharina 🙂

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