Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Allgemein

Ein reiches Erbe

Ich möchte den heutigen Post zwei ganz besonderen Menschen widmen, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, das sie das wohl kaum lesen werden.
Es geht um meine Eltern. Ich möchte mich nicht allzu lange damit aufhalten Euch zu erzählen wie toll meine Kindheit war. Denn das war sie. Ich kann mich an keine schrecklichen Erlebnisse erinnern, an nichts, was mein Leben irgendwie erschwert hätte. Immer wenn ich an meine Kindheit denke, fühle ich mich glücklich, geborgen und vor allem: geliebt.
Die Liebe soll auch das Thema dieses Posts sein. Nicht die Liebe von mir zu meinen Eltern, die unbeschreiblich groß ist. Sondern die Liebe zwischen meinen Eltern.
Denn leider bin ich schon Paaren bzw. Eltern begegnet, bei denen ich keinerlei Anflug von Liebe verspüren konnte und da wurde mir erst bewusst, wie wichtig die Liebe meiner Eltern für mein Glück ist.
Wenn sie sich abends, nach der Arbeit, zuhause treffen nehmen sie sich in den Arm, küssen sich. Auch morgens, oder einfach zwischendurch. Sie sprechen miteinander, über die Dinge des Alltags, über ernste Sachen, über Geschehnisse in der Welt. Sie helfen sich gegenseitig bei den Arbeiten und Aufgaben, die im Alltag so anfallen. Sie unternehmen oft was zusammen, haben gemeinsame Freunde, gehen auf Veranstaltungen in der Stadt, Karneval, Schützenfest – kurzum: sie feiern zusammen. Aber sie lachen auch zusammen – das tun sie sogar meistens. Sie machen Witze und necken sich gegenseitig ein bisschen. Und in jeder kleinen Neckerei schwingt immer etwas Liebe mit. 
Vor ungefähr drei Jahren hatte mein Papa einen sehr schlimmen Autounfall. Er lag mehrere Tage auf der Intensivstation und wir konnten nur hoffen, dass seine Lunge ihn nicht im Stich lässt – uns nicht im Stich lässt. Nie zuvor habe ich meine Mama weinen sehen. Es war die allerallerschlimmste Zeit meines Lebens (zu allem Überfluss geschah das ganze auch noch über Weihnachten), aber im Nachhinein (mein Vater ist -Gott sei Dank- wieder vollkommen gesund) hat mich diese Zeit sehr stark gemacht, weil ich so viel Liebe innerhalb unserer Familie gespürt habe (auch von meinem Bruder; aber auch von Tanten, Onkeln usw). Ich glaube, erst wenn man sich wirklich damit konfrontiert sieht, einen geliebten Menschen zu verlieren – erst dann begreift man wie kostbar das Leben ist. Und ich glaube, dass auch meine Eltern in der Zeit danach noch enger zusammengewachsen sind.
Ich habe meinen Humor von meinen Eltern geerbt, von meinem Papa hab ich ganz sicher meinen Sturkopf und mein Drang, dass alles nach meinem Willen geschehen soll (schließlich weiß ich es besser, warum sollten wir dann auf jemand anders hören?). Von meiner Mama hab ich die fürsorgliche Art geerbt, den Wunsch, jeden zu bemuttern und immer ein guter Gastgeber zu sein. Von ihr hab ich das Bestreben, stets das Beste im Menschen zu sehen – aber auch mal richtig auf den Tisch zu hauen, wenn es nötig ist (das kann mein Papa aber auch ganz gut).
Doch das allerwichtigste, das weiß ich erst heute, was ich von meinen Eltern geerbt habe, ist die Fähigkeit zu lieben – Liebe zu verschenken und das vor allem auch zu zeigen. 

7 Kommentare

  1. Oh, ist das ein schöner Post! Ich glaube, ich müsste weinen wenn ich so etwas schreiben würde. Deine Eltern können sich glücklich schätzen, eine so liebe und dankbare Tochter zu haben 🙂

  2. Echt Süß <3

    Leider hatte ich nicht das Glück in einer perfekten Familie aufzuwachsen. Wobei das nicht heißen soll, dass ich keine glückliche Kindheit hatte! Ich hatte ja schließlich Mama, meine Großeltern (mein Inbegriff der perfekten Beziehung!) und meine Brüder, die immer da waren und immer vor mir standen!
    Ich denke aber, dass die gegenseitige Liebe, die man von den Eltern mitbekommt, etwas ziemlich wichtiges ist.
    Wahrscheinlich, so denke ich, fällt es mir deshalb auch so schwer richtige Beziehungen aufzubauen und Vertrauen zu schenken. Das habe ich so eben nie wirklich kennen lernen dürfen!
    :-*

  3. Schade das deine Eltern deinen Blog ja scheinbar nicht so interessiert verfolgen, sie würden sich sicherlich über deine Worte freuen.
    Dein Post ist wirklich schön und zeigt einem das manche Dinge wie beispielsweise eine liebevolle Familie und eine glückliche Kindheit leider nicht selbstverständlich sind.
    Man sollte wohl viel öfter dankbar sein das man so ein Glück hat ^^
    Liebe Grüße Thal

  4. Super schöner Post :3
    Ich find es auch total schön wenn man auf eine so gute und behütete Kindheit zurückblicken kann (kann ich auch^^) leider haben es meine Eltern dann in meiner Jugend ja so ein bisschen versaut als sie vorhatten mich in irgendwelche Richtungen zu lenken in die ich aber nicht gehen wollte, da ist leider ein wenig was zwischen uns kaputt gegangen aber dennoch liebe ich sie über alles 🙂

  5. Ein ganz toller Post, der richtig unter die Haut geht. Das hast Du so schön mit ganz viel Herz & Gefühl ausgedrückt, und ich hoffe deine Eltern haben diesen Post irgendwie doch noch lesen können ?!
    Ich finde auf dem ersten Foto, da sieht deine Mum dir sehr, sehr ähnlich aus. Du kommst mehr zu deiner Mum, nicht wahr ?!

    Jedenfalls kann nicht jeder Mensch von sich aus behaupten dass er eine tolle Kindheit hatte.
    Ich hatte sie genauso wie. Ich bin in einer tollen Umgebung aufgewachsen. Und der Zusammenhalt in unserer Familie besteht heute noch !!!

    Hab noch einen schönen Abend.
    Schlaf gut.
    Bis bald
    Yvi

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