Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Filme

Lieblingsfilm – was heißt das eigentlich?

„Nenne deinen Lieblingsfilm“, da sehe ich mich direkt zwei Problemen gegenüber, die es mir schwer machen, diese Frage aus dem Stand heraus zu beantworten. Denn als jemand der viel und gerne Filme schaut, stelle ich mir automatisch zwei Fragen.

1. Was heißt Lieblingsfilm?

Heißt Lieblingsfilm, dass ich einen Film besonders gerne sehe? Oder setzt man Lieblingsfilm gleich mit „bester Film“ und schließt damit auch einige handwerkliche Aspekte mit ein?

Was ich damit meine: Es gibt viele Filme, die ich gerne sehe und die ich schon oft gesehen habe. Tatsächlich gehören dazu eher seichte Filme oder Komödien, weil man die sich zwischendurch immer wieder ansehen kann, weil sie gute Laune machen und weil der Film auch nach hundert mal sehen noch Spaß macht, weil so etwas wie eine Spannungskurve oder ein Plottwist in der Regel nicht von Bedeutung ist.

Dennoch sträubt sich etwas in mir, solch „einfache“ Filme als Lieblingsfilme zu bezeichnen. Vielleicht bin ich da ein Snob oder gehe da falsch ran, aber für mich zählt eben auch das, was hinter dem Film steht oder was da drumrum geschiet. Wie gut ist die Story, wie wird sie dargestellt und welche Leistung bringen die Schauspieler? Welche Arbeit leisten Kamera, Regie und Musik? All das zählt für mich auch bei der Qualität eines Films und möchte nicht vernachlässigt werden.

2. Wie soll man da nur einen Film nennen?

Es gibt so viele gute Filme, die „meine Kriterien“ erfüllen. Ja, einige, die ich als „Lieblingsfilme“ bezeichnen würde, aber das Thema lautet „Nenne deinen Lieblingsfilm“, also muss ein Film gefunden werde, der alle anderen übertrifft.

Und erstaunlicherweise (oder vielleicht doch nicht so erstaunlich?) ist mir das gar nicht so schwer gefallen. Denn seit achtzehn Monaten muss ich eigentlich nicht mehr nachdenken, wenn mich jemand nach meinem Lieblingsfilm fragt. Seitdem kenne ich die Antwort, als hätte ich immer schon auf diesen Film gewartet und damals, im August 2013, begegnete er mir endlich.

Die Rede ist von Drive. Schön, liebevoll, tiefgehend, brutal, emotional, verletzlich, traurig, spannend. All das sind Worte, die ich mit diesem Film verbinde. Ich weiß, dass das nicht jeder so sieht und ich kann das nachvollziehen. Drive ist wahrscheinlich ein Film, den man liebt oder den man hasst. Ich liebe ihn. Auch im Blog und zwar hier, hier und hier. Deswegen möchte ich mich jetzt gar nicht in langen Reden über diesen Film verlieren, sondern viel lieber von Euch erfahren, welcher euer Lieblingsfilm ist?

Welcher ist euer Lieblingsfilm?
Was macht für Euch einen „Lieblingsfilm“ aus?

19 Kommentare

  1. Mein Lieblingsfilm ist wohl „Die fabelhafte Welt der Amelie.“ Ich kann ihn immer wieder gucken, besonders, wenn es mir eher suboptimal geht. Außerdem kann ich mich prima mit Amelie identifizieren und alles an dem Film ist einfach toll. <3

    Und das ist auch schon alles, was für mich den Lieblingsfilm ausmacht. Dass ich in dem Film etwas von mir entdecken kann. 🙂

    1. Auch ein sehr schöner Film, das stimmt. Etwas von sich selbst in einem Film entdecken – da ist auch viel wahres dran. Ich glaube das trifft auf mich und meinen Lieblingsfilm auch zu, auf irgendeine Art und Weise.

  2. Mir fällt es ja auch immer sehr schwer ganz spontan auf so eine Frage zu antworten weil ich eben etwas länger darüber nachdenken möchte. Aber im Grunde habe ich auch immer nur die eine Antwort nämlich „Into the Wild“. Obwohl es auch viele andere Filme gibt die sich den ersten Platz mit ihm teilen könnten, sticht dieser am meisten heraus. Die meisten Leute wissen was diesen Film ausmacht, deswegen lasse ich es einfach als meine Antwort im Raum stehen.

  3. Hi…..

    das ist ein schönes Thema. Auch ich finde es sehr schwer zu sagen, was mein absoluter Lieblingsfilm ist. Was einen Lieblingsfilm für mich ausmacht: man kann ihn immer wieder schauen, entdeckt immer etwas Neues und er macht immer wieder Lust auf ein neue Runde.

    Ich schwanke da wirklich: Ich liebe „Lost in Translation“, aber auch „Frühstück bei Tiffany“.

    Liebe Grüße, Bee

  4. Bore da, Katie.
    Wie ich sehe hast Du seit Letztens einen neuen Avatar; kommt gut rüber (auch als Thumbnail). Und er trifft Dich auch, wenn ich mir Dein Bild aus Deinem Blog heraus mache. Gute Wahl.

    Der Lieblingsfilm ist, denke ich, eine rein persönliche Entscheidung, die sozusagen objektive Kriterien nicht beachten muß. Wenn es eine Bauchentscheidung gibt, dann gehört der Lieblingsfilm eindeutig dazu. Im ideal der Fälle ist der Film auch in allen handwerklichen Aspekten top.

    Idealerweise ist dies für mich bei ‚Meet Joe Black‘ der Fall. Ein Meisterwerk das mich in emotionaler Weise immer wieder auf eine Achterbahn führt. Vollendet komponiert bis in alle Details. Bereits die grandiose Musik von Thomas Newman beschert mir bei der schlichten Erinnerung daran Gänsehaut. Nicht zu vergessen – Claire Forlani…

    Ich hege aber auch in jeweiligen Genres meine Lieblingsfilme.

    bonté

    1. Danke, über den Avatar bzw seine Herkunft werde ich morgen auch noch was schreiben. Schön, dass er (sie) gefällt.

      „Meet Joe Black“ müsste ich definitiv nochmal sehen – ich war noch ein Teenager, als ich da mal reingeschaut habe. Nehme ich mir für die nahe Zukunft mal vor!

  5. Oh. Da geht es mir, wie eingangs dir – bevor du „Drive“ getroffen hast: Das kann ich gar nicht so genau sagen. Das kommt auch irgendwie immer ein bisschen auf meine Stimmung an. Am häufigsten gesehen habe ich vielleicht die Stirb-Langsam-Filme *hust*. 😉 Und noch ein wenig häufiger den Mitschnitt der Salzburger La Traviata mit Netrebko und Villazon. Und auch, wenn das jetzt vielleicht kein wirklicher Film ist, stimmt für mich da einfach alles: Die Geschichte, die Musik, die Regie, die Besetzung und auch das Setting. Also: Lass‘ ich die Traviata einfach mal als Film durchgehen. 😉

    Liebe Grüße und „Drive“ werde ich mir auf jeden Fall einmal ansehen (kenne ich nämlich noch nicht)!
    Sarah

  6. Ja, deine Auswahl mit Drive kann ich sehr gut nachempfinden. Dieses reduzierte Spiel, die schönen Bilder und dann die krasse Brutalität. Eine eindringliche Erfahrung. Besonders der Soundtrack hat lange bei mir nachgehallt, lief bei mir rauf und runter.
    Mein Lieblingsfilm ist „Cinema Paradiso“ – eine melancholische Geschichte über das Kino, das früher ein sozialer Begegnungsort war. In den Sesseln wurde gelacht, geweint, geliebt, Kinder gezeugt, Gerüchte gestreut und vor allem geträumt. Ein wunderbares Stück Zelluloid.

  7. Ja, Lieblingsfilm ist schwer, aber ich entscheide mich für Braveheart! Da stimmt für mich alles, Musik, Kulisse, Mel Gibson, die Nebenrollen, die Emotionen, der O-Ton… Grandios!
    Drive war mir persönlich zu brutal, auch wenn Mr. Gosling geglänzt hat, wie immer eigentlich…

  8. Das kommt jetzt ein bisschen darauf an, welche Version von mir du da fragt. Mein todtrauriges düsteres 16jähriges Ich (lebt zur Zeit im Keller, ich bring ihr manchmal was zu essen) würde jetzt sagen: Das Handbuch des jungen Giftmischers

    Meine free-and easy Version einige Jahre später rollt da mit den Augen und wirft ein, dass Star Trek Voyager eine tolle Serie war.

    Es geht aber um Filme, na gut.

    Ich habe mal einen Film gesehen, da ging es um einen kleinwüchsigen Mann und der hat sein Leben erzählt. Ich glaube, aber weiß es nicht so genau, dass es der Zwerg aus Game of Thrones war, aber von dem habe ich alles schon durchgesehen und der Film war nicht darunter. Es ging um Sterne und eine Liebe und wenn ich diesen Film mal wieder finden würde. Ich erinnere mich noch, dass die Mutter wohl bei der Zeugung mit einem ganzen Marineschiff geschlafen hat…keine Ahnung, irgendwie war ich da jahrelang auf der Suche und weiß nicht, welcher Film das war.

    (das war die traurige 16jährige aus dem Keller)

    Ich bin jetzt verheiratet und die Filme meines Mannes haben eindeutige Heldenstrukturen. Meistens finde ich das auch nicht so schlecht….lang erzählte indische Filme haben für mich aber auch ihren Reiz. Highlight: Bis das Glück uns scheidet

    Ich muss da noch weiter darüber nachdenken.

    1. Der Lieblingsfilm meines 16-Jährigen Ichs war ganz lange „Good Will Hunting“ und der steht immer noch ganz oben auf meiner Lieblingsliste 🙂

      Den von dir beschriebenen Film kenne ich leider auch nicht, aber falls er mir irgendwann mal über den Weg läuft, dann sage ich dir bescheid.

  9. Also früher war es bei mir definitiv Ritter aus Leidenschaft. Ich konnte mitsprechen so oft hab ich den gesehen. Inzwischen schau ich Filme einfach nicht gern genug um einen Lieblingsfilm betiteln zu können.
    Cloud Atlas war aber für mich ein Highlight in den letzten Jahren. Aber zu lang um in immer wieder anzusehen, also auch kein Potenzial zum Lieblingsfilm.

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