Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Allgemein Alltag

Female Friday: 3 großartige Real Life Frauen

Vor einiger Zeit habe ich euch meine weiblichen Heldinnen in Filmen und Serien vorgestellt. Aber warum immer in die fiktiven Welten flüchten? Auch im Real Life gibt es tolle Frauen, die eine Erwähnung wert sind. Zum Beispiel, weil sie sich für Gender Equality einsetzen.

„No country in the world can yet say that they have achieved gender equality“, sagte Emma Watson in ihrer Rede vor den Vereinten Nationen. Hierzulande verdienen Frauen noch immer oftmals weniger als Männer und haben weniger Chancen, in Führungspositionen aufzusteigen. In anderen Teilen der Welt werden weibliche Föten abgetrieben, Mädchen die Schulbildung verweigert oder junge Frauen durch Beschneidung verstümmelt.

Was wir aber nicht vergessen dürfen, wenn wir von Geschlechtergleichheit sprechen, ist, dass auch Männer vielen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten ausgesetzt sind. In unserer heutigen Gesellschaft gibt es (noch immer) Genderstereotype, die auch Männer einschränken oder diskriminieren. Wie viele Männer werden beispielsweise als pädophil verdächtigt, weil sie im Kindergarten arbeiten? Und wie viele homosexuelle Männer müssen noch immer mit anhören, dass „schwul“ als Schimpfwort benutzt wird? Dass bestimmte Eigenschaften dazu führen, dass ihnen die „Männlichkeit“ abgesprochen wird?

Jeder kann sich hierzu seine Meinung bilden und in seinem Alltag darauf aufmerksam machen. Und die folgenden Frauen machen genau das in ihrem Alltag – mit dem Unterschied, dass sie berühmt sind und mit ihren Aussagen und Aktivitäten mehr Menschen erreichen.

Emma Watson

Seit 2014 ist Emma Watson für die Vereinten Nationen und die Kampagne „He for She“ unterwegs. Sie setzt sich damit für die Gleichheit der Geschlechter ein und möchte vor allem auch Männer davon überzeugen, Feministen zu sein, weil es eben nicht gleichzusetzen ist mit Männerhass. Leider möchten sich auch viele Frauen nicht als Feministinnen identifizieren, um nicht herrisch oder gar unattraktiv zu wirken. Ich finde Emma Watsons Engagement richtig und wichtig, weil sie eine junge, moderne Identifikationsfigur ist und mit ihren Aussagen viele Menschen erreichen kann. Wichtig finde ich auch, dass sie nicht nur auf gender pay gap eingeht, sondern auch auf viel gravierendere Ungleichheiten in der Welt. Sie weiß, dass Frauen in den westlichen Industrienationen schon priviligiert sind – und trotzdem noch nicht gleichbehandelt.

Jennifer Lawrence

Jennifer Lawrence ist eigentlich erst in dieser Woche auf der Bildfläche des Feminismus erschienen. Für Lena Dunhams Newsletter Lenny schrieb sie über Hollywoods Gender Pay Gap und viel mehr noch über die unterschiedlichen Erwartungen an Männer und Frauen. Jennifer Lawrence schreibt selbst, dass sie nicht mehr Geld braucht, dass sie mit Tribute von Panem und X-Men sehr gut verdient und nicht angewiesen ist auf mehr Geld. Durch geleakte Sony-Mails erfuhr sie aber schließlich, wie viel weniger sie zum Beispiel bei American Hustle verdiente als ihre männlichen Kollegen und wurde sauer. Nicht auf Sony, sondern auf sich selbst. Sie habe nicht härter verhandelt, um nicht „schwierig“ oder „verwöhnt“ zu erscheinen. Als „spoiled brat“ wurde zum Beispiel Angelina Jolie in den geleakten Sony-Mails bezeichnet. Als Jennifer Lawrence dann jedoch die Gehaltsliste sah, wusste sie, dass keiner ihrer männlichen Kollegen sich darüber Gedanken gemacht hatte, ob er „schwierig“ oder „verwöhnt“ wirken würde. Sie fragt sich, ob Frauen sozial darauf konditioniert sind, sich so zu verhalten, um Männer nicht zu beleidigen, verärgern oder verängstigen. Jennifer Lawrence hat das Gefühl, ihre Meinung nicht so klar und unproblematisch äußern zu können wie ein Mann, weil von ihr etwas anderes erwartet wird und ihr Verhalten somit ganz anders ausgelegt wird als bei einem Mann.

Jeremy Renner, Christian Bale, and Bradley Cooper all fought and succeeded in negotiating powerful deals for themselves. If anything, I’m sure they were commended for being fierce and tactical, while I was busy worrying about coming across as a brat and not getting my fair share. – Jennifer Lawrence

Jen Welter

Dr. Jennifer Welter dürfte den meisten eher unbekannt sein, aber ich finde sie großartig. Warum? Weil sie es in einer von Männern dominierten Sportart schon ziemlich weit gebracht hat: Im American Football. Seit diesem Jahr trainiert sie die Defense der Arizona Cardinals und ist damit der erste weibliche Coach in der amerikanischen National Football League. 2014 war sie außerdem die erste Frau, die in einem professionellen männlichen Football-Team auf einer Kontaktposition spielte (also nicht als Kicker o.ä.). Zuvor holte sie 2010 und 2013 Gold bei den American Football Frauen-Weltmeisterschaften. Sie ist aber nicht nur sportlich ganz vorne mit dabei, sondern hat auch einen Master in Sportpsychologie und einen Doktor in Psychologie. Sie sagt, wenn eine Frau gut genug ist, in der NFL zu spielen, dann sollte ihr das ermöglicht werden. Vielmehr hofft sie aber darauf, dass sich eine erfolgreiche, professionelle, weibliche Liga entwickelt. Sie hat als Kind selbst nie daran geglaubt, als Frau eine Chance im American Football zu haben – und hat allen das Gegenteil bewiesen.

„I want little girls everywhere to grow up knowing they can do anything, even play football“ – Jen Welter on NBC’s Today

Welche Real Life Frauen findet ihr super?

5 Kommentare

  1. Also Emma Watson und Jennifer Lawrence finde ich auch super, auch was ihr Engagement anbelangt und dazu sind beide einfach sehr bodenständig. Die Geschichte um die Gehaltslisten habe ich natürlich auch mitbekommen und wie in jedem Bereich ist es auch dort ungerecht, denn Frauen machen auch hier ja den gleichen Job wie ihre Kollegen. Finde es aber toll, dass du auch auf die Ungerechtigkeiten eingehst, dennen die Herren ausgesetzt sind, denn da gibt es auch viele. Vor allem das mit dem Kindergärtner. Generell muss sich da einfach noch viel tun und es ist schade, dass wir heute in diesem Punkt eigentlich doch noch nicht so weit sind. Es hat zwar den Anschein als wären wir alle gleich, aber so ganz stimmt das dann halt doch nicht .Es gibt immer noch diese typischen Frauen und Männerberufe, die Gehaltsunterschiede, die Vorurteile, dass eine Frau lieber Rosa trägt und der Mann vorzugsweise Blau. Es gibt Frauen Hobbies und Männer Hobbies und und und.

    Die letzte Frau kannte ich wirklich noch nicht, finde es aber beeindruckend was sie erreicht hat und somit ist sie definitiv ein tolles Vorbild für alle, die gerne in dieser Sportart tätig waren. Sie zeigt, dass man alles erreichen kann, wenn man nur hart genug arbeitet und an sich glaubt.

  2. Oh ja, Emma Watson und Jennifer Lawrence liebe ich auch. Jennifer Lawrence hat sich vielleicht jetzt erst deutlich zum Gender Gap ausgesprochen, aber schon vorher immer sehr ehrlich gesprochen, z.B. über Körperideale. Ich finde es toll, dass sie so authentisch ist. Ellen Pages Rede bei ihrem Coming Out hat mich auch sehr berührt. Und Shailene Woodley finde ich auch sympathisch. Irgendwie interessant, dass es gerade die eher jüngeren Frauen sind, die offen gegen den Hollywood Glamour einstehen und ihre Meinung kundtun.

  3. Für mich zählt Ellen DeGeneres dazu. Ich fand es toll, als sich sich Ende der 90er sowohl im Real-Life als auch in ihrer Serie „Ellen“ geoutet hat. Leider gehört ja bis heute Mut dazu und man riskiert seine Karriere. Damals sind auch einige Leute auf die Barrikaden gegangen. Umso mehr hat es mich gefreut, als sie dann in ihrer Talkshow ihre Verlobung bekannt gegeben hat und die Leute einfach nur applaudiert haben. Die Zeiten haben sich also doch ein wenig geändert. Schön war auch ihre Ansprache, als sie die Emmy-Awards moderiert hat: „Was könnte die Taliban mehr ärgern, als eine homosexuelle Frau im Anzug in einem Raum voll mit Juden“ oder so ähnlich 😉

  4. Kia ora, Katie.
    Bei all den bemerkenswert großartigen Frauen, die ich anführen könnte (Clara Immerwahr, nur als ein Beispiel), möchte ich gern auf die Sängerin & Aktivistin Kathleen Hanna verweisen. Neben den Wiki-Eintrag finden sich weitere Details auch noch hier:

    https://www.youtube.com/watch?v=iywUvDDlXYY

    Nicht zu vergessen, die Musik-Clips mit Ihr.

    bonté

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