Frau Margarete

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Buch vs. Film

http://blogger-forum.com/index.php?page=Thread&threadID=2515In dieser Woche geht es bei der Filmparade des Blogger Forums um das Thema Buch vs. Film – also Buchverfilmungen.

Draco Malfoy mit schwarzen Haaren?
Ich lese ja sehr gerne und bin daher auch meistens der Meinung, dass Bücher in der Regel besser sind als Filme. Bücher regen einfach viel mehr die Fantasie an: Orte und Figuren entstehen im Kopf, denn obwohl Bücher meistens Beschreibungen abgeben, können wir uns doch noch unser ganz eigenes Bild machen. Ein lustiges Beispiel: Ich habe mir bei „Harry Potter“ Draco Malfoy immer mit schwarzen Haaren vorgestellt. Ich war ganz entsetzt, als er dann im Film blond war und erst beim zweiten Lesen der Reihe fiel mir auf, dass er dort tatsächlich als blond beschrieben wurde. Für den Verlauf der Handlung ist das natürlich vollkommen egal, aber ich hatte meinen Draco im Kopf und Millionen Kinder hatten ihren Draco und keiner war wie der andere. Jetzt haben wir durch die Filme alle das gleiche Bild vor Augen, wenn wir an Draco denken. 
Ich will Buchverfilmungen nicht verteufeln und sie sind sowieso nicht aus unserer Welt wegzudenken, aber ich befürchte, dass dadurch weniger Kinder zum Lesen kommen, weil es die Geschichte ja auch als Film gibt und es natürlich weniger „anstrengend“ ist, einen Film zu gucken als ein Buch zu lesen. Das finde ich schade, denn der Zauber geht irgendwie verloren.
Andererseits bringt ein Film eine Geschichte mehr Leuten näher und auch ich bin erst durch den Film auf bestimmte Geschichten aufmerksam geworden. Oft weiß man ja auch gar nicht, dass es sich um eine Literaturverfilmung handelt. 

Gute und schlechte Verfilmungen
Sehr gelungen finde ich die Verfilmung von „The Green Mile“, einfach weil sie sich sehr gut an die Romanvorlage von Stephen King hält. Das ist für mich sowieso das Nummer 1 Kriterium beim Bewerten einer Buchverfilmung: Wie nah ist der Film am Buch? In der Hinsicht fand ich auch „Der Hobbit“ bisher sehr gelungen, aber da muss man eben mal abwarten wie die anderen beiden Teile werden. Ansonsten fällt mir auch keine weitere wirklich gute Buchverfilmung ein. 

Ich gestehe, dass ich kein Fan der „Harry Potter“-Filmreihe bin. Versteht mich nicht falsch: Als Film an sich sind die toll gemacht, aber unter dem Prädikat Buchverfilmung fallen sie bei mir leider durch. Sicher ist es schwierig, eine so umfangreiche Reihe zu verfilmen, zumal jedes Buch dicker ist als sein Vorgänger. Aber für mich wurden da einfach zu viele Dinge ausgelassen, zu viel schwachsinniges hinzu gedichtet und der Zauber von Hogwarts ging für mich verloren. Das ist was ich meine: Die Phantasie, die man beim Lesen von Harry Potter brauchte, und die Hogwarts in meinem Kopf und in meinem Herz so besonders gemacht hat, ging verloren.

Als Fazit kann ich vermutlich ziehen, dass ich nicht der größte Fan von Buchverfilmungen bin, dass ich sie mir aber durchaus ansehe und auch nicht verteufel. Ich finds halt nur schade, dass dadurch viele Leute sagen (auch in meinem Bekanntenkreis): „Warum lesen? Dazu gibts doch nen Film.“ Und dass sie dadurch den Zauber des Lesens verpassen. Schade.

Wie steht ihr zu Buchverfilmungen?

7 Kommentare

  1. Oh, das ist eines der Themen über die ich mich stundenlang auslassen kann :D…

    Und ich muss dir auch zustimmen, dass einfach der größte Teil aller Buchverfilmungen wirklich nicht gut sind! Bei „Rubinrot“ ist es mir aufgefallen und „City of Bones“, den ich aber noch nicht gesehen habe, soll ja auch nicht der Megahammer sein.

    Allerdings bin ich mit der HP-Reihe nicht ganz deiner Meinung ;).
    Ich finde die Filme wirklich toll umgesetzt und klar, so manches Detail wie beispielsweise die Straßenkarten lesende Katze (Mcgonagall :D) fehlt einem als begeisterter Leser natürlich schon, aber gerade den Zauber, der dir offenbar fehlt, haben die Filmemacher meiner Meinung nach doch sehr gut rüberbringen können.

    Ich war in diesem Sommer in den Filmstudios von Harry Potter und es war einfach überwältigend, wie viel Arbeit sich die Leute gemacht haben und wie viel Herzblut in diesen Filmen steckt.
    Wirklich jede Kleinigkeit konnte man sich anschauen. Sogar die Zeitungen, die die Zauberer alle so lesen in den ganzen Teilen, wurden richtig gedruckt!
    Es war einfach herzergreifend, rührend und ganz am Ende gab es ein wirklich riiiesiges Modell von Hogwarts.
    Ich hab doch tatsächlich ein paar Tränchen vergossen ;)!

    So, um jetzt aber nicht vom Thema abzukommen :D…
    „Herr der Ringe 1-3“ sind natürlich auch super, super Filme und vor allen in der Extended Version machen sie am meisten Spaß ^^..

    Und sonst? Hmmmm…
    Oh! Stolz und Vorurteil mit Keira Knightley und Matthew McFayden finde ich wunderbar, vor allem aufgrund der Schauspieler!

    Sorry, für den Laberkommentar ;)..

    Clairchen

    Ich finde übrigens deinen Blog richtig, richtig schön gemacht, der Header ist ein Traum!

  2. Jeder der mir mit so einem Satz wie „Wozu lesen, es gibt ja den Film“ kommen würde, müsste sich einer sehr langen Standpauke unterziehen 😀 Es gibt viele Buchverfilmungen die ich gut finde, aber mir fällt wohl keine eine die wirklich besser als das Buch war. Wie du schon sagtest, es fehlt einfach zu viel!
    Am schlimmsten finde ich es, wenn Sachen jedoch umgedichtet werden. Das ist meiner Meinung nach besonders bei den Sparks-Verfilmungen der Fall.
    Die schlimmste Buchverfilmung dieses Jahres war definitiv „Die Chroniken der Unterwelt.“
    Hier wäre ich am Liebsten wütend aus dem Kino spaziert 😀

  3. Ich bin auch eine Verfechterin des Buches. Bei Herr der Ringe war es zum Beispiel so, dass ich ganz klar erst die Bücher gelesen haben wollte bevor ich die Filme sehe.
    Was du besonders zu Harry Potter betonst finde ich gut, denn du hast recht. Kein Film kann ein ganzes Buch im Detail wiedergeben, und irgendjemand entscheidet dann, was unwichtig ist. Dass sich das nicht mit unseren Prioritäten deckt, ist ja wohl klar. Außerdem war für mich die Welt aus den Büchern etwas so unwirkliches, fantastisches, das es quasi gar nicht möglich schien, das irgendwie anders wiederzugeben.
    Mir fällt noch „Beim Leben meiner Schwester“ ein, ein ganz krasses Beispiel, wo nämlich im Film das Ende komplett anders ist als im Buch. Für mich sind es zwei eigenständige Geschichten, die jede für sich gut sind, aber außer einer gemeinsamen Grundlage nichts miteinander zu tun haben.
    Schönes Wochenende dir!

  4. „Beim Leben meiner Schwester“ hat mich sehr enttäuscht, weil nicht nur das Ende so anders war. Ich fand, die ganze Motivation der jüngeren Tochter wurde anders dargestellt. Das Buch ist großartig, aber ich werde leider kein Fan mehr vom Film. 😉

  5. Zu Harry Potter: Wie ich geschrieben habe, sind die Filme an sich gut gemacht und ich möchte auch nicht behaupten, dass da keine Mühe drin steckt. Natürlich sind die Filme sehr aufwändig und detailliert gestaltet und ich würde auch gerne mal in die Filmstudios, auf jeden Fall. Aber als Buch-Fan der ersten Stunde konnten die Filme einfach nicht diesen Zauber einfangen, den ich beim Lesen gespürt habe. Aber das ist ja auch immer Geschmackssache 🙂

  6. Mein Beitrag kommt morgen auch noch online, deshalb möchte ich hier noch gar nicht all zu viel über meine Meinung verraten, außer das ich Buch und Film generell getrennt sehe, für mich sind die Verfilmungen manchmal (wenn sie gelungen sind) eine tolle Erweiterung und etwas, wo man als Fan noch einmal drauf zurück greifen kann.

    Doch zu Harry Potter muss ich lustigerweiße sagen, dass ich mir die Charaktere so vorgestellt hatte, wie sie letztendlich im Film aussahen, bis auf Fleur (die hatte ich mir hübscher vorgestellt, das sie ja so perfekt beschrieben wurde) und den jungen James hatte ich mir noch leicht anders vorgestellt, aber ansonsten wurden die Darsteller wirklich perfekt besetzt.

    Aber ich kann Menschen ehrlich gesagt auch nicht verstehen, die sagen, dass Lesen doof ist. Ich finde es wichtig, dass man liest, da dadurch die Fantasie angeregt wird, man sich weiterbildet und vorallem auch in Sprache und Schrift viel besser wird. Findet es immer wieder schade und könnte selbst auch keinen Grund nennen der gegen das Lesen spricht, außer das man sich nun mal Zeit nehmen muss. Langweilig ist es nur, wenn man das falsche Buch liest, da müsste halt jeder selbst herausfinden, was er mag und was nicht.

  7. Ich hab Gott sei Dank das Problem nicht, dass mir meine Vorstellungen von Figuren verloren gehen. Ich fand Harry Potter aber von den Kindern her immer super gecastet, nur die Herumtreiber sehen bei mir alle komplett anders aus (irgendwie attraktiver *husthust*) und Snape ist irgendwie auch hübscher ^^

    Lustigerweise habe ich die Erfahrung mit meinen Schülern gemacht, dass sie sich – nachdem wir gemeinsam Tribute von Panem gesehen hatten – die Bücher dazu gekauft bzw gegenseitig geliehen haben.

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