Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Filme

Good Will Hunting

Ich muss wohl ungefähr fünfzehn gewesen sein, als ich diesen Film zum ersten Mal gesehen habe. Damals entdeckte ich gerade das „Filmeschauen“ für mich und wünschte mir zu Weihnachten sogar noch einen Videorecorder, obwohl Videos schon vor dem Aussterben standen. Und so kam es, dass ich mir eines Abends „Good Will Hunting“ aufnahm, der spät abends auf Pro7 lief und den ich nicht gucken durfte, weil ich ja am nächsten Morgen zur Schule musste.
Und seit ich den Film damals auf der leiernden Videokassette, in meinem muffigen Teeniezimmer angesehen habe, hat er einen Platz in meinem Herzen. Hat Will Hunting einen Platz in meinem Herzen. Weil er in mir so eine tiefe Trauer, eine Verzweiflung weckte, weil ich ihn so lieb gewonnen habe, diesen störrischen Jungen. Aber warum?
 [Spoiler]
Will Hunting kommt aus ärmlichen Verhältnissen, er hat eine schlimme Kindheit hinter sich, die er nie wirklich verarbeitet hat. Es kostet viel Zeit und Überwindun, bis er erkennt, dass er keine Schuld daran hat, dass er als Kind misshandelt wurde. Und bis ihm klar wird, dass er deswegen so ist, wie er ist.
Es fällt ihm schwer, Menschen an sich heran zu lassen. Seine Freundschaft zu Chuckie und den Jungs ist echt, keine Frage. Aber sie begeben sich nie auf dünnes Eis. Ihre Themen sind die allabendlichen Kneipentouren, Mädchen, Bier und Sport, vielleicht die Arbeit. Die aufgestauten Emotionen und Aggressionen lassen sie bei Schlägereien raus, weil sie nicht wissen wohin sonst damit.
Doch als Will auf Skyler trifft, ist alles anders. Man spürt es als Zuschauer so deutlich – diese Wärme, diese Intimität zwischen den beiden. Die Liebe, die schön und zärtlich ist, solange kein Wort darüber verloren wird. Solange es nicht ernst wird. Es schmerzt mich immer wieder zu sehen, wie Will Skyler und sich selbst verletzt, wenn er sie verlässt – nur weil er nicht weiß, wohin mit seinen Gefühlen und weil er es nicht schafft, an die Beziehung zu glauben. Wie mag es in seinem Inneren aussehen, dass er das Mädchen verstößt, das er liebt, das ihn liebt?
Will möchte nicht gerettet werden und nur der gutmütige Therapeut Sean erkennt, dass er von niemandem gerettet werden muss. Will muss sich selbst retten. Und auf dem Weg dahin, rettet Will auch gleich Sean, der in seiner Trauer und Einsamkeit zu versinken droht.
Ein Film wie ein Sturm, in dem ich mich schützend vor Will stellen möchte, ihn umarmen möchte, aus Angst, dass er es nicht schaffen wird. Aber ich wachse mit ihm, ich sehe seine Entwicklung und bin stolz auf ihn. Am Ende, nach diesem Sturm aus Gefühlen und Gewalt und Tränen, bleibt die Stille. Und ein Lächeln auf den Lippen. Denn Will muss sich um ein Mädchen kümmern.

Absoluter Lieblingsfilm ♥

4 Kommentare

  1. Grüß Dich, Katie.
    Drei Filme, bei denen es mir in ähnlicher Weise emotional ergeht…
    – 'Meet Joe Black'
    – White Oleander'
    -'The Lovely Bones'
    …ja nach Story in einer anders gelagerten Gewichtung – aber voll durch.

    bonté

  2. Ich kenne den Film ehrlich gesagt gar nicht, hast mich mit deinen Beitrag aber auf jedenfall aufmerksam darauf gemacht. Super geschrieben übrigens und die Storyline oder eher der Charakter von Will hört sich sehr interessant an.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Jup Zoe und Wade hatte ich schon. Hast du das Finale der 3.Staffel schon gesehen? Für die beiden sieht es nun ja wieder sehr gut aus. Bin mir da im Moment sehr sicher, dass die beiden das Endgame sind. Denn Zoe und George hat man ja zum Glück abgehakt. Die Schauspieler dahinter fand ich natürlich bei The Oc auch immer top, wobei ich sagen muss mir hat da echt die ganze 4er Clique gefallen. Ryan, Marissa, Summer und Seth. Ich fand alle toll und ich fand auch alle Schauspieler davon super. Freue mich auch immer, wenn was neues mit einem von ihnen raus kommt und will das alles dann auch unbedingt sehen. Besonders süß fand ich ja das Adam Brody und Rachel Bilson ja auch im echten Leben ein Paar waren, die waren echt sehr putzig zusammen.

    Ich glaube man hat der Darstellerin von Taylor da auch nicht gut getan mit, denn diese Schuhe konnte sie einfach nicht füllen, egal wie gut sie ihren Job auch gemacht hat. Marissa war so ein wichtiger Teil der Serie, sowas funktioniert dann einfach nicht. Man hätte sie vielleicht nicht mit Ryan zusammen kommen lassen und ihr irgendeinen eigene Storyline geben sollen.

  3. Ich habe mir auch schon gedacht, dass Staffel 4 die letzte wird, da die Quoten ja immer sehr wackelig sind und es jedes Jahr aufs neue eine kleine Überraschung ist wenn die Show eine weitere Staffel erhält. Finde das aber trotzdem sehr schade, weil ich sie einfach sehr lustig und leicht finde und man da so schön abschalten kann. Eine typische Mädels Serie eben, wo man nicht viel nachdenken muss und auch mal mitkommt, wenn man vielleicht nicht alle Folgen gesehen hat. Für mich steht es außer Frage das die Beiden sich am Ende finden. Wäre sonst irgendwie auch komisch. Von Joel war ich am Anfang ja auch genervt, aber irgendwann hat er sich in mein Herz geschlichen.

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