Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Bücher

Frau Margaretes Lesestunde

Beiträge aus der Kategorie „Bücher“ sind hier auf dem Blog leider – aus einem mir unbekannten Grund – nicht sehr beliebt. Das heißt: sie werden im Schnitt deutlich weniger kommentiert als andere, vor allem wenn es sich um klassische Buchbesprechungen handelt. Das ist natürlich schade, aber ganz vernachlässigen möchte ich die Bücher auf meinem Blog nicht. Schließlich war einer meiner guten Vorsätze für 2017, wieder mehr zu lesen. Und das möchte ich auch hier im Blog festhalten. Deswegen gibt es ab sofort hin und wieder Frau Margaretes Lesestunde. Hier stelle ich Euch kurz und knapp die Bücher vor, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

John Green – Eine wie Alaska

(OT: Looking for Alaska, 2005 | Hanser Literaturverlage)

Spätestens seit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ kennt wohl so ziemlich jeder Buchfan John Greens Namen. Ich habe mich nun auch seinem Debütroman gewidmet, das vom 16-jährigen Miles Halter handelt, der auf ein Internat wechselt und dort ganz neue Erfahrungen sammelt. Er findet Freunde und er findet Alaska – ein Mädchen aus seiner Klasse, in das er sich verliebt. Es ist nicht immer einfach mit Alaska, denn sie ist temperamentvoll und wankelmütig. Auch als Leserin hatte ich hin und wieder meine Schwierigkeiten mit Alaska, doch die Faszination, die für Miles von ihr ausgeht, konnte ich gut nachvollziehen. Insgesamt ein sehr gutes Jugendbuch, das mich auch auf weitere Werke von John Green neugierig macht, zum Beispiel „Margos Spuren“. Hat das jemand von euch schon gelesen? 🙂

Truman Capote – Frühstück bei Tiffany

(OT: Breakfast at Tiffany’s, 1958 |  Goldmann Verlag u.a.)

Endlich mal wieder Zeit für einen Klassiker! Und was für einer. Truman Capote hat mit seinem Werk und vor allem mit seiner Figur der Holly Golightly genau meinen Geschmack getroffen und – ich kann es nicht anders sagen – mich bestens unterhalten. Die Handlung dieses Kurzromans ist wirklich nicht komplex, im Prinzip geht es nur um Holly, deren Leben und Wesen aus Sicht ihres Nachbarn beschrieben wird. Holly ist exzentrisch, charmant und herrlich unverschämt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel differenzierter das Frauenbild in einigen Klassikern in Film und Buch (natürlich nicht in allen) ist, im Gegensatz zur heutigen Medienlandschaft. Eine Figur wie Holly Golighty fehlt mir heutzutage. Demnächst möchte ich unbedingt den Film dazu sehen. Kennt ihr den Film vielleicht schon?

Marie Graßhoff – Kernstaub: Über den Staub an Schmetterlingsflügeln

(2014 / 2016 | Drachenmond Verlag)

Wenn ich mich recht erinnere, dann habe ich im Mai 2016 damit angefangen, Kernstaub zu lesen. Ja, ich habe mehrere Monate gebraucht, um diesen Epos zu beenden, aber ich möchte betonen, dass das nicht am Buch lag. Es lag lediglich an mir, meiner Lesegeschwindigkeit und meiner generellen Leseflaute im letzten Jahr. Aber nun habe ich es endlich beendet – Applaus bitte 😀 Wie ich zuvor immer wieder betont habe, hat Marie Graßhoff mit Kernstaub ein faszinierendes Universum geschaffen, eine packende Dystopie mit lebhaften Charakteren. Die Geschichte nimmt sich Zeit, ihre Figuren und Ideen zu entwickeln. Am Ende nimmt sie dann plötzlich sehr schnell Fahrt auf und das ist auch der einzige, winzige Kritikpunkt, den ich habe: mir ging es dann alles irgendwie zu schnell. Aber ganz am Ende beruhigte sich alles wieder und ich wurde positiv gestimmt und sehr neugierig gemacht auf Teil 2 – Weltasche. Davon werde ich euch dann vielleicht 2018 berichten 😀 Habt ihr Kernstaub oder Weltasche gelesen und verfolgt ihr Maries Aktivitäten auch so gerne über Facebook & Co? 🙂


Welche Bücher habt ihr in diesem Jahr schon gelesen? Habt ihr vielleicht Empfehlungen für mich?

 

11 Kommentare

  1. Frühstück bei Tiffany will ich auch gerne noch lesen, darauf hast du mich echt neugierig gemacht 🙂
    Eine wie Alaska war ja leider gar nicht so mein Ding und obwohl ich Das Schicksal ist ein mieser Verräter sehr mochte, weiß ich noch nicht, ob ich zu weiteren John Green Büchern greifen werde 🙁
    Lesetechnisch war ich diesen Monat echt nur mit ganz leichter Kost unterwegs, am besten hat mir davon „Leo loves Aries“ gefallen. Die beiden Hauptcharaktere waren einfach witzig und so süß zusammen.

  2. Sali, Katie.
    Vielleicht weil sich die Kunstform „Film“ weniger zeitaufwändig goutieren läßt, hat es Literatur ein wenig schwerer in der Rezeption. Oder wie zu Buchbesprechungen in der Schule gern kolportiert wird: „Gut, ich schau mir den Film an!“. 😎

    John Green hat eine ausgesprochen gute Hand dafür Denken, Fühlen & Handeln seiner Figuren eingehend zu beleuchten – ohne dabei in Schmalz oder sozialogische Studie zu treten. Gute Stories, gut erzählt.

    Ich denke „Frühstück Bei Tiffany“ ist einer der wenigen Titel, zu denen ich reichlich an Rezensionen gehört oder gelesen habe, ohne das Werk selbst je in Augenschein genommen zu haben. Strange indeed!

    An der Zahl Lesetips könnte ich Dir anempfehlen. Zunächst „Winterdreieck“ von Julia Deck…und die Wiederauflage von Irmgard Keuns „Das Mädchen Mit Dem Die Kinder Nicht Verkehren Durften“. Sichten & Einblicke in eine bald 100 Jahre vergangene Welt (Keun) & die Moderne (Deck).

    Um durch die Hintertür den Film nochmals einzuschmuggeln…mein derzeitiger Tip für den Gang ins Kino bleibt ‚Manchester By The Sea‘ .

    Aus dem Programm des Sundance-Festival könnten Dir vielleicht die folgenden Titel gefallen:
    ‚The Big Sick‘ , ‚Get Out‘ oder ‚Mudbound‘.

    bonté

    1. Stimmt, an John Green mag ich auch, dass er ohne Kitsch und Schmalz auskommt. Ich finde, das passt auch sehr gut zu seinem Genre Jugendroman, zumindest für meinen Geschmack.

      Und Danke, „Manchster by the Sea“ habe ich gestern gesehen und wird demnächst dann auch hier thematisiert 🙂 Die anderen Tipps, sowohl Film als auch Buch, werde ich mir ansehen. „Mudbound“ steht definitiv schon auf der Liste.

  3. Interessant, dass bei dir die Bücher-Posts so unbeliebt sind – bei mir sind es meist die über Filme. Das interessiert bei mir irgendwie kein Schwein 😀 Ich bin aber froh, dass du trotzdem etwas über deine Lektüren erzählen willst, ich finde das nämlich auf jeden Fall sehr interessant 😉

    Schön, dass dir „Eine wie Alaska“ gefallen hat – auch wenn Alaska eine schwierige Persönlichkeit ist, da stimme ich dir zu. Ich mochte das Buch aber auch sehr, während ich „Margos Spuren“ und auch „Die erste Liebe“ entsetzlich langweilig fand. Ich weiß nicht, ich mag von John Green irgendwie nur manches 😀

    Dass ich „Weltasche“ hier stehen habe, erwähnte ich ja glaube ich schon mal. Du hast mir auch grade wieder richtig Lust gemacht – vor allem, weil Marie ja wohl auch bald den Trailer veröffentlichen will. Aber es ist so DICK! Momentan habe ich leider selten Lust auf so viele Seiten. Ich hoffe, ich kann mich trotzdem bald dazu durchringen 😉

    Von „Frühstück bei Tiffany“ habe ich vor einigen Jahren den Film gesehen, wirklich erinnern kann ich mich leider nicht mehr. Ich fand ihn auf jeden Fall gut. Da er ja immer viel gelobt wird, kann ich mir gut vorstellen, dass er dir so gut gefällt wie das Buch 😉

    Ich freue mich auf deine nächste Lesestunde!

    1. Salut, Sonne.
      Darf ich dezent unauffällig einfügen, dass ich mich bezüglich Filme gern einbringe!?
      Gut…wenn ich nach halbjähriger Pause mich mal wieder auf Deinem Blog blicken lasse… 😁

      bonté

    2. Ich glaube, das liegt daran, mit welchen Ansprüchen die Leser auf den Blog kommen. Ich vermute, dass meine Leser eher über Filme & Serien lesen wollen und deine eher über Bücher. Aber, naja, über die Resonanz zu DIESEM Post hier muss ich mich nicht beschweren, man muss also nur mal ein bisschen rumweinen 😀

      Ja, Weltasche ist auch wirklich wieder dick, deswegen werde ich es wohl auch nicht direkt anfangen, sondern erst mal ein paar dünnere Bücher lesen. Aber irgendwan.. 😉

  4. Ich habe gerade „Here I am“ von Jonathan Safran Foer beendet, war aber nicht so richtig begeistert. Was sehr schade ist, da „Everything is illuminated“ eines meiner Lieblingsbücher ist.
    „Breakfast at Tiffany’s“ hab ich auch mal gelesen und fand es ganz gut. Aber soweit ich weiß hat Capote den Film gehasst. Hast du „Capote“, den Film mit Philipp Seymour Hoffman gesehen? Den fand ich auch ziemlich gut.

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