Für die Leere nach dem Super Bowl: 7 Filme über American Football

Eingefleischte Fans des American Footballs wissen es längst und sicher haben es auch diejenigen mittlerweile mitbekommen, die sich sonst nicht für diese Sportart interessieren: Nächste Woche, am 7. Februar 2016, findet der Super Bowl 50 statt. Das ist nicht nur das größte Sportereignis der Welt, das jährlich Millionen Menschen vor die Fernseher lockt, nein, das ist bedauerlicherweise auch gleichzeitig das Ende der Football Saison in der NFL. Dann heißt es nämlich wieder warten bis September, bis die neue Saison losgeht und wir uns auf neue, wöchentliche Spiele freuen können.

Die Frage ist also: Was soll man demnächst tun, wenn man keine Football-Spiele mehr gucken kann? (Zumindest keine der NFL). Mein Vorschlag wäre: Schaut doch ein paar Filme über Football. Ich habe schon mal ein paar geguckt und gebe Euch hier ein paar Eindrücke. Über eure Anregungen bin ich sehr dankbar, verratet mir, welche Football-Filme ihr gerne mögt.

Spiel ohne Regeln (2005, OT: The Longest Yard) ★★

mit Adam Sandler, Chris Rock, William Fichtner, Burt Reynolds, Michael Irvin, Nelly, Terry Crews uvm.

In diesem Film spielt Adam Sandler den früheren Quarterback Paul Crewes, der beschuldigt wird, ein Spiel manipuliert zu haben. Nach dem Aus seiner Football-Karriere lässt Crewes sich gehen, bis er schließlich betrunken in sein Auto stiegt und nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei im Gefängnis landet. Hier kommt er schließlich wieder mit Football in Berührung.

Einer der besseren Adam Sandler-Filme, aber halt immer noch ein Adam Sandler-Film. Das ist einfach nicht meine Art von Humor und dementsprechend konnte ich dem Film auch nicht viel abgewinnen. Allerdings weiß ich, dass er sehr vielen Leuten gefällt und bei einigen Menschen gut ankommt, deswegen empfehle ich euch hier diese Komödie 🙂

An jedem verdammten Sonntag (1999, OT: Any given Sunday) ★★½

mit Al Pacino, Cameron Diaz, Jamie Foxx, Dennis Quaid, James Woods uvm.


Etwas verwirrender und anstrengend gefilmter Streifen über American Football. Wir begleiten Spieler, Trainer und Besitzer durch den Film und sollen das Team im Wandel erleben. Zwar sehen wir, wie sich die einzelnen Figuren weiterentwickeln, ein wirkliches „Team“ konnte ich hier aber nicht wahrnehmen. Kamera und Schnitt waren, meiner Meinung nach, für den Film unpassend und störend. Auch der Ton trug nicht zum Sehvergnügen bei. Bezogen auf die Besetzung ist der Film sehr gut, die Geschichte und wie sie erzählt wird, bleibt jedoch mittelmäßig. Nichtsdestotrotz, in Bezug auf die Übertragung von ‚ran‘ hierzulande, ist dieser Film natürlich Pflicht, da sie sich den Slogan „Jeden verdammten Sonntag“ zum Motto gemacht haben.

Jerry Maguire – Spiel des Lebens (1996, OT: Jerry Maguire) ★★★

mit Tom Cruise, Renée Zellweger, Cuba Gooding Jr, Jonathan Lipnicki uvm.

In diesem Film geht es gar nicht so sehr um Football, sondern um Geschichten hinten den Kulissen, wobei auch die Liebesgeschichte einen großen Raumen einnimmt. Tom Cruise spielt den Sportagenten Jerry Maguire, der in diesem knallharten Business einen neuen Ansatz und somit auch einen neuen Anfang wagt. Sein wichtigster Klient ist ein komplizierter Footballspieler.
Wir begleiten hier vielmehr Jerry Maguires persönliche Wandlung, Football ist Nebensache. Trotzdem ist der Film, vor allem dank Tom Cruises schauspielerischer Leistung, sehenswert.

Draft Day (2014) ★★★

mit Kevin Costner, Jennifer Garner, Chadwick Boseman, Denis Leary, Tom Welling, uvm.

Mal ein Sportfilm der etwas anderen Art. „Draft Day“ stellt nicht den Football als Spiel in den Vordergrund, sondern das, was hinter den Kulissen und vor der Saison passiert.
Am Draft Day werden jährlich die vielversprechendsten College-Spieler in die NFL geholt. Hierbei hat eigentlich jedes NFL Team eine bestimmte Anzahl an sogenannten Picks und es gibt eine festgelegte Reihenfolge – eigentlich! Denn tatsächlich laufen da viele Deals ab, um das eigene Team an bessere Positionen zu bringen, um gewünschte Spieler zu ergattern. Das geschiet vor und während dem Draft.
Der Film mit Kevin Costner verdeutlicht dieses harte Geschäft und den Druck der Akteure sehr gut und wird gerade zum Ende ziemlich spannend. Die Nebengeschichten hätte man meiner Meinung nach weglassen können, auch wenn ich Jennifer Garners Rolle gut fand.
Insgesamt für Fans des American Footballs durchaus sehenswert – ich denke man sollte ein wenig Grundwissen zur Sportart mitbringen, sonst könnte es zu verwirrend werden


Sie waren Helden (2006, OT: We are Marshall) ★★★½

mit Matthew McConaughey, Matthew Fox, David Strathairn, Anthony Mackie, Kate Mara uvm.

Dieser Film erzählt die wahre und bewegende Geschichte des College-Footballteams der Marshall University. Dort kamen 1970 bei einem Flugzeugabsturz 37 Spieler, 8 Trainer sowie 25 Förderer und Fans des Vereins ums Leben. Durch diesen Unfall verloren 70 Kinder einen Elternteil. Der Film verdeutlicht sehr gut, welche Auswirkungen das Unglück auf die Stadt und das College hat. Wir erleben den Zwiespalt, den alle Beteiligten verspüren, wenn es um die Frage geht, ob und wann das Football-Team wieder aufgebaut werden soll. Wir erleben Trauer, Hoffnung, Kampf und sehr viel Unterstützung.
Mit Matthew McConaughey sehen wir einen sehr begabten Schauspieler in der Hauptrolle – in diesem Film wirkt er beinahe etwas zu engagiert. Doch auch der übrige Cast passt, und insgesamt finden wir hier einen sehenswerten und emotionalen Film über ein wahres, ein tragisches Ereignis.

Gegen jede Regel (2000, OT: Remember the Titans) ★★★½

mit Denzel Washington, Will Patton, Wood Harris, Ryan Hurst, Donald Faison, Hayden Panettiere uvm.

Dieser Sportfilm rückt nicht, oder zumindest nicht nur, den Sport in den Vordergrund. Der Film basiert auf wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte einer Schule und einer Football-Mannschaft Anfang der 70er Jahre in Virginia/USA.
Hier wurde gerade erst die Rassentrennung aufgehoben und der Beschluss gefasst, die T.C. Williams-Schule für weiße und schwarze Kinder zu öffnen. So kommt es, dass der schwarze Coach Boone die Verantwortung für das Football-Team übernimmt. Auch zwischen den weißen und schwarzen Jugendlichen gibt es zunächst Vorurteile, Abneigung und Gewalt. Doch Coach Boone ist bemüht, den Teamgeist in den Jungs zu wecken. Zu diesen inneren Unruhen im Team kommen aber auch die dauernden Anfeindungen und der Rassismus von außen, von Eltern, Nachbarn und anderen Coaches.
„Remember the Titans“ (dt: Gegen jede Regel) ist daher nicht nur ein Film über Football, sondern ein Dokument darüber, was passieren kann, wenn man den Rassismus überwindet und was es heißt, ein Team und letztlich eine Familie zu bilden.
Ein toller Film, zuweilen unterhaltsam, zum Teil schwer zu ertragen, der aber eine wichtige Botschaft vermittelt, die auch heutzutage nicht in Vergessenheit geraten darf.

The Blind Side – Die große Chance (2009, OT: The Blind Side) ★★★½

mit Sandra Bullock, Quinton Aaron, Tim McGraw, Jae Head, Lily Collins, Ray McKinnon, Kathy Bates uvm.

„The Blind Side“ erzählt die reale Geschichte von Michael „Big Mike“ Oher, der aus armen Verhältnissen stammt und als Teenager von Adoptiveltern aufgenommen wurde. Hierdurch wurde ihm eine gute Ausbildung und eine große Karriere im American Football ermöglicht.

Für die Rolle als Adoptivmutter erhielt Sandra Bullock einen Oscar. Und in der Tat ist sie mir in diesem Film tatsächlich irgendwie ans Herz gewachsen – und das sage ich, obwohl ich Bullock aus unerfindlichen Gründen nicht sonderlich mag.
Auch die anderen Darsteller machen ihre Sache gut. Quinton Aaron ist als „Big Mike“ sehr liebenswert, ebenso wie Jae Head als S.J.
Die Story, so real sie auch sein mag, ist dennoch relativ klassisch und klischeebehaftet. Es gibt ein paar wenige Momente, in denen klar wird, wie schwierig die Situation für die Familie ist, zum Beispiel als sich Leigh Anne (Sandra Bullock) den rassistischen Vorurteilen ihrer Freundinnen ausgesetzt sieht. Insgesamt hätte ich mir von diesen Momenten ein paar mehr erhofft, dafür etwas weniger Bilderbuch-Optimismus.
Dennoch, The Blind Side ist sicher sehenswert, denn er ist spannend erzählt und auf gewisse Weise rührend. Er hätte sich ein wenig mehr trauen dürfen, verdient aber auch so, wie er ist, eine gute Wertung.

Nächste Woche könnt ihr Michael Oher bei den Carolina Panthers im Super Bowl sehen!

Diese und weitere Filme, die sich mit dem Thema Football beschäftigen, bei Amazon:

* Amazon Affiliate Links: Wenn Du über einen dieser Links ein Produkt bei Amazon kaufst, erhalte ich dafür eine Provision. Für Dich wird das Produkt dadurch nicht teurer und es entstehen Dir keine Nachteile. Wenn Du das nicht möchtest, besuche Amazon über den herkömmlichen Link.


Welche Football-Filme oder -Serien könnt ihr mir noch empfehlen?

Beitragsbild via pixabay, CC0 Public Domain

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.