Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Bücher

[Gelesen] Lauren Oliver – Pandemonium

Lauren Oliver Pandemonium Carlsen Verlag1Bereits vor fast zwei Jahren (!!!) kaufte ich mir „Pandemonium“ von Lauren Oliver, allerdings kam ich erst jetzt dazu, dieses Buch auch zu lesen. Was für ein Fehler – diesen Jugendroman hätte ich schon viel früher lesen sollen!

Pandemonium ist der zweite Band der Amor-Trilogie. Vom ersten Teil, Delirium, war ich damals total begeistert – und „damals“ ist in diesem Zusammenhang wirklich das richtige Wort, denn es ist beinahe 3 Jahre her, dass ich den ersten Teil gelesen hab. Und trotzdem ist mir Delirium so gut in Erinnerung geblieben, dass ich überhaupt keine Probleme hatte, mich im zweiten Band zurecht zu finden – ich konnte alle Figuren einordnen und war sofort Teil der Geschichte…

Meine Rezension enthält Spoiler zum ersten Band!

Lauren Oliver Pandemonium Carlsen Verlag„Die angepasste Lena von früher gibt es nicht mehr. Das Mädchen, das glaubte, was man ihm sagte, und sich gegen die Liebe heilen lassen wollte. Dieses alte Ich hat Lena zurückgelassen auf der anderen Seite des Zauns, über den sie mit Alex geflohen ist. Hier, in der Wildnis, schließt sie sich dem Widerstand an. Ein Auftrag führt sie erneut in die Stadt. Und tief in ihrem Innern gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass Alex doch noch am Leben ist. Sie muss ihn finden. Denn in ihrem Herzen lodert immer noch die Liebe.“ (Quelle: www.carlsen.de)

 

Titel: Pandemonium
Autorin: Lauren Oliver
Übersetzung: Katharina Diestelmeier
Seiten: 352 (Hardcover)
ISBN: 978-3-551-58284-3
Verlag: Carlsen

Pandemonium ist der 2.Teil der Amor-Trilogie.

Weitere Bände der Reihe:
Band 1: Delirium
Band 3: Requiem

Außerdem bietet der Verlag weitere kurze Porträts zu den Nebenfiguren Annabel, Hana und Raven.

Den mittleren Teilen von Trilogien wird häufig nachgesagt, dass sie die schwächsten Teile sind, weil sie weder einen spannenden Auftakt noch das fulminante Finale beinhalten – doch Pandemonium zeigt, dass dies nicht immer der Fall sein muss. Lauren Oliver überzeugt durch einen tollen Schreibstil und eine starke Hauptfigur, ie durch interessante Nebencharaktere ergänzt wird. Das Setting des Buches ist spannend und wirft viele Fragen auf, die sich auch auf unsere heutige Welt übertragen lassen. Und letzten Endes schließt Pandemonium mit einem Cliffhanger – an Band 3 führt also kein Weg vorbei. Aber das macht gar nichts, denn ich bin sicher, dass auch „Requiem“ es wert ist, gelesen zu werden.


 

„Das ist die Kehrseite der Freiheit: Wenn man ganz frei ist, ist man auch ganz allein.“

Pandemonium knüpft genau dort an, wo Delirium damals endete. Lena ist über den Zaun aus der Stadt geflohen und hat ihren Freund, ihren geliebten Alex dabei verloren. Nun irrt sie alleine durch die Wildnis, verletzt, entkräftet, verwirrt. Doch sie hat Glück und wird gefunden. Eine Gruppe von Widerständlern nimmt sie auf, angeführt von der toughen Raven. Nur langsam kommt Lena wieder zu Kräften und der Verlust von Alex beschäftigt sie ohne Unterlass.

Lenas Charakter ist toll ausgearbeitet. Die Geschichte wird ausschließlich aus ihrer Sicht erzählt, aus der Ich-Perspektive, was es mir als Leserin leicht machte, mich in Lena einzufühlen. Dabei hat mir besonders gut gefallen, dass Lena ganz und gar nicht perfekt ist. Nachdem sie aus ihrer geregelten, gewohnten, sterilen Umwelt ausgebrochen ist, fällt ihr das Leben in der Wildnis zunächst schwer. Sie hat mit dem Verlust von Alex zu kämpfen, kann sich nur mühsam in die neue Gemeinschaft integrieren und wächst erst an ihren Aufgaben.

Starke Nebencharaktere

Außerdem begegnen uns hier verschiedene Nebenfiguren. Besonders Raven und Julian stechen hierbei hervor. Raven ist eine Art Anführerin der Gruppe in der Wildnis, sie engagiert sich für den Widerstand und wirkt hart und emotionslos. Sie treibt Lena an ihre physischen und psychischen Grenzen und lange Zeit blieb sie mir als Leserin eher unsympathisch. Dennoch gelingt es der Autorin, ein gewisses Verständnis für Raven entwickeln zu lassen und je weiter die Geschichte fortschreitet, desto facettenreicher und damit menschlicher wird Raven.

Julian ist Mitglied der VDFA – Vereinigung für ein deliriumfreies Amerika und wartet auf seinen Eingriff. Er ist ein Symbol der Deliria-Gegner, der Gegner der Liebe, und auch wenn er durch den Eingriff sein Leben riskiert, will er ihn durchziehen. Auch mit Julian ist Lauren Oliver eine tolle Nebenfigur gelungen, die wir im Laufe des Buches näher kennenlernen und der sich sehr stark weiterentwickelt. Im Grunde ist seine Geschichte sehr vorhersehbar, aber sie hat mir dennoch gut gefallen, wenn er mir auch nicht so richtig sympathisch wurde. Er wirkte auf mich bis zum Schluss etwas „aufgesetzt“.

„Jetzt weiß ich nicht mehr, was los ist“, flüstert Julian. „Ich verstehe gar nichts mehr. Ich weiß nicht, was als Nächstes passieren wird.“

„Das musst du auch nicht wissen“, sage ich, und es stimmt: Die Tunnel mögen lang sein und gewunden und dunkel; aber man muss einfach hindurchgehen.

Interessante Problemstellungen & toller Schreibstil

Interessant ist besonders, dass die Geschichte auf zwei zeitlichen Ebenen erzählt wird. Lauren Oliver springt stets zwischen Szenen im „damals“ und im „jetzt“. Hierdurch werden die Motive und Entwicklungen der Figuren besonders deutlich und verschiedene Ereignisse können geschickt miteinander verwoben und erklärt werden. Dabei stellt sich das Buch einem interessanten Problem: aktiver Protest gegen Obrigkeiten, zwei Seiten mit unterschiedlichsten Wertvorstellungen und einigen Grauzonen in der Mitte. Die Autorin schafft es sehr schön, die Kontraste, aber eben auch die Gemeinsamkeiten der verfeindeten Fronten in dieser Dystopie herauszuarbeiten und zeigt gleichzeitig verschiedene Facetten von totalitären Regimen, von Ideologien, Rassismus aber auch von Widerstand und Zusammenhalt.

Wieder überzeugt Lauren Oliver durch ihren malerischen Schreibstil, der einen schnell an das Buch fesselt und nicht mehr loslässt. Pandemonium ist von Anfang bis Ende spannend, zieht vor allem ab der Mitte richtig an und fällt danach nicht mehr merklich ab. Ich konnte mich jederzeit sehr gut in Lena hineinfühlen, habe mit ihr gezittert und gekämpft.

Fazit

Den mittleren Teilen von Trilogien wird häufig nachgesagt, dass sie die schwächsten Teile sind, weil sie weder einen spannenden Auftakt noch das fulminante Finale beinhalten – doch Pandemonium zeigt, dass dies nicht immer der Fall sein muss. Lauren Oliver überzeugt durch einen tollen Schreibstil und eine starke Hauptfigur, ie durch interessante Nebencharaktere ergänzt wird. Das Setting des Buches ist spannend und wirft viele Fragen auf, die sich auch auf unsere heutige Welt übertragen lassen. Und letzten Endes schließt Pandemonium mit einem Cliffhanger – an Band 3 führt also kein Weg vorbei. Aber das macht gar nichts, denn ich bin sicher, dass auch „Requiem“ es wert ist, gelesen zu werden.

3 Kommentare

  1. Ich habe dieses Buch gelesen, bevor ich mit dem Bloggen angefangen habe. Deswegen gibt es auch keine schöne Rezension von mir…:-( Komisch ist, dass ich auch zuerst Pandemonium gekauft habe und es ewig im Regal hab stehen lassen….dann war es aber mit einem Haps weg…

  2. Die Trilogie war eins meiner Highlights im letzten Jahr! Überlege auch schon sie nochmal zu Re-Readen, hab das Gefühl schon so viel wieder vergessen zu haben…
    Teil 3 hat mir besonders gefallen, weil dort die Geschehnisse aus Lenas und Hannahs Sicht beschrieben werden – Lies ihn sehr bald! ;D

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: