Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Bücher

[Gelesen] Sarah N. Harvey – Arthur oder Wie ich lernte den T-Bird zu fahren

Royce ist siebzehn und hat neuerdings eine Aufgabe: Gegen Cash soll er sich um seinen uralten Großvater Arthur kümmern, der alle um sich herum in den Wahnsinn treibt. Keine leichte Herausforderung, meint auch seine Mutter Nina. Aber aus der reinen Geschäftsbeziehung wird bald mehr, und Royce und der exzentrische Arthur kommen einander Schritt für Schritt näher.

Meine Meinung
Dieses Taschenbuch habe ich bei vorablesen gewonnen, nachdem mir bereits die Leseprobe recht gut gefallen hatte. Der erste Eindruck hat nicht getäuscht: Das Buch ist unterhaltsam, rührend und kurzweilig.
Die Hauptfigur der Geschichte ist der Jugendliche Royce, der gerade erst mit seiner Mutter ans andere Ende des Landes gezogen ist, um in der Nähe des Großvaters zu sein. Darauf hat Royce erst mal gar keine Lust: Er kennt hier niemanden, findet sich schwer zurecht, ist motivationslos und seinen griesgrämigen Opa kann er schon mal gar nicht leiden. Das Buch wird aus der Ich-Perspektive erzählt und trifft genau den Ton, den ich mir für einen Heranwachsenden wünsche. Sehr umgangssprachlich, mit viel Ironie, aber nie zu aufgesetzt oder übertrieben. Ich konnte mich schnell mit Royce identifizieren oder zumindest anfreunden, denn neben seinen Teenagersorgen und seinen Zickereien hat er vor allem das Herz am rechten Fleck.
Den Kontrast zu Royce bietet dessen Großvater Arthur. Dieser ist vom Alter gezeichnet, frustiert, griesgrämig und meistens ziemlich unausstehlich. Trotzdem wächst auch Arthur dem Leser ans Herz, durch seine skurrile Art und die Geschichten, die er zu erzählen hat. Sicherlich ist Arthurs Charakter etwas überzeichnet, aber nichts desto trotz ans wahre Leben angelehnt und durchaus glaubwürdig.
Die Geschichte an sich entwickelt sich dann relativ vorhersehbar, bietet aber eine kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch. Im Buch werden Themen behandelt wie Alter, Krankheit, Familie und Liebe, immer mit viel Witz, aber ohne sich über die Ernsthaftigkeit diverser Themen lustig zu machen. Gerade am Ende wird das Buch dann recht emotional, ohne jedoch kitschig zu werden und ohne seinen leichten Erzählstil und seinen Charme zu verlieren.
Insgesamt kann ich das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, denn es ist (für mich) mal ein anderes Thema, das durch zwei schön gezeichnete Hauptcharaktere getragen wird und sich nicht in Längen oder Kitsch verliert. Der jugendliche Erzählstil hilft über die schwierigen Themen hinweg, ohne diese lächerlich zu machen. Mit rund 230 Seiten ist das Buch recht dünn und somit gut als Zwischendurch-Herbst-Lektüre geeignet. 

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