Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Filme

[Filmtipp] Goon

Doug Glatt, ein Türsteher in einer Bar in Massachusetts, fühlt sich ausgegrenzt von seiner stereotypen jüdischen Familie. Sein Vater und sein Bruder sind Ärzte und die Eltern erwarten, dass er dieser Familientradition folgt. Doch Doug ist anders. Er ist Eishockeyfan und während einem Spiel der Minor League, das er mit seinem Kumpel Pat besucht, kommt es zum Eklat. Doug gerät in eine Schlägerei mit einem Hockeyspieler – bis dieser zu Boden geht. Wenig später erhält Doug einen Anruf von einem Trainer. Der will Doug in seinem Team haben – als Enforcer („Vollstrecker“) soll er unliebsame Gegner vom Eis befördern.
Meine Meinung
Goon ist eine Komödie aus dem Jahr 2011, in den Hauptrollen Sean William Scott, Liev Schreiber, Marc Grondin und Alison Pill. Im Deutschen trägt der Film den Untertitel „Kein Film für Pussies“ und das trifft es ziemlich gut. Für zartbesaitete ist dieser Film nicht geeignet, denn es geht auf dem Hockeyfeld sehr blutig, brutal und schonungslos zur Sache. Doug Glatts einzige Aufgabe auf dem Feld besteht darin, andere zu vermöbeln, möglichst so, dass sie nicht mehr spielen können. Daher würde ich den Film auch nicht uneingeschränkt als Komödie einstufen, sondern als actionlastige Komödie mit Hang zum Drama.
In Goon treffen wir auf einen anderen, neuen Sean William Scott. Die meisten werden ihn als perversen und aufgedrehten Stifler aus American Pie kennen. Die meisten anderen seiner Rollen sind ähnlich gestrickt. Doch erstaunlicherweise spielt Sean William Scott in diesem Film eher die leisen Töne. Er verkörpert die Rolle des Doug Glatt so einfühlsam und authentisch, das ich mich frage, ob hier wirklich „Stifler“ zu sehen ist. Scotts Leistung hat mich sehr überzeugt, gleichzeitig berührt und somit vor allem überrascht.
Generell wird der Film durch großartige Schauspieler getragen. Alison Pill als Eva ist unglaublich süß anzusehen, und als Jay Baruchel alias Pat auftrat, war mein Abend gerettet. Ich mag ihn sehr, wenngleiche seine Rolle für den Humor sorgt, der unter die Gürtellinie schlägt. Überzeugend fand ich auch Marc Grondinals Xavier LaFlamme, abgebrannter Eishockeyprofi, der dem Druck nicht mehr gewachsen ist und erst zu neuer Form zurück finden muss. Insgesamt bietet der Film einen tollen Cast, der es schafft die etwas durchsichtige Handlung zu tragen.
Die Handlung, die wie gesagt sowohl von actionreichen, komödiantischen und dramatischen Aspekten durchzogen ist, ist meistens vorhersehbar, aber deswegen nicht schlecht. Gerade der Mix der verschiedenen Elemente hat mich gefreut und dafür gesorgt, dass die 90 Minuten nicht langweilig wurden. Hinzu kommt, dass der Film auf einer wahren Begebenheit beruht, nämlich auf den Erlebnissen des ehemaligen Eishockeyspielers Doug Smith. Im Abschnitt sind einige Originalaufnahmen seiner Spiele zu sehen.
Fazit: Ein Film, der auf vielen Ebenen zu überzeugen weiß. In der Hauptrolle ein vollkommen veränderter Sean William Scott, der auch die leisen und unsicheren Töne trifft – und die Köpfe seiner Gegner. Unterstützt wird er von weiteren tollen Darstellern und der flotten Handlung, die zwar vorhersehbar, aber unterhaltsam ist. Ich vergebe 7 Oscars.

5 Kommentare

  1. Der Film klingt wirklich gut 🙂 Und Sean William Scott mag ich eh, also muss ich mir den eigentlich mal anschauen ^^ Zumal ich auch gerne mal wissen würde wie er so spielen kann wenn er nicht Stiffler ist 😀

  2. Von dem Film habe ich bisher auch noch nichts gehört. Hört sich aber gut an 🙂 Irgendwie stehe ich momentan wohl irgendwie auf blutig und brutal^^

    Lief der hier im Kino?

  3. @Kiri: Mir gefällt er deutlich besser, wenn er nicht Stifler ist 😉

    @Juju: Keine Ahnung ob der im Kino lief, ich hab den letztens auf DVD gesehen 😉

  4. Dein Social Experiment finde ich richtig klasse und meiner Meinung nach, sollten so manche „Suchtis“ sich das auch mal zu Gemüte führen. Dann sehen sie, dass es auch ein leben ohne Facebook gibt.Und das ist qualitativ nicht unbedingt schlechter 🙂

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