Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Alltag

Warum Katy Perrys Halbzeitshow beim Super Bowl für mich eine Qual war.

Wenn man Informationen rund um den Super Bowl googelt, dann findet man unzählige Artikel über die „irre, spektakuläre, unglaubliche“ Halbzeitshow von Katy Perry und leider nur wenige Berichte über das eigentliche Spiel. Schade, denn dieses Spiel war so unglaublich spannend, dass ich persönlich von der Halftime-Show ziemlich angenervt war.

Ich möchte mich nicht als große American-Football-Expertin aufspielen. Meine Leidenschaft für diesen Sport erwachte auch erst im letzten Jahr und da zunächst nur zögerlich. Mein Bruder ist großer Fan des Sports. Nicht nur rund um den Super Bowl sondern auch während der Regular Season verfolgt er die Spiele aufmerksam. Mich steckte er mit seiner Begeisterung dann aber doch erst in der sogenannten „Post Season“ an, also in der Phase der Saison, in der es auf den Super Bowl zugeht. Mittels PlayStation-Spiel erklärte er mir die Regeln und ich wappnete mich für das Sportevent des Jahres…!

Der Super Bowl 2014 als Negativbeispiel

Nun. Der Super Bowl 2014 war vermutlich das schlechteste Beispiel für American Football das es seit einer Ewigkeit gegeben hat. Die Seattle Seahawks demontierten die Denver Broncos in einem einseitigen Spiel, dem es schnell an jeglicher Spannung mangelte. Die zweite Hälfte verschlief ich dann komplett und meine Begeisterung für den Sport ebbte erstmal wieder ab.

Doch vor einigen Wochen erwachte sie wieder. Zwar auch erst wieder in der „Post Season“, dieses Mal aber richtig. Ich verfolgte mehrere Spiele auf dem Weg zum Super Bowl, auch wenn es nicht immer einfach war, die Nacht zu überstehen. Das ist der Nachteil daran, wenn man einen US Sport verfolgen möchte.

Und gestern war es dann soweit. Die Seattle Seahawks standen erneut im Finale, dieses mal gegen die New England Patriots. Super Bowl Sunday hieß auch bei mir wieder: Pizza, Nachos, Brownies, Cola – gut gerüstet für eine lange Football Nacht. Trotz Statistik-Klausur am Montag. Doch Abschalten kam nicht in Frage, denn was wir da zu sehen bekamen, war ein unfassbar packendes Spiel. Zur Halbzeit stand es unentschieden und ich drückte alle meine Daumen für die New England Patriots – meiner Meinung nach einfach das sympathischere Team.

Katy Perrys Halftime-Show? Für mich eine Katastrophe.

Doch bevor es weiterging, musste ich Katy Perry über mich ergehen lassen. Mit zum Teil grottigen Gesang epilepsierte sie sich durchs Stadion. Tanzende Haie und Palmen, überdimensionale Roboter-Löwen und Frau Perry auf einem Sternschnuppen-Podestflugdingens. Klar ist die Halftime-Show berühmt für die pompösen Shows, aber ich fand den Auftritt einfach too much. Missy Elliott war da mein kleiner Lichtblick, konnte das Desaster aber auch nicht ungeschehen machen.

Als es dann in dem spannenden Spiel endlich weiter ging, holperte es zunächst bei den Pats, doch sie fanden ihren Mut wieder und holten erneut auf. Dann – in der allerletzten Sekunde (um genau zu sein: 20 Sekunden vor Schluss) – sah es bereits so aus, als ob die Seahawks doch noch mal in Führung gehen würden, aber durch eine glückliche und traumhafte Interception (einen „Ballklau“ quasi) gelang es den Patriots, das Blatt zu drehen und sich somit den Sieg zu sichern.

Wahre Gesichter und wahre Gewinner

In den verbleibenden Momenten des Spiels offenbarten die Seahawks ihr wahres Gesicht und den Grund, warum ich sie einfach nicht mögen kann: Sie sind aggressiv, unfair und schlechte Verlierer. Noch auf dem Spielfeld eskalierte die Situation beinahe, es sah schon nach Schlägerei aus, bis die Schiedsrichter eingriffen und schließlich einen Spieler der Seahawks des Platzes verwiesen. Schade für die Seahawks, denn auch wenn ich sie nicht mag, hätten sie als tapferer Verlierer vom Platz gehen können, denn schlecht gespielt haben sie nicht, das machte der Verlauf des Spiels deutlich.

Die New England Patriots haben meiner Meinung nach verdient gewonnen. Tom Brady, Quaterback, hat nun zum vierten Mal den Super Bowl gewonnen und ist einer der besten Quaterbacks aller Zeiten. Auch seine Teamkollegen wie Julian Edelman, Rob Gronkowski oder der Deutsche Sebastian Vollmer haben sich diesen Sieg verdient. Und ich denke, ab September, wenn die Regular Season wieder startet, wird es hier auf dem Blog häufiger mal etwas über American Football geben. Ich jedenfalls freue mich drauf.

Habt ihr Euch den Super Bowl angesehen oder interessiert ihr Euch gar nicht für American Football?

 

6 Kommentare

  1. Ich bin ja nicht so die Sportbegeisterte – gucke zum Beispiel beim Fußball auch grundsätzlich nur EM und WM, weil ich von den Teams gar keine Ahnung habe -, und so ist auch der Super Bowl an mir vorbeigezogen, obwohl ich grade sogar Zeugnisferien habe. Wegen der vielen Film- und Serienspots würde mich das Ganze ein bisschen interessieren, aber dafür muss ich mir das alles dann auch nicht stundenlang ansehen 😀
    Das Einzige, was ich mitbekommen habe, war die witzige Wette zwischen Chris Pratt und Chris Evans über das bessere Team, die ich per Twitter verfolgt habe.

    Dafür merkt man dir deine Begeisterung, außer für die Halbzeitshow [naja, Katy Perry halt], deutlich an, und deswegen habe ich deinen Text auch sehr gern gelesen 😉

  2. Ich verstehe Football nicht 😀
    Und ich würde im Leben nicht um 2 Uhr anfangen Sport zu sehen. Nein ich brauch meinen Schlaf. An mir ging das alles spurlos vorbei 😀

    1. Football ist eigentlich ziemlich einfach zu verstehen, zumindest die Grundzüge soweit, dass es beim Zugucken Spaß macht 😉
      Aber du hast Recht, nachts Sport gucken ist zT schon hart und wird man auch nur machen wenn man sich echt interessiert und/oder Fan ist. Find ich vollkommen verständlich!

  3. Bin jetzt auch nicht der ganz große Football Fan, hab mich aber trotzdem für die Patriots gefreut. Ich würde wahnsinnig gern mal in die Ecke der USA reisen. Und an Mr. Brady kommt man auch als nicht-interessierter nicht vorbei… Auf jeden Fall war Dein Beitrag mein erster zum diesjährigen Superbowl. Und er hat Spaß gemacht, allein wegen dem Katy Perry Teil schon sehr lesenswert… 😉

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