Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Alltag

Haltet die Welt an…

…ich will einsteigen!

Im Moment habe ich ein ganz komisches Gefühl, was mein Leben angeht. Es passiert so viel gleichzeitig und doch bleibt alles gleich. Es ist seltsam, ich kann es kaum in Worte fassen. Einerseits habe ich das Gefühl, ich lebe so intensiv wie schon lange nicht mehr – Andererseits habe ich das Gefühl, hundert Dinge zu verpassen.

Wobei „verpassen“ hier vielleicht nicht das richtige Wort ist. Es sind die kleinen Dinge, die in den letzten Jahren ein Teil meines Alltags wurden und für die ich jetzt einfach keine Zeit oder keine Lust mehr aufbringe. Ein ganz konkretes Beispiel sind zum Beispiel meine Lieblingsserien. Wie sehr habe ich mich dienstags auf 2 Broke Girls und The Big Bang Theory gefreut; und am Mittwochabend war natürlich How I met your mother Pflicht. Wenn man mal von der mittelschweren Lost-Sucht absieht, die mich momentan gefangen hält, finde ich für solche kleinen Rituale einfach keine Zeit oder keine Lust mehr. Wenn How I met your mother läuft schlafe ich meistens schon. Als Studentin war daran ja gar nicht zu denken, da war man mindestens bis 1 Uhr wach! Jetzt, als Teil der arbeitenden Bevölkerung, bin ich erstaunt, wenn ich die 22 Uhr-Marke knacke. Klingt komisch, ist aber so.

Ich weiß, es ist kein Drama, ein paar Folgen einer Serie zu verpassen. Es waren nur über eine lange Zeit gewohnte Abläufe in meinem Wochenrhythmus, und die verschwinden nun. Ich bin auch abends viel zu müde zum Lesen. Beim Lesen ist es in der Tat noch schlimmer als beim Fernsehen… sobald ich ein Buch aufschlage, fallen mir die Augen zu. Es ist kein Witz, dass ich letztens beim Lesen um 17.30 Uhr eingeschlafen bin. Ich habe drei tolle Bücher zu Weihnachten bekommen und noch keins zuende gelesen.. letztes Jahr hatte ich zu dieser Zeit schon das vierte angefangen.. Da muss ich kurz mal eben seufzen!

Und dann sind da ja noch die Freunde… und das gleiche seltsame Gefühl: Auf der einen Seite ist alles total intensiv, fröhlich, positiv geladen – Auf der anderen Seite steht Vernachlässigung, Stress und Zeitmangel. Manchmal ist es so, dass Wege sich trennen, aber was ist, wenn man das gar nicht will? Ich will das nicht, aber mein Leben schleudert mich in Richtungen, in Wege, die ich bisher nicht kannte oder schon wieder vergessen hatte. Hier und dort schiebe ich das Unkraut, das in letzter Zeit gewachsen ist, zur Seite und sehe was darunter blüht. Tolle, spannende Momente – und doch will ich manchmal nur die Welt anhalten, weil es so viel ist, vielleicht zu intensiv ist. Geht das?

6 Kommentare

  1. Das denke ich mir in letzter Zeit auch häufig. Manchmal würde ich auch gern die Zeit anhalten oder wenigstens ein bisschen hinauszögern. Die Zeit rinnt mir nur so durch die Finger. Und je älter ich werde, umso schneller vergeht sie irgendwie 🙁
    Mir geht das aber auch so, dass ich abends so müde bin. Meine Serien (übrigens die gleichen wie deine) schaffe ich gerade noch so. Aber als würde mein Körper dann merken: Ok, Pflichtteil erfüllt, schaltet er dann ab und ich schlafe sofort ein 😀 Ich schlaf auch meistens gegen zehn Uhr ein. So ein Arbeitsalltag ist eben echt anstrengend 😉

  2. Ich hatte das auch. Als ich angefangen habe, Vollzeit zur arbeiten, war mit mir auch nichts mehr anzufangen. Aber das geht vorbei! Mittlerweile habe ich tatsächlich auch wieder Zeit und Lust, mich nach der Arbeit noch zu verabreden!

    Da hilft gerade nur etwas Geduld… 🙁

  3. Hi du, ich musste grinsen als ich deinen Post gerade gelesen hab und kann nur sagen: Keine Panik, du bist nicht alleine ;-)!!! Als ich „richtig“ angefangen hab zu arbeiten ging es mir genauso, aber das pendelt sich alles ein und man gewöhnt sich auch daran.
    Und wenn man nicht mehr 20 ist merk man das halt auch (so blöd der Spruch auch sein mag). Dafür lernt man andere (ruhigere) Seiten vom Leben kennen die genauso spannend sind.

  4. Ich helf dir dabei die Welt anzuhalten. Ich bräuchte nämlich auch mal wieder einen kleinen Moment der Ruhe um überhaupt herauszufinden was ich will. Mein Leben gefällt mir gerade echt und momentan könnte es für mich nicht besser sein. So viele Dinge, die in meiner „arbeitenden Zeit“ keinen Platz hatten. Da war ich diejenige, die abends zu müde war, da ich so früh raus musste und jetzt habe ich einen komplett anderen Rhytmus, bin jeden Tag unterwegs, die Uni steht ziemlich im Hintergrund und dennoch weiss ich, dass diese „schwerelose Zeit“ sich irgendwann rächen wird und davor graut es mir ein wenig…
    Die Zeit rennt wirklich einfach davon, aber ich glaube, dass ist einfach die heutige schnell-lebige Zeit, die dieses Gefühl einfach nur verstärkt. Seit ich mit dem Studium angefangen habe, habe ich ja auch selber kaum noch Zeit um mich mal zu melden (siehe die regelmäßigen Kommentare hier^^) aber das ist auch einfach das Problem, wenn man neue Leute kennen lernt bzw kennenlernen will. Man muss sich einfach ein neues Leben aufbauen, wenn sich etwas in seinem Lebensrhytmus verändert, glaube ich. Vielleicht, wenn sich alles eingependelt hat, rennt einem die Zeit dann ja nicht mehr davon! =)

  5. Hallo,
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich suche fast jeden Tag den Stop Schalter. Ich würde aber lieber mal aussteigen und eine Auszeit nehmen von der Welt und den ganzen Verpflichtungen. Mich nervt es immer mehr. Ich hab meistens das Gefühl ich arbeite mehr als das ich lebe. Aber man kann es eben nicht ändern. *schulterzuck*
    Liebe Grüße
    Emily

  6. Wieso habe ich diesen Post gar nicht gelesen vorher? …
    Aber gut, dass ich doch noch zufällig drauf gekommen bin. Denn ich kenne das total, Katie. Es ist tatsächlich genauso auch bei mir. Seitdem ich wieder zur Schule gehe, habe ich so viel mehr Zeit, ich habe einen richtig guten Tagesablauf (Woche ebenso) und als ich noch gearbeitet habe, egal ob in Schichten oder „normal“, da habe ich immer alles so irgendwie auf die Reihe gekriegt und wenn man dann abends zur Ruhe kommt, ist man sofort totmüde. ^^

    Ich denke, du solltest weiterhin versuchen dein Leben bewusst zu leben (im Winter finde ich persönlich das immer etwas schwieriger). Allerdings liegt das auch ein bisschen an unserem Alter, dass die Zeit so schnell vergeht. Als ich noch 16 war und in die Schule ging, war für mich ein Halbjahr eine Eeeeewigkeit und jetzt habe ich mit meinen 23 Jahren wieder ein Halbjahr Schule hinter mir, merke aber nichts davon. Es könnte auch nur ein Monat sein. ^^

    Hauptsache ist, du bist glücklich. Und ich denke, wenn das Wetter auch wieder schöner ist, lebt man auch wieder etwas bewusster und man unternimmt mehr mit Freunden.

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