Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Alltag

Irgendwas bleibt auf der Strecke

Über die Entwicklungen, die sich in Sachen Studium und Beruf bei mir ergeben haben, habe ich euch ja letzte Woche schon berichtet. Ich möchte euch auch noch danken für den Zuspruch, die Glückwunsche und die Freude, die ihr mit mir geteilt habt oder noch immer teilt. Sowas liest man wirklich gerne, und das beflügelt mich dann noch ein kleines bisschen mehr.

Aber wo Licht ist, da ist auch Schatten. (Ich weiß, der Spruch geht eigentlich andersrum, weil er einem Mut machen soll, ich hoffe ihr seht darüber hinweg). Tja, und wo gerade so viel Licht ist in meinem beruflichen Leben, in meiner persönlichen Entwicklung, da gibt es auch Schatten … in der Liebe.

Manche von euch werden es vielleicht schon mitbekommen haben: Mein Freund und ich haben während dem Studium zusammen gewohnt. Wir sind nun seit 3 Jahren und 8 Monaten zusammen (oh man, das ist eine verdammt lange Zeit). Die meisten werden sagen, dass wir damals ziemlich überstürzt und schnell zusammen gezogen sind, im Prinzip kann man es gar nicht anders sagen, denn wir waren erst ein halbes Jahr zusammen. Aber es hat gepasst, vom ersten Moment an. Wir haben uns nie großartig gestritten. Klar, Meinungsverschiedenheiten gibt es doch in jeder Beziehung mal, aber insgesamt sind wir wohl schon ein ziemlich tolles Team… Er ist ruhig, ich bin emotional. Er ist witzig, ich lache gerne. Ich kann kochen, er futtert gerne. Wir mögen unsere Freunde, sind aber keine Partylöwen. Wir gucken gerne Formel 1 und halten es dem anderen nicht vor, wenn er 12 Stunden Computer spielt. Wir wollen gesund leben, machen keinen Sport und essen gerne bei McDonalds. Seufz. Wir leben nicht mehr zusammen.

Er studiert weiterhin, ich bin wieder nach hause gezogen. Und weil das so weit auseinander liegt, sehen wir uns nicht mehr sehr häufig. Klar, es gibt Telefon und Internet, aber wie kann das die Nähe eines Menschen ersetzen? Wenn ich von der Arbeit nach hause komme, gibt es immer irgendwas, das ich ihm gerne erzählen würde, aber bis ich die Zeit finde, ihn anzurufen oder zu skypen, hab ichs meistens wieder vergessen. Aber es sind auch die alltäglichen Dinge. Gemeinsam Fernsehgucken und über Stefan Raab lästern. Oder über Steven Gätjen! Der geht gar nicht! Sich vorzunehmen, mal ein Gericht von Steffen Henssler nach zu kochen. Darum feilschen, wer heute abspülen muss. Einen Parkplatz vor dem Kino suchen. Ins Kino gehen und dann über den Film lästern. Darüber streiten, ob Vince von GZSZ süß oder doof ist (er ist süß). Bei Wer wird Millionär mitraten und den jeweils anderen für seine Klugheit bewundern. Sätze beginnen mit „Wenn wir mal groß sind…“ . Hände halten. Aufwachen und den anderen sehen.
Fernbeziehungen sind doof. Irgendwas bleibt auf der Strecke.

Es stimmt schon, dass echte Liebe auch hunderte Kilometer überwinden kann. Und wir werden das auch schaffen. Aber schön oder leicht oder einfach ist das nicht.
Gut, dass bald Weihnachtsferien sind.

Was sind eure Erfahrungen mit Fernbeziehungen?

17 Kommentare

  1. Irgendwie macht es mich traurig wenn ich lese was Du schreibst…
    Ich hab keine gute Erfahrungen mit Fernbeziehungen… Gar keine.
    Daher wünsche ich Dir alles erdenklich gute und das ihr bald wieder zueinander findet.

  2. ohje. erst dachte ich …“ohneee ne?“ aber dann doch „Nur“ das klagen über eine fernbeziehung. ich finds toll was du schreibst, was eure beziehung ausmacht. da musste am ball bleiben, das fehlt so vielen in ihrer beziehung…
    guck doch mal, wo es „kluge“ tipps für derlei sachen gibt.
    glg
    steffi
    (no, never ever ne FB geführt…aber auch schon sehr früh – mit 18 – verbandelt, halbes jahr später ne bude… dann ein hartes 3.jahr…aber nun, 2 kinder, ne ehe und 170jahre beziehung auf dem buckel…)
    *gggg*

  3. Ich kann nur wiederholen: „Wenn ihr es nicht schafft, wer dann?!“
    Ich kann dich gut verstehen! Gerade wenn man schon zusammen gelebt hat, ist es (glaube ich) nochmal ein ganzes Stück härter! Aber ihr schafft das und es ist ja zum Glück nicht auf Dauer! Außerdem kann ich hoffentlich durch Spritkostenteilung dazubeitragen, dass ihr euch das ein oder andere Mal noch zusätzlich sehen könnt! 🙂 Auch wenn ich mich hier seeehr wohl fühle, fehlt ihr alle mir auch! Wäre gerne am Wochenende da und würde mitkegeln, euch von meinen Erlebnissen hier erzählen, in alten Erinnerungen schwelgen, über unsere Insider lachen und und und…
    Dafür hab ich dann das nächste Mal wenn ich zuhause bin umsomehr zu erzählen. Bis dahin müssen Internet und Handy reichen! (PS: Das nächste mal, wenn ich unter der Woche weg bin oder Gefahr besteht, nutzlose SMS in der Nacht zu senden, sag ich dir Bescheid, dass du dein Handy lautlos schalten kannst^^)

  4. Ich kenn das genau was du beschreibst 🙁 Ich wünsch euch beiden wirklich von Herzen das ihr das gut packt und dass sich das bald evtl irgendwie wieder ändern wird. Fernbeziehungen können klappen (siehe Lemmi) oder auch scheitern (siehe moi)…aber wenn ihr beide an einem Strang zieht wird das was :-*

  5. Oh man, wie bei uns! 😀 fünf Monate hatten wir zusammen, bevor wir in eine Bude reingeworfen wurden, ebenfalls durch Studium. Und auch sonst gibt es viele Parallelen .. ich hoffe nur ganz egoistisch, dass ich niemals eine Fernbeziehung führen muss 😉
    Was jedenfalls hilft: Schreib dir auf, was du deinem Freund erzählen willst. Klingt doof, hilft aber. Cool fände ich ja auch ne ganz altmodische Sache: Briefe schreiben? Papier hat man ja schließlich immer dabei, und man könnte ja ne Woche lang seine Gedanken sammeln und dann abschicken.

  6. Ich kenne die Situation als „Wochenendbeziehung“ seit ich angefangen habe zu studieren und finde es wirklich nicht schön. Aber ich glaube, eine Fernbeziehung zu führen nachdem man schonmal zusammengewohnt hat ist noch um einiges härter, daher wünsche ich euch alles Gute!

  7. Ich hatte ein Jahr Fernbeziehung und ich war den ganzen Sommer getrennt von meinem Freund, weil er ein Praktikum hatte. es funktioniert, solange ein Ende in Sicht ist. schwierig ist es, sich wieder daran zu gewöhnen, dass jemand jeden Tag da ist und man sein Leben wieder zusammen schmeißen muss. aber auch das funktioniert. also keine sorge, ihr schafft das. ich kann dich aber sehr verstehen und fühle mit dir.

  8. Ihr seid alle so lieb, Danke 🙂
    @Tüt: Das mit den Briefen ist eine tolle Idee, da hab ich auch schon dran gedacht, ich denke ich werde das wirklich mal in die Tat umsetzen!

  9. Also Briefe schreiben find ich auch eine tolle Idee. Ich schreib für meinen Freund seit Anfang ein ein Notizbuch und schreib da so 2-3 mal die Woche rein was so passiert ist und was mich bewegt hat. An alles denkt man eben doch nicht immer. Ich finde es eine tolle Idee, denn dort schreibe ich auch so Insider rein von uns und irgendwann wenn wir dann zusammen vor diesem Buch sitzen, können wir uns darüber kaputt lachen 🙂 In dem Buch kleben auch Bilder von uns oder ich sammel auch ideen für mich. Irgendwie einfach alles was sich um uns dreht 🙂

    P.S. auf deine neue Idee bin ich gespannt 😉

  10. Oh wem sagst du das…. 🙁
    Meiner ist ja gerade für 1 Jahr am anderen Ende der Welt in Phnom Penh.
    Wir haben zwar nicht offiziell zusammen gewohnt zuletzt, aber mehr oder weniger dann irgendwie doch schon 😉
    Nun bin ich seit 4 Monaten „alleine“.
    Das ist heftig, vor allem kommen ja noch 6 Stunden Zeitverschiebung hinzu, SMS etc. funktionieren nicht (und wären auch zu teuer)
    „Mal eben“ was ganz brandheißes erzählen, so wie man das gerne mal macht, tolle News, doofe Sachen, die dich gerade ärgern oder traurig machen. All das geht nicht.
    Tausend Dinge, die man früher gemeinsam gemacht hat, nun alleine machen zu müssen, große oder kleine…das ist schon eine Umstellung.

    Wir haben das so gelöst, dass wir uns einen privaten kanal bei youtube eingerichtet haben. Da laden seine Freunde und ich Videos für ihn aus Deutschland hoch, er für uns welche aus Kambodscha. Mal wirklich „Themenvideos“ von Ausflügen oder so. Manchmal sitzen wir aber auch einfach nur vor der Kamera und erzählen von unserem Tag, so wie wir es am Abendbrottisch tun würden.
    Das ist zwar nur ein schwacher Trost, aber es ist einer.

    Doch ich finde, dass solch ein Trennung auch eine tolle Chance ist. Wir finden seit er weg ist, immer wieder Dinge am anderen, die wir vermissen, Macken sind plötzlich nicht mehr sooo nervig, wie noch vor einem halben Jahr. Man erinnert sich an so viele kleine Dinge, die man gemeinsam gemacht hat oder daran, was man machen wollte, aber nie geschafft hat.

    Ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr die Distanz überwindet und sie für euch vielleicht auch eine Chance ist.

    Liebe Grüße

    EsKa kreativ

  11. Kopf hoch, wenn ihr euch liebt, dann schafft ihr das! Wir haben auch etwas mehr als 3 Jahre lang eine Fernbeziehung geführt, da ich zum studieren nach Kiel gegangen bin und mein Mann zum arbeiten ins Ruhrgebiet. Es war nicht einfach, aber es ging. Wir haben versucht uns jedes Wochenende zu sehen. Mal ist der Eine gefahren und mal der Andere (die Deutsche Bahn kenne ich seitdem sehr gut und bin froh, dass ich sei nicht mehr nutzen muss *zwinker*). Auch wenn es schwierig war, es hat uns auch noch mehr zusammengeschweißt. Wichtig ist, finde ich, dass man dem anderen auch Freiheiten lässt. Natürlich würde man sich gerne jedes Wochenende sehen, aber wenn der andere mal was alleine vor hat, dann muss man auch zurückstecken können. Sonst wird es schnell zum Zwang und anstrengend.

    Ich drück euch die Daumen und wünsche euch alles Gute!
    LG
    Yvonne

  12. Es haben ja jetzt schon viele was dazu geschrieben und ich kann das eigentlich auch nur so unterschreiben! („schreiben“ zweimal in einem Satz… ARRRRGGGH)

    Ich finde Fernbeziehungen auch echt hart, vor allem, wenn man es nicht gewohnt ist. Also da ihr ja vorher zusammengewohnt habt, ist es umso schwerer sich umzugewöhnen.
    Es gibt ja so manche Menschen, die meinen in ihrer Fernbeziehung toootal happy zu sein. Ich glaube das immer nicht so ganz. Es hat halt viel mit Ablenkung zu tun, man darf sich nicht so in die Traurigkeit oder Einsamkeit reinsteigern.
    Es ist schwer, aber es ist machbar. Und das beste bei euch ist: Ein Ende ist zu sehen! Ist zwar erstmal ein schwacher Trost für den Moment, aber du schaffst das. Und bald ist ja auch Weihnachten, dann seht ihr euch doch bestimmt erstmal wieder, oder? 🙂

  13. Wow dein text ist so schön und zeigt, wie gut du und dein Freund zusammenpasst! Ich dachte schon ihr habt euch getrennt. 😮
    Mein Freund wohnt zwar nur 25 km weit weg von mir, aber mir fehlt auch manchmal das spontane vorbeikommen… ich kann dich da sehr gut verstehen. Aber ich denke, dass es möglich ist, diese Zeit durchzustehen, wenn ihr euch Mühe gebt 🙂
    Ich wünsch dir alles gute! 🙂

  14. Ach,das tut mir leid!
    Wir sind auch nach 6 Monaten zusammen gezogen. Wenn´s passt, passt es eben. Oder eben auch nicht.
    Ich wüsste gar nicht, wie es ohne ihn sein würde. Will ich auch gar nicht mehr.
    Eine Fernbeziehung stelle ich mir sehr schwierig vor. Nachdem man zusammen gelebt hat noch mehr.
    Ich hatte bisher keine und möchte auch keine Fernbeziehung.
    Noch ein paar Wochen und ihr habt euch wenigstens für eine Zeit wieder.
    Wann könnt ihr denn wieder zusammen ziehen?

  15. Oh, das ist ja wirklich schade! Das muss echt hart sein, wenn man schon so lange zusammengewohnt hat und plötzlich getrennt ist. Bei mir war es gerade andersrum. Ich bin mit meinem Freund zusammengekommen, als er gerade angefangen hat zu studieren. So hatten wir drei Jahre lang ne Wochenendbeziehung, war auch nicht so super, aber irgendwann hatte man sich schon fast daran gewöhnt, dass man sich nur am Wochenende sah. Und die Vorfreude aufeinander fand ich auch immer total schön =) Ich hab ihm dann immer wieder mal kleine Päckchen geschickt, mit Bildern oder Andenken von mir oder auch Schoki, seinem Lieblingscappucchino, Glücksbringer fürs Studium usw., da hat er sich auch immer voll gefreut. Ansonsten haben wir eben jeden Abend telefoniert, ab und zu auch SMS tagsüber geschrieben oder über Webcam gechattet. Das macht es etwas erträglicher. Nach 5,5 Jahren sind wir jetzt endlich zusammengezogen und das war ne totale Umstellung für mich. Also andersrum kann es auch ganz schön schwierig sein 😉 Aber so schön harmonisch wie du eure Beziehung beschrieben hast (ich musste echt schmunzeln, da steckt so viel Wahrheit dahinter), glaube ich ganz fest, dass das alles klappt bei euch und ihr hoffentlich bald wieder zusammen wohnen könnt! Liebe Grüße!

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