Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Bücher

[Gelesen] Jenny Downham – Bevor ich sterbe

Handlung
Tesse ist 16 und wird sterben. Sie hat Leukämie, die Ärzte sehen keine Hoffnung mehr für sie. Mit dem Tod im Nacken will Tessa das Leben nochmal richtig spüren, sie möchte wie ein normaler Teenager sein und macht sich eine Liste mit Dingen, die sie vor ihrem Tod noch tun möchte. Dann lernt sie Adam kennen und fragt sich: Darf man sich verlieben, wenn man stirbt?
Meine Meinung
Ehrlich gesagt habe ich von „Bevor ich sterbe“ etwas vollkommen anderes erwartet. Ich hab eine Schnulze erwartet, bei der ich auf jeder Seite flennen würde, mit einer Hauptperson, die mein vollstes Mitleid hat und sich tapfer gegen den Tod wehrt.
Doch es kam anders. Tessa ist, meiner Meinung nach, eine sehr anstrengende Person, denn oft ist sie sehr egozentrisch und verletzend gegenüber ihren Mitmenschen, vor allem ihrem Vater gegenüber. Mit ihrer Liste möchte sie sein wie normale, gesunde Teenager und wenn sie sich ihre beste Freundin Zoey da als Maßstab genommen hat, dann wundert mich auch gar nichts mehr. Für mich sind die Dinge auf Tessas Liste meistens nicht normal, aber ihre Freundin Zoey war mir von Anfang an so unsympathisch, dass es gut ins Schema passte.
Ja, was also nun, mit einem Buch, in dem man niemanden leiden kann und dessen Handlung eher frech, beängstigend und töricht ist als traurig und liebevoll?
Ich hab weitergelesen, denn nichts desto trozt hat mich das Buch gefesselt. Ich wollte wissen: Wie geht es weiter mit Adam, wie wird Tessa letzten Endes mit ihrer Krankheit umgehen und wie entwickeln sich die Verhältnisse in der Familie?
Zum Ende hin nimmt das Buch dann tatsächlich einen anderen Stil an – die Töne werden leiser, die Gefühle greifbarer, und dann, ja endlich, flossen bei mir auch die Tränen. Das hätte ich am Anfang nicht erwartet, doch obwohl Tessa mir 2/3 des Buches furchtbar nervig vorkam, so wollte ich doch nicht dass sie geht.
Kritisch fand ich allerdings auch, dass ihre Beziehung zu Adam als sehr tiefgründig und eng beschrieben wurde, es in den Szenen, in denen sich die beiden sahen, aber immer nur um Sex ging. Das konnte ich irgendwie nicht ganz nachvollziehen, es war einfach too much.
Insgesamt muss ich sagen, dass das Buch zwar sehr schön und im Endeffekt auch lebensbejahend ist, allerdings nicht so wie ich es mir vorgestellt habe, da es schwer fällt sich mit der Hauptfigur zu identifizieren. Insgesamt würde ich dem Buch gute 4 Buchpunkte geben und es euch, mit gedrosselten Erwartungen, zum Lesen empfehlen!


2 Kommentare

  1. Macht mich neugierig!

    Aber ich muss dir recht geben, wenn man die Hauptperson schrecklich findet, ist es manchmal echt nicht einfach nen Buch zu lesen 😉

  2. Am Anfang fand ich es auch nicht so gut das Buch, aus ähnlichen Gründen! Aber dann fand ich es echt richtig gut.
    Ich habe leider schon oft mitbekommen, wie sich Menschen unter einer Krankheit verändern. Und ehrlich gesagt hat das Buch auch mich dazu angeregt nach zu denken, was meine to-do liste wäre (ok, sie sähe doch etwas anders aus) und wie ich mich verhalten würde, wenn ich wüsste, dass ich sterben würde.

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