Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Bücher

Jussi Adler-Olsen – Erbarmen

Die Handlung
Carl Mørck wird Leiter des neuen Sonderdezernats Q, das sich um sogenannte „Cold Cases“ kümmern soll, also um Fälle aus der Vergangenheit, die nie aufgeklärt wurden. Zusammen mit seinem Assistenten Assad nimmt er sich den Fall von Merete Lynggard vor – eine junge Politikerin, die vor fünf Jahren an Bord einer Fähre spurlos verschwand. Eine Leiche wurde nie gefunden, trotzdem ging man davon aus, dass sie über Bord gegangen war.
Schnell stößt Carl auf Ungereimtheiten, was Meretes Umfeld angeht und muss so manche Lücke schließen, die die früheren Ermittlungen offen gelassen haben.
Merete hingegen erlebt in der Zwischenzeit den schlimmsten Albtraum, den sich ein Mensch nur vorstellen kann.
Meine Meinung
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, das es mir nicht nur aus Familien- und Freundeskreisen empfohlen wurde, sondern auch die allgemeine Kritik der Öffentlichkeit sehr positiv ausfiel. Ich bekam das Buch schon im August, hatte aber erst jetzt Zeit es zu lesen, was mich allerdings einige Zeit gekostet hat. Anfang Dezember habe ich begonnen und ich war zu Beginn leider wenig begeistert, da nicht richtig viel passierte, man erfuhr zwar um welchen Fall es geht, aber die Ermittlungen kommen zunächst keine großen Schritte voran. Erst nach Kapitel 25, ungefähr 200 Seiten, war es soweit, dass ich Herzklopfen bekam – und dann konnte ich das Buch beim besten Willen nicht mehr aus der Hand legen. Die restlichen 200 Seiten habe ich in vier Stunden verschlungen, bis es halb vier nachts war und ich das Buch durch hatte. 
Positiv bewerte ich an diesem Buch zunächst die Charaktere. Carl Mørck ist keiner von diesen Superhelden-Cops, die man sonst so kennt. Nein Carl ist ein Zyniker, der unter einer posttraumatischen Störung leidet. Er lässt lieber arbeiten als selbst zu arbeiten, stößt die Leute vor den Kopf – und ist trotzdem oder deswegen ein fabelhafter Ermittler. Sein Humor hat mich trotz der krassen Story oft schmunzeln lassen. 
Noch mehr Freude bereitete mir Carls neuer Assitent Assad, der nicht nur für einen Kulturschock sorgt, sondern auch dafür, dass einige wichtige Spuren verfolgt werden. Assad ist mir richtig ans Herz gewachsen, auch wenn er zum Ende hin eine etwas fiesere Seite offenbart.
Merete Lynggard war mir nicht sympathisch, aber ich denke, das muss sie auch gar nicht sein. Entscheidend ist, dass Adler-Olsen es schafft, ihr Martyrium so eindrucksvoll quälend zu beschreiben, dass man diese arme Frau deutlich vor sich sieht und es einem dem Magen zuschnürt anhand der Folter, die sie durchleben muss.
Adler-Olsen’s Sprach- und Schreibstil, bzw die gelungene Übersetzung durch Hannes Thiess trugen dazu bei, dass man sich immer gut reinfühlen konnte in die Hauptcharaktere und Schauplätze.
Klasse ist natürlich auch die Story an sich, auch wenn sie, wie oben gesagt, nur langsam in die Gänge kommt. Was Merete zugestoßen ist wird schnell deutlich, umso mehr denkt man als Leser, die Polizei soll doch endlich mal in die Hufe kommen.
Negativ musste ich leider bewerten, dass für mich persönlich zu offensichtlich war, wer der Bösewicht ist. Zu viel möchte ich nicht verraten, denn ich will ja nicht spoilern, aber ich war schon etwas enttäuscht, weil ich dachte, mein Verdacht sei zu offensichtlich, als dass er sich bestätigen würde. Nervend fand ich auch die Story um den „Fahrradmord“, zu dem Carls Kollegen ermitteln und der letzten Endes keinerlei Bedeutung hat. Ich hatte ja gehofft oder vermutet, dass zwischen diesen beiden Fällen irgendeine Verbindung erscheinen würde, aber schlussendlich bleibt der „Fahrradmord“-Plot überflüssig.
Wenn es euch also auch so geht, dass ihr den Anfang des Buches etwas schwerfällig findet und euch ermahnen müsst, weiterzulesen, dann sage ich euch: Haltet durch! Das Ende ist packend geschrieben (auch wenn ich ja wusste wer der Täter ist), es kommt anders als man denkt und dem Leser wird eine permanent prickelnde Gänsehaut im Nacken geboten. 
Die nächsten Falle von Carl Mørck werde ich auf jeden Fall auch noch lesen!

3 Kommentare

  1. Sorry sorry sorry das ich schon so lange keinen Kommentar mehr hinterassen habe O.O
    Deine neuen Posts werden bi mir immer noch nicht angezeigt -.-

    Ich muss mir auch unbedingt noch Happy New Year anschauen O.O

  2. Diesen ersten Teil fand ich selbst auch nicht toooootal spannend, aber ich fand ihn trotzdem auch sehr gut, aber den zweiten und dritten Teil finde ich noch besser. „Schändung“ und „Erlösung“ heißen die, glaube ich. Wobei ich ja sowieso nicht zu den „alteingesessenen“ Lesern zähle, deswegen komme ich nicht so leicht darauf, wer der Täter sein könnte. 😉

  3. Hey Katie, eine wirklich gute Beschreibung des Buches. Habe es auch schon vor einiger Zeit gelesen und ich muss zu meiner Schande gestehen ich war am Ende doch sehr überrascht wer derjenige welche war … Aber ich hab auch immer nur ein paar Seiten vor dem schlafen gehen gelesen, ich hatte zu der Zeit einfach nicht die ausdauer dafür.
    Du scheinst ja doch auch sehr auf Thriller zu stehen, …
    Hier so 2 Vorschläge von mir:
    http://tinyurl.com/7x2dkgo
    http://tinyurl.com/7yeox3y

    Lg

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