Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Bücher

[Gelesen] Justin Cronin – Der Übergang

Die Welt, wie Sie sie kennen, wird es nicht mehr geben!

Bevor sie das Mädchen von Nirgendwo wurde – das Mädchen, das plötzlich auftauchte, die Erste und Letzte und Einzige, die tausend Jahre lebte – war sie nur ein kleines Mädchen aus Iowa und hieß Amy. Amy Harper Bellafonte.

Das Mädchen Amy ist gerade einmal sechs Jahre alt, als es von zwei FBI-Agenten entführt und auf ein geheimes medizinisches Versuchsgelände verschleppt wird. Man hat lange nach Amy gesucht: der optimalen Versuchsperson für ein mysteriöses Experiment, das nichts Geringeres zum Ziel hat, als Menschen unsterblich zu machen. Doch dann geht irgendetwas schief – völlig schief. Von einem Tag auf den anderen rast die Welt dem Untergang entgegen. Und nur eine kann die Menschheit vielleicht noch retten: Amy Harper Bellafonte.

Meine Meinung
Wow.
Ich habe das Buch gestern Abend ausgelesen und möchte Euch unbedingt davon erzählen, aber mir fallen keine Worte ein. Also fange ich einfach mal von vorne an…
Ich bekam das Buch 2011 oder 12 zum Geburtstag geschenkt und war erstmal mäßig begeistert. Es standen nämlich einige andere Bücher auf meiner Wunschliste, die man mir hätte schenken können, und von „Der Übergang“ hatte ich noch nie gehört. Meine Schwiegermutter in spe hatte es auf Empfehlung der Buchhändlerin gekauft und weil hinten drauf stand, dass Stephen King das Buch auch gut fand. Das Buch wanderte in mein Regal und wurde erstmal vergessen.

Vor einigen Wochen dann, Ende April war es, fiel es mir wieder in die Hände. Ich wollte mal kurz reinlesen. Der Umfang des Buches von über 1000 Seiten schreckte mich noch immer ab, zumal ich gerade erst so einen Wälzer durch hatte. Doch ich fing an zu lesen, um den Schreibstil kennen zu lernen und war sofort gebannt. Dieses Buch hat mich in seinen Bann gezogen.

Justin Cronins Schreibstil ist unverwechselbar, einzigartig und so grandios. Er schreibt genau so, wie ich es mir wünsche. Jedes Wort klingt wie Poesie, jeder Satz ist ein Zitat. Die Welt im Buch materialisiert vor meinem inneren Auge, man ist sofort Teil des Geschehens und bleibt es bis zum Schluss. Cronins Schreibstil ist detailverliebt und ausschweifend, aber dabei so angenehm, dass es mir nicht langweilig wurde. Sicherlich kommt dadurch der enorme Umfang des Werkes zustande, aber dieses Buch musste genau so geschrieben werden und nicht anders.

Außerdem erschafft Cronin Figuren, bei denen der Leser das Gefühl hat, sie zu kennen oder sie zumindest kennen zu wollen. Alle Figuren sind so lebensnah, auch wenn sie (zum Teil) in einer Zukunft leben, die nicht so ist wie unsere Welt. Kein Charakter wird stereotyp (außer Alicia vielleicht), alle haben ihre Stärken und Schwächen. Cronin erzählt immer wieder aus verschiedenen Perspektiven, was die Atmosphäre im Buch so dicht und packend macht. (Mein Lieblingscharakter ist übrigens Michael „Akku“ Fisher, falls jemand das Buch kennt.)

„Der Übergang“ ist eine Dystopie, die sich angenehm von den derzeit boomenden Jugend-Lovestory-Dystopien abhebt. Denn in diesem Buch geht es nicht um Teenager und schon gar nicht um deren Liebesscharmüzel. Zumindest nicht vordergründig. Natürlich spielen auch Themen wie Liebe und Freundschaft eine Rolle, doch im Vordergrund steht die Welt, wie sie geworden ist, warum sie so geworden ist und ob man diesen Zustand ändern kann.

Justin Cronin hat mit „Der Übergang“ den ersten Teil einer Trilogie geschrieben, und ich kann es schon jetzt kaum erwarten, den Nachfolger „Die Zwölf“ zu lesen – mein Glück, dass dieses Werk bereits erschienen ist und somit sehr bald in meinen Besitz wandern wird.
Für „Der Übergang“ gebe ich kompromisslos 10 Buchpunkte: Ein Schreibstil, der mich sprachlos macht, weil er so vollkommen ist. Charaktere, die berühren und den Leser mitnehmen auf ihre Geschichte. Und eine Story, die so realitätsnäh und atmosphärisch erzählt wird, dass man sich beim Lesen fühlt, als wäre man wirklich in der Ersten Kolonie. Dringende Leseempfehlung!

9 Kommentare

  1. Erstmal die Kritik ist super geschrieben, man kann wirklich rauslesen wie begeistert du bist. Was ich ja besonders toll an diesem Buch finde ist, dass es keine schmalzige Liebesgeschichte enthält, denn irgendwie ist ja im Moment jedes Jugend-Fantasy Buch so aufgebaut und es gibt da kaum noch Unterschiede. Finde ich ganz schrecklich, wo bleibt da die Abwechslung. Umso schöner zu sehen, dass es doch noch Autoren gibt, die da mal aus dem Standard ausbrechen und sich was wagen. Wie du hätte mich wohl auch der Umfang von 1000 Seiten erstmal abgeschreckt, weil ich bin auch immer skeptisch bei so Wälzern, wenn da nicht gerade Harry Potter drauf steht. Mal schauen, ob ich das Buch mal lese oder nicht, neugierig gemacht hast du mich auf jedenfall.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Melissa McCarthy lässt halt immer die Sau raus, anders kann man es nicht sagen. Die Frau ist wirklich cool und ich finde es interessant sie mit Sandra auf der Leinwand zu sehen. Denke auch dass der Film perfekt für den Sommer ist, wsl sehr leicht, nicht allzu anstregend und einfach für ein paar Lacher gut. Ich mag es ja, wenn die Charaktere immer etwas eigen sind und das erfüllt der Film ja.
    Ja ich habe auch schon gelesen ,dass man ihn mit Prestige verglichen hat und er auch in diese Richtung tendiert. Ich habe da nur etwas Angst, das der Trailer die Erwartungen zu hoch setzt. Ist ja oft so mit Blockbustern. Bisher waren da die Kritiken nämlich gemischt. Die einen fanden den Film gut umgesetzt und toll gemacht, die anderen eher nicht. Aber so Geschichten um Magier, sind ja auch in gewisser weiße immer Geschmackssache, das muss man auch mögen und ich finde die Entstehung und Durchführung der Tricks super interessant.

    Den habe ich auch ganz durch Zufall entdeckt. Ich mag ja Josh Hutcherson als Schauspieler so und da er mitspielte, habe ich mir dann gleich mal den Trailer angeschaut. Muss aber gestehen, ich habe bisher noch nie so ein Film gesehen, finde aber das Konzept wirklich klasse.

  2. Wow, danke für die tolle Rezession! Also ich habe das Buch gestern in der Buchhandlung in der Hand gehabt, aber mich hat es auch nicht wirklich auf den ersten Blick überzeugt. Jetzt ist es auf meine amazon-Wunschliste gewandert! 🙂

  3. 7 Buchpunkte! Wow! Dann muss es echt gut sein! Hammer, dass es über 1000 Seiten sind, aber deine Rezi klingt gut. Werde es mir mal merken 🙂 Das Cover finde ich auch gruselig. ^^

    Danke für deinen Kommi zu meiner 5€-Challenge! Da hast du recht! 5€ ist echt viel! Ich muss auch erst mal gucken, ob ich mir das überhaupt leisten kann. 5€-Scheine die direkt aus dem Geldautomaten kommen, zählen z.B. nicht mit. Vielleicht muss ich das nochmal reduzieren auf 1€ / 2€, aber ich versuchs erstmal. Bin gespannt!

    Alles Liebe!

    PS: Ich mag deinen Header 😀

  4. Wow, wie absolut süß dein Blog ist! Hast es total schön hier. 🙂 Die Rezension hört sich toll an. Schade nur, dass ich mir erstmal ein Verbot auferlegt habe, Bücher zu kaufen, bis ich meinen ungelesenen Stapel zu Ende gelesen habe. 😀 Ich habe mir den Titel aber auf jeden Fall schonmal notiert. Ich freue mich total auf weitere Einträge von dir!

    Liebe Grüße
    Vanessa

  5. Oh, das hört sich aber wirklich richtig spannend an! Und 1000 Seiten wären ja perfekt für den Urlaub, dann geht mir schon nicht der Lesestoff aus wie letztes Jahr 🙂 Das werde ich mir beim nächsten Mal in der Buchhandlung auf jeden Fall genauer ansehen! Danke für diese tolle Rezension!
    LG,
    Lia

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