Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Bücher

[Gelesen] Katrin Lankers – Elfenblick

Erin blickte sie unverwandt an mit diesem Blick, bei dem Magelis Hirn den Dienst versagte. „Wir sind uns so ähnlich“, sagte er. „Und doch so verschieden. Als lebten wir in zwei getrennten Welten. Ich in der Welt der Elfen und du in der Welt der … Menschen“, beendete sie den Satz für ihn. „Menschen“, bestätigte er, als sei das für ihn ebenso verrückt wie für sie die Vorstellung von einem Elfenreich. „Das verlorene Land“, murmelte er so leise vor sich hin, dass Mageli nicht sicher war, ob sie es überhaupt hören sollte.  
Als Mageli den geheimnisvollen Erin kennenlernt, ahnt sie, dass etwas an diesem Fremden anders ist. Sie fühlt sich zu ihm hingezogen, während gleichzeitig die Grenzen zwischen Traum und Realität für Mageli immer mehr zu verschwimmen scheinen. Als Erin in Gefahr gerät muss sie eine Entscheidung treffen: Kann sie ihn retten, indem sie auf die Macht ihrer Träume vertraut?
Meine Meinung
Ich versprach mir von diesem Buch recht viel. Wenn man sich einmal den Einband anschaut, der absolut bezaubernd und ansprechend gestaltet ist, weckt dies schon die Neugier auf diesen Jugend-Fantasy-Roman. Auch der Klappentext, mit dem Hinweis auf eine vor den Menschen verborgene Elfenwelt machte mich neugierig.
Doch leider hat mich dieser Roman maßlos enttäuscht.
Das Buch strotzt leider vor Längen, unlogischen Zusammenhängen und allzu herbeigezogenen Wendungen. Es lässt sich zwar leicht, das heißt flüssig, lesen, doch den Sprachstil empfand ich nicht als angenehm. Die Brücke zwischen Jugend- und Fantasysprache ist nicht gelungen und stößt den Leser eher vor den Kopf. Auch die Tatsache, dass die Charaktere in den unmöglichsten (lebensbedrohlichen!) Situationen versuchen, Witze zu reißen, ließ mich eher mit den Augen rollen als herzhaft lachen.
Und dass Magelis Handy auch drölftausend Meter unter der Erde noch funktioniert… naja. Vielleicht haben die Elfen ja ein gut ausgebautes Handynetz, die Autorin geht darauf leider nicht weiter ein. (Ja, solche Sachen stören mich!)
Während dem Lesen kam ich einfach nicht aus dem Kopfschütteln über die Hauptperson Mageli raus. Natürlich ist sie eine wunderschöne, aber doch bescheidene, mutige und außerordentlich talentierte Jugendliche. Was wäre denn auch ein Buch ohne eine absolut perfekt scheinende Hauptperson? Nicht nur dass Mageli gar übernatürliche Fähigkeiten in den Bereichen Musik und Sport besitzt, nein, sie erlent auch magische Fähigkeiten in beeindruckender Geschwindigkeit. Leider rettet dies Mageli nicht vor ihrer eigenen Dummheit und Naivität. Seitenweise fasste ich mir an den Kopf, wie sie so unlogisch und unbedacht handeln kann. Der Leser weiß schon seit mehreren Seiten, was los ist und welchen Weg oder welche Handlung sie wählen sollte – aber Mageli ist blind (oder blöd). Ebenfalls nervig war (es tut mir Leid, aber so eine schlimme Hauptperson ist mir noch nie untergekommen!), dass sie sich immerzu beschwert, wie ein kleines Kind behandelt zu werden, aber eben genauso handelt. Gegenüber Autoritätspersonen oder Menschen, die versuchen ihr zu helfen, ist sie frech, trotzig und ungedulig und meint stets alles besser wissen zu müssen. (Was sie natürlich nicht tut).
Um mal zu etwas positivem zu kommen: Die fantastische Welt der Elfen ist durchaus plastisch beschrieben und wirkt sehr harmonisch und einladend auf mich. Doch, doch, da muss ich der Autorin ein großes Lob gönnen. Die Naturverbundenheit und doch die Eleganz der Elfen in dieser Welt zu vereinen, das fand ich passend und stimmig.
Doch anstatt die Atmosphäre näher einzufangen verlor sich Katrin Lankers hier leider oft in unnötigen Detailbeschreibungen. 
Im Gegensatz dazu werden Magelis Fähigkeiten und Gaben zunächst gar nicht und dann nur häppchenweise erklärt – aber das macht ja nichts, weil Mageli ist ja ein Naturtalent und überhaupt lässt Mageli dringliche Fragen gerne mal unter den Tisch fallen.
So auch direkt am Anfang des Buches, als sie aufgrund eines einzigen Zeitungsartikels ganz plötzlich die Idee bekommt, ihre Eltern wären nicht ihre richtigen Eltern und einfach mal so Nachforschungen anstellt. (Die Relevanz für den Fortgang der Geschichte sehe ich auch jetzt noch nicht) Dies hätte man getrost weglassen können, denn ich finde, dieses „foreshadowing element“ (Danke Herr Schwartze) hat die Spannung und die Luft rausgenommen. Direkt am Anfang ahnt man, was es mit Magelis (und Erins) Schicksal auf sich hat.
Dementsprechend konnte mich also auch die Auflösung der Geschichte nicht wirklich umhauen. Erst recht nicht, nach dem Mageli das Buch der Orakel entdeckte und spätestens da (100 Seiten vor Schluss) muss auch der begriffsstutzigste Leser merken, was Sache ist.
Insgesamt war mir dieser Roman leider zu durchschaubar, weswegen bei mir keine Spannung aufkam. Mageli war viel zu anstrengend und unsympathisch und dass sie sich in diesen vollkommen unbekannten Erin, der mir am Anfang eher wie ein verrückter Stalker vorgekommen wäre, verliebt (natürlich sieht er perfekt aus) und für ihn ihr Leben riskiert, setzt dem ganzen die Krone auf. Die Wendungen in diesem Buch sind viel zu übertrieben und erscheinen oft so, als ob die Autorin nicht gewusst hätte, wie sie in logischen Schritten von A nach B käme.
„Und plötzlich wusste sie genau, wohin sie gehen musste. Es war kein klarer Gedanke, nur ein Gefühl, und es gab keine logische Erklärung, aber Mageli war einfach sicher, dass Erin dort auf sie wartete.“ (S.381)
Na klar, warum auch mit Logik protzen wenn man mit genügend Kitsch aufwarten kann?
Nein, leider hat dieses Buch außer einem schönen Einband, einer netten Idee und einer zauberhaften Beschreibung der Elfenwelt nichts zu bieten. Ich vergebe 1 von 7 Buchpunkt, oder um es mit der Blog dein Buch-Wertung auszudrücken: 1 von 5 Sternen.

 
Nichts desto trotz danke ich Blogg dein Buch 
und dem Verlag arsEdition 
für das Rezensionsexemplar. 
Wenn ihr es bestellen möchtet, schaut hier vorbei.

Es sieht im Regal zumindest ziemlich hübsch aus.

2 Kommentare

  1. Oh je, oh je, oh je. Habe vor einiger Zeit die Rezension einer anderen Bloggerin dazu gelesen und habe das Werk direkt danach von meiner Wunschliste verbannt. Nun weiß ich, dass ich es jedenfalls nicht mehr draufsetzen muss 😉
    Eine sehr schöne und unterhaltsame Rezension – wie das Cover manchmal so trügen kann…

  2. In Dtl ist mir Ben und Jerry auch zu teuer, aber hier kriege ich ne große Packung(500ml) für 2,20 😉
    Und Schaumhaarfarbe kann ich nur empfhehlen, die ist super ergiebig, also ich hätte meine Haare 2x davon färben können…

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