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[Kino] Deadpool

Basierend auf einem der unkonventionellsten Antihelden der Marvel Comics, erzählt Deadpool die Geschichte des ehemaligen Special Forces Soldaten Wade Wilson, der zum Söldner wurde. Nachdem er Opfer eines verbrecherischen Experiments wurde, das es ihm beschleunigte Heilungskräfte beschert, entwickelt er sein Alter Ego Deadpool. Bewaffnet mit neuen Fähigkeiten und einem schwarzen, verdrehten Humor, jagt Deadpool diejenigen, die durch ihre Experimente beinahe sein Leben zerstört haben.



Originaltitel: Deadpool
Kinostart DE: 11.02.2016
FSK: 16
Laufzeit: 109 Minuten
Produktion: 20th Century Fox
IMDB-Wertung: 8,6/10 (Stand: 24.02.2016)

Regie: Tim Miller

Darsteller: Ryan Reynolds, Morena Baccarin, Ed Skrein, T.J. Miller, Gina Carano, Brianna Hildebrand u.a.


Deadpool ist anders als die Superheldenfilme, die man sonst aus dem Hause Marvel kennt. Seine FSK-Wertung legt schon nahe, dass wir es hier mit einem brutalen, blutigen Film zu tun haben, der darüber hinaus auch noch mit derben Witzen daher kommt. Leider krankt Deadpool etwas an seiner flachen Storyline und den schwachen Nebencharakteren, allen voran einem absolut austauschbaren Antagonisten. Nichts desto trotz ist Deadpool aber frischer Wind in der Landschaft der Comicverfilmungen und macht auch mit den Schwächen ziemlich viel Spaß. Ich gebe 7.5/10 Punkten.


Der neueste Streich aus dem Hause Marvel ist keiner der altbekannten Avengers und sicher kein typischer Superheld. Deadpool, so sagt er selbst, ist zwar super, aber kein Held.

Diese Comicverfilmung liefert uns die Geschichte von Wade Wilson, der zu Deadpool wird und der Rache sucht für das, was ihm angetan wurde. Auf dieser Suche nach Rache geht es ziemlich blutig und brutal zu – aber eben auch ziemlich witzig mit derben Sprüchen, die unter die Gürtellinie gehen und/oder andere Phänomene der Popkultur aufs Korn nehmen.

Ryan Reynolds ist perfekt für diese Rolle. Er kann sowohl als Wade Wilson, als auch als Deadpool überzeugen und seine coolen Sprüche halten den Film am Leben.
Leider ist Reynolds auch der einzige Schauspieler, der wirklich hervor sticht. Die anderen Charaktere des Films bleiben eher blass. Seine Freunde Weasel und die blinde Oma sind zwar sympathisch, tragen aber nicht wesentlich zur Handlung bei. Freundin Vanessa hatte ihre starken Momente, kann auch nicht als Jungfrau in Nöten klassifiziert werden, bleibt aber eben auch hinter dem dominanten Hauptcharakter zurück. Ein kleiner Lichtblick war Brianna Hildebrand als Negasonic Teenage Warhead, aber die Begeisterung, die andere für sie aufbringen, kann ich leider nicht ganz teilen. Dafür war sie mir dann doch zu sehr „nerviger Teenager“.

Richtig bitter wird es aber erst bei der Betrachtung des Antagonisten: Ajax/Francis ist absolut austauschbar und wirkte auf mich zu keiner Zeit wie eine ernsthafte Bedrohung. Ed Skrein sah ich zum ersten Mal in „Transporter Refueled“ und ich hatte eigentlich auch gehofft, dass es das letzte Mal gewesen wäre. Er hat ein nettes Gesicht, aber Talent sehe ich da nicht. So hat er es auch leider nicht geschafft, seinem Bösewichten Persönlichkeit einzuhauchen. Abgesehen davon, liefert das Drehbuch einfach zu wenig über die Motivation der Gegenseite – einfach böse sein!?

Ich gebe Deadpool dennoch eine gute Wertung, obwohl mir die Nebencharaktere zu flach und die Story stellenweise zu lang gezogen war. Warum? Weil er dennoch Spaß gemacht hat. Action und Humor stimmen einfach, und wir haben es hier mit einer Comicverfilmung der etwas anderen Art zu tun, die ich mir in Zukunft sicher gerne noch mal ansehen werde. Für Fans des Genres auf jeden Fall sehenswert! 7.5/10 Punkte.

6 Kommentare

  1. Ich hatte große Erwartungen an Deadpool, da der Film überall so gehypt wurde. Und das auch nicht ganz zu Unrecht: Der Film ist witzig und der Ton frisch. Die Geschichte und einige Figuren fand ich – wie auch du schreibst -, aber zu wenig entwickelt. Am Ende war es eben doch nur eine typische Origins-Story. Was mich persönlich am meisten störte, ist dass Vanessa, seine Partnerin, als starke Frau vorgestellt wird, am Ende aber trotzdem von Deadpool gerettet werden muss. Für mich eine klar verpasste Chance für den Aufbruch der gängigen und mühsamen Rollenklischees.

    1. Bei Vanessa teile ich deine Meinung voll und ganz! Ich hatte da zu Beginn des Films auch größere Hoffnungen. Auch am Ende gab es ja einen Moment, wo Vanessa zunächst Deadpool hilft, aber im Endeffekt war es dann doch wieder „Held rettet die Frau“, das fand ich auch schade.

  2. Ich kann überhaupt nicht versthene, warum du Deadpool besser bewertest als The Haitful 8. Ich fand Deadpool grauenhaft zum schauen und den Hype um den Film kann ich überhaupt nicht verstehen. Bereits der Trailer machte mich nicht wirklich an und als ich dann im Kino sass, dachte ich mir die ersten 30 Min. Ok das kenne ich schon, hab ich im Trailer gesehen.

    Auch die Witze und Sprüche funktionierten meiner Meinung nach überhaupt nicht. (Ich habe ihn auf English gesehen) Vielleicht erhoffte ich mir auch etwas zu viel von Marvel. Deadpool sollte ja der totale Antiheld sein und sich nicht ernst nehmen. Ok das zweite macht er ja auch. Aber trozdem ist es immer noch ein 0815 Superhelden Film der genau gleich ist wie alle anderen Marvel Filme.

    Ich gebe zu, ich bin absolut kein Marvel Fan. Ich fand schon Avengers nicht gut und einfach zu überfüllt mit künstlichen CGI kram und Explosionen. Das gleiche war auch bei Deadpool. Ich hatte immer das Gefühl, das fast der Komplette Film im Greenscreen gedreht wurde.

    Für mich ist Deadpool momentan die Entäuschung des Jahres… Obwohl London has Fallen erst noch in die Kinos kommt….

    1. Warum ich Deadpool besser bewerte als The Hateful Eight? Weil ich ihn besser fand 😉 Ganz einfach. Hätte ich, die Tarantinos vorherige Filme sehr mochte, vielleicht auch nicht erwartet, ist aber so. Ich bewerte aus meinem Gefühl heraus, ganz subjektiv. Und da hat mir Deadpool eben viel mehr Spaß gemacht – es hat meinen Humor getroffen und es ist ein Film, den ich mir durchaus häufiger ansehen würde. Das kann ich von TH8 nicht sagen.
      Aber wenn die Witze und Sprüche nicht funktionieren, dann wird es wohl schwer den Film zu mögen, ja, von daher kann ich gut verstehen, dass er dir nicht gefallen hat. Und ich kann auch verstehen, wenn dieser Humor einen nicht anspricht, bzw. Humor ist sowieso immer eine sehr schwierige Sache. Es ist wahrscheinlich unmöglich, dass ALLE einen Film lustig finden.

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