Frau Margarete

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Filme

[Kino] Gone Girl – Das perfekte Opfer

Amy Dunne verschwindet an ihrem 5.Hochzeitstag spurlos aus der Vorstadtidylle. Im Haus deutet alles auf einen Überfall hin, doch die Ermittler zweifeln. Bald schon rückt ihr Ehemann Nick Dunne in das Zentrum der Verdächtigen. Doch auch Amy scheint nicht die unschuldige Ehefrau gewesen zu sein, die sie nach außen zeigte…

MEINE MEINUNG

Man kann eigentlich kaum etwas über die Handlung von Gone Girl verraten, ohne zu viel vorweg zu nehmen. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Gillian Flynn, den ich allerdings nicht gelesen habe, weswegen ein Vergleich in diese Richtung ausfällt.

Was also sagen über einen Film, dessen Handlung nicht den kleinsten Spoiler verzeiht? Nun, man kann dem Film zugute halten, dass nahezu jede Szene handlungsrelevant ist. Ich erinnere mich nicht an Dialoge oder Situationen, die nicht für den Fortgang der Geschichte wichtig waren. Und diese Geschichte hat es in sich: Eine wirklich interessante, ein stückweit auch innovative Idee, die in Buchform sicher unfassbar spannend wirkt.

Als Film jedoch konnte mich die Geschichte nicht ganz überzeugen. Die Idee ist gut, die Schauspieler überzeugen, auch wenn Ben Affleck nicht mein Lieblingsgesicht auf der Leinwand ist, und Kameraführung und Schnitt überzeugen. Doch es sind zwei Aspekte, die für mich schwer wiegen und warum ich den Film nicht besser bewerten kann.

Zum Einen finde ich den Film sehr lang und langatmig. Trotz der guten Grundidee kommt keine richtige Spannung, keine packende Atmosphäre auf. Hier finde ich sowohl den Soundtrack zu schwach (denn wir alle wissen, wie Musik die Spannung bis zum Höhepunkt treiben kann), als auch das Tempo des Films. Dies überschneidet sich zum Teil auch mit meinem zweiten Kritikpunkt: der kühlen Atmosphäre des Films. Man möchte nicht eintauchen in diesen Film, denn er wirkt so kalt und fern und hart. Gleichzeitig kann man sich mit keiner der Figuren identifizieren, was ich schwierig finde. Sicher ist es ein gutes Konzept, keinen klassischen „Bösewicht“ und nicht die klassische „gute Fee“ zu präsentieren, sondern hier mit den Grautönen, mit den Dingen zwischen den Zeilen zu erzählen, aber wenn jedwede Sympathie verloren geht oder gar nicht erst entstehen kann, dann finde ich das schade. Es trägt auch nicht zum Spannungsbogen bei, denn man denkt sich selten „Sowas könnte mir auch passieren“, was ja oft den wahren Thrill in so einem Film ausmacht. Aber diese Gedanken kommen eben nicht, weil man sich nicht identifizieren kann. Ich zumindest nicht.

Und deswegen schneidet „Gone Girl“ bei mir nicht so herausragend ab wie anderswo. Man kann ihn sich sicher anschauen, muss allerdings Geduld mitbringen und seine Erwartungen etwas zurückfahren. Dann aber bekommt man einen soliden Thriller mit einer guten Story und beachtenswerten Darstellern. 6 Punkte dafür.

1 Kommentar

  1. Seh ich genauso! Ich habe den Film vergangene Woche gesehen und während mein Freund hellauf begeistert war, fand ich den Film einfach zu unterkühlt und fern und viiiiel zu langatmig. Tolle Rezension, ich lese mir immer unheimlich gerne durch, was du über verschiedene Filme denkst, weil du meist einer sehr ähnlichen Ansicht bist wie ich. 🙂 Liebe Grüße und einen tollen Wochenstart!

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