Frau Margarete

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[Kino] Mad Max: Fury Road

Die Welt ist am Ende, nur noch Staub und Hitze. In dieser unwirtlichen Umgebung treffen wir Max, ein Einzelgänger, den es erst in die Hände vom fiesen Häuptling Immortan Joe verschlägt und schließlich auf den Truck von Imperator Furiosa. Gemeinsam mit den „Five Wifes“, die Furiosa aus den Fängen von Joe befreit hat, sind sie auf dem staubigen Weg zum grünen Ort, immer auf der Suche nach Hoffnung und Erlösung.


In this wasteland I am the one who runs from both, the living and the dead. A man reduced to a single instinct: survive.


Originaltitel: Mad Max: Fury Road
Kinostart: 14.Mai 2015
FSK: 16
Laufzeit: 121 Minuten
Produktion: Warner Bros Pictures
Homepage: http://www.madmaxmovie.com/
IMDB-Wertung: 8,7 (Stand: 29.05.2015)

Regie: George Miller

Darsteller: Tom Hardy als Max Rockatansky, Charlize Theron als Imperator Furiosa, Nicholas Hoult als Nux, Hugh Keays-Byrne als Immortan Joe


 

Mad Max: Fury Road begeistert als gelunges Reboot der Kultreihe. Der Film bietet außergewöhnliche und spannende Charaktere, denen man etwas mehr Tiefgang hätte zugestehen können. Was der Streifen dadurch an Spannung einbüßt, macht er mit seiner dreckigen, rasanten Action wieder wett. Kamera und Musik fangen den Zuschauer ein in dieser unbarmhezigen Welt aus rotem Staub – und man hat über 120 Minuten lang nicht das Bedürfnis, entkommen zu wollen.

Wertung: 8.5/10 Punkte


George Miller lässt uns in seinem Reboot der Mad Max-Reihe direkt eintauchen in die staubige, lebensfeindliche Welt, in der Max zuhause ist. Wir begleiten die Hauptfigur hier bei einer rasanten Verfolgungsjagd durch die Wüste, bei der es nicht (nur) um die wertvollen Güter Wasser und Benzin geht, sondern auch um fünf Frauen, die von Imperator Furiosa befreit wurden und nun zu einem besseren Ort gebracht werden sollen. Auf dieser Mission bekommen die Frauen Unterstützung von Max, der ebenfalls den Fängen von Immortan Joe entkommen ist.

Spannende und untypische Helden

Max bleibt den gesamten Film über eher still, aber „ruhig“ wäre hier das falsche Wort, denn er ist stets präsent. Tom Hardy verkörpert diesen Helden (oder sollte man Antiheld sagen?) souverän, hätte mit einem stärkeren Drehbuch und mehr Text aber sicher noch mehr aus seiner Rolle rausholen können. Dennoch sind seine grundlegenden Charakterzüge zu erkennen: der Einzelkämpfer, der nach außen hart und unnahbar wirkt, im Grunde aber eine gute Seele hat und bemüht ist, die Menschen um ihn herum zu retten. Gerade dieses Bestreben und sein Unvermögen, eben nicht alle retten zu können (wer könnte das schon?), macht ihm aber zu schaffen und treibt ihn dazu, sich selbst zu isolieren, auf der Suche nach sich selbst und seiner eigenen Erlösung.

Die zweite Hauptrolle hat unumstritten Charlize Theron in diesem Wüstenspektakel. Als Imperator Furiosa spielt sie eine starke, weibliche Rolle, die man sonst nur selten in Actionfilmen sieht. Sie ist keine Jungfrau in Nöten, sie muss von niemandem gerettet werden, weder von Max noch von sonst irgendwem. Sie rettet sich und die anderen Frauen selbst aus dem brutalen Patriarchat von Immortan Joe. Furiosa ist eine starke Frau, die auch dann ihren Kampfgeist behält, wenn sie vor den Scherben ihrer Träume steht. Und Charlize Theron verkörpert das großartig.

Ganz besonders gut gefallen hat mir auch War Boy Nux, der von Nicholas Hoult verkörpert wird. Er macht im Laufe des Films eine interessante Wandlung durch, die zwar etwas schnell, aber dennoch glaubwürdig erzählt wird. Seine Rolle werde ich sicher noch länger in Erinnerung behalten. Nux stammt aus dem War Boy Volk von Immortan Joe – einem Bösewicht, dem ich zwiegespalten gegenüberstehe. Äußerlich ist er sicherlich eine Wucht: beeindruckend schaurig rast er durch die Wüste. Doch ansonsten blieb er etwas im Hintergrund und mir somit nicht so sehr im Gedächtnis.

Untypisch typisches Action-Abenteuer

Mad Max: Fury Road ist eine typische Action-Abenteuer-Geschichte und doch wieder nicht. Einerseits haben wir es hier mit einer Ausbrecherstory zu tun, die wir so schon oft gesehen haben: Einige wenige Rebellen wollen aus einem System fliehen, das ihnen nicht mehr zusagt. Das System will das natürlich um jeden Preis verhindern. Doch Mad Max ist dennoch anders: einerseits durch den überraschend feministischen Charakter des Films, der Frauen nicht nur zu Geretteten degradiert, sondern auch zu Rettern macht. Und andererseits dadurch, dass die Hauptfigur eben nicht der uneingeschränkte Held ist, sondern zum Teil „nur“ Passagier. (Das „nur“ ist an dieser Stelle nicht abwertend gemeint, sondern positiv, denn dadurch wird Max eben nicht zur stereotypen Heldenfigur, die wir schon tausend Mal gesehen haben.)

Es ist leicht, Fury Road nur als staubiges, rot-glühendes Actionspektakel zu betrachten. Und selbst dann wird der Film wohl noch eine Menge Spaß machen. Aber in diesem Film steckt mehr als das und davon hätte ich gerne noch mehr gesehen. Die Figuren bieten interessante Ansätze und durchdachte Charaktere. Ich hätte mir gewünscht, dass hier noch ein bisschen mehr ins Drehbuch und die Dialoge investiert worden wäre, anstatt in die bombastische Action, aber im Endeffekt drücken sich Figuren eben nicht nur über Worte aus, sondern auch über Handlungen. So hat die Action in Mad Max sicher einen gewissen Selbstzweck und auch einen Unterhaltungswert, sie bringt die Handlung aber auch voran und bringt die Figuren in Situationen, in denen sie ihre Charaktere durch Entscheidungen festigen.

Doch, wie bereits beschrieben, unterhält die Action auch ziemlich gut. Unterstützt wird dies durch die (im wahrsten Sinne des Wortes) wahnsinnigen Bilder und den starken Soundtrack. Während die Kamera roten und braunen Staub einfängt, uns hineinzieht in die trockene Wüste, in den undurchsichtigen Sandsturm, treibt die Musik das Tempo voran. Die Bilder werden hektisch, brutal, schnell – auf der Leinwand schaltet Furiosa in den nächsten Gang, feuert Max noch eine Waffe leer, trommeln die War Boys schneller. Es ist nicht nur die Wüste, die das Szenario so wahnsinnig macht. Es sind die War Boys, die mit ihrer weißen Haut und ihren kahlen Köpfen so anders und doch alle gleich aussehen. Und es sind die Fahrzeuge, die schnell, laut und stark sind, mit Stacheln verziert, mit Flammenwerfen ausgestattet. Als Zuschauer weiß man gar nicht wo man hinsehen soll und ist sogleich gefangen in dieser postapokalyptischen Welt.

Fazit: Mad Max: Fury road als Gelungenes Reboot der Kultreihe

Mad Max: Fury Road begeistert als gelunges Reboot der Kultreihe. Der Film bietet außergewöhnliche und spannende Charaktere, denen man etwas mehr Tiefgang hätte zugestehen können. Was der Streifen dadurch an Spannung einbüßt, macht er mit seiner dreckigen, rasanten Action wieder wett. Kamera und Musik fangen den Zuschauer ein in dieser unbarmhezigen Welt aus rotem Staub – und man hat über 120 Minuten lang nicht das Bedürfnis, entkommen zu wollen. Ich gebe dem Film 8.5/10 Punkte.

4 Kommentare

  1. Ich bin ja ein wenig neidisch, dass du schon in „Mad Max“ warst [nun ja, schon ne…] – ich bin ja froh, dass ich jetzt endlich jemanden für den Kinobesuch gefunden habe und ihn nun Dienstag auch sehen werde. Freue mich ja schon lange drauf.

    – Und du steigerst meine Vorfreude nur noch, war ja klar 😉 Den Trailer fand ich von den Bildern her ja schon total klasse, und wenn das im fertigen Film dann auch so super aussieht, kann nichts schief gehen. Und dass du das mit den starken Frauenfiguren noch mal bestätigst, bin ich auch darauf nur umso gespannter.

    Ich hab ihn ja nun noch nicht gesehen, aber ich freue mich jetzt schon auf Teil 2 und 3 des Reboots, kann ich sagen 😀

    Eine sehr schöne Kritik!

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