Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Bücher

[Gelesen] Lauren Oliver – Delirium

Lena lebt in einer Welt, in der die Liebe eine Krankheit ist. Sie birgt Gefahren, Risiken und nicht zuletzt den Tod. In Lenas Welt wird alles bestimmt von vermeintlicher Sicherheit und Ordnung. Zäune und Wachen grenzen die Städte von der Wildnis ab, jeder Bürger wird dokumentiert und überwacht – und vor allem: geheilt. Kurz nach dem 18.Geburtstag wird ein Eingriff vorgenommen, der die Menschen von der Liebe heilen soll. Doch nicht selten geschieht es, dass Jugendliche vor ihrem 18.Geburtstag mindestens einmal schwer an Amor Deliria Nervosa erkranken…
Meine Meinung
Ich schwimme ja momentan total auf dem Dystopien-Hype mit. Könnte am verheißungsvollen, bevorstehenden Datum 21.12.2012 liegen. Oder daran, dass es einfach viele tolle Dystopien gibt, die mich in ihrer Welt fesseln. So wie Delirium.
Die zukünftige Welt, die Lauren Oliver hier entworfen hat, ist erschreckend detailliert ausgearbeitet. Ihr Sprachstil half mir, mich in der Stadt zurecht zu finden, alle Orte und Situationen gut vor Augen zu haben. Dass Liebe als Krankheit identifiziert wurde liegt in der Geschichte schon einige Zeit zurück und die Sehnsucht nach angeblicher Sicherheit ist fester Bestandteil der Gesellschaft geworden. Die neue Religion, beängstigend und doch irgendwie vorstellbar, bestimmt das Leben und den Glauben der Leute. Und Lena ist Teil von ihnen. Sie kann den Tag ihrer Heilung kaum noch erwarten.
Und dann trifft sie Alex.
Eigentlich, würde ich sagen, ist ihre Liebesgeschichte keine besonders originelle – und irgendwie ist sie es doch, aufgrund der Umstände, unter denen die beiden leben. Aber ob originell hin oder her: Die Autorin hat es geschafft, mich mit ihren wunderschön beschriebenen Bildern und Metaphern zu fesseln, mich in die Situationen einzufühlen und mitzufiebern. Lena und Alex waren mir sehr sympathisch und auch ihre Handlungen konnte ich immer gut nachvollziehen. Vor allem Lena macht im Laufe des Buches eine Wandlung durch, die zwar nicht überraschend ist, aber doch interessant zu lesen. Auch Nebencharaktere wie Hana oder Lenas Familie waren gut ausgearbeitet. Logiklücken fand ich keine, das macht das Lesen immer schön angenehm.
400 Seiten lang ist das Buch spannend, gefühlvoll, dann und wann etwas kitschig (aber im richtigen Rahmen), immer interessant und unterhaltsam. Das Ende ist bombastisch und bei mir als Leserin mischten sich diverse Gefühle – von Hoffnung bis Trauer, von Liebe bis Wut – durcheinander. Delirium hat mich bis zur letzten Seite berührt und so erschlagen zurück gelassen, dass ich nicht anders kann als Erstens 7 Buchpunkte zu vergeben und Zweitens auf die Fortsetzung Pandemonium (November) zu warten!

4 Kommentare

  1. Gut, dass es verschiedene Geschmäcker gibt. Titanic zum Beispiel ist einer der schlehtesten und langweiligsten Filme die ich je gesehen habe… mal abgesehen von Twilight… Da kann die Titanic noch so oft wirklich unter gegangen sein, jede Doku darüber ist interessanter als der Film. Ich muss allerdings zugeben, dass ich Catch me if you can verhältnismäßig gut fand 😉

  2. „Delirium“ steht auch in meinem einen SUB-Regal und schimmelt langsam vor sich hin. Das Debüt der Autorin gefiel mir damals nicht sonderlich gut, daher schiebe ich das Buch ein wenig vor mir her. Nach deiner begeisterten Kritik sollte ich es aber vielleicht tatsächlich mal versuchen 😉
    Das neue Bewertungssystem gefällt mir übrigens!

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