Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Filme

May the Nerd be with you

Am vergangenen Wochenende stand ein großer Tag für alle Geeks und Nerds unter uns an. In diesen Kreisen gilt der 4.Mai als eine Art Feiertag, denn da wird der offizielle Star Wars Tag zelebriert. Und jetzt kann ich sagen: Ich war dabei!
Im Cineplex Marburg (und in vielen weiteren Kinos deutschland- und weltweit) wurde ein Star Wars Marathon Wochenende angeboten. Am Samstag wurden Episode IV bis VI gezeigt, am Sonntag dann die neuen Episoden (I bis III). 
Der Marathon kostete 30 Euro, wie ich finde ein ziemlich guter Preis für sechs Filme. Im Cineplex ist man sonst ja ganz andere Preise gewohnt.
Zugegeben: Es ist nicht gerade gemütlich, sieben oder acht Stunden im Kino zu sitzen, da mögen die Sitze noch so komfortabel sein. Man kann seine Beine nicht ausstrecken und irgendwann weiß man einfach nicht mehr wie man sitzen soll. Man rutscht in seinem Sessel hin und her, manövriert die Beine von links nach rechts, streckt den Rücken, beugt den Rücken, und wechselt von einer Pobacke auf die andere, weil keine von beiden noch länger sitzen will. Dass die Pausen zwischen den Filmen sehr kurz waren (zehn Minuten ungefähr) hat uns auch daran gehindert, mal einen kleinen Spaziergang oder so zu machen, den ich echt gebraucht hätte.
Aber genug der Nörgelei! Vom abgenutzten Sitzfleisch abgesehen war der Kinomarathon natürlich fantastisch! Die alten Klassiker auf der großen Kinoleinwand zu sehen hat den Filmen nochmal so viel mehr Charme verliehen, die Geschichte wurde noch viel greifbarer und ich habe die Filme noch lieber gewonnen als zuvor. Auch die neuen Episoden haben mehr oder weniger Spaß gemacht. Episode I finde ich nach wie vor ziemlich belanglos, aber Episode II hat im Kino wirklich mehr Spaß gemacht als auf DVD. Und Episode III hat mich ziemlich begeistert – ich finde Hayden Christensen in diesem Teil auch viel weniger nervig als in Episode II, was zu einem nicht geringen Teil an seiner Frisur liegt =D
Abseits vom Filmgeschehen auf der Leinwand gab es aber auch noch allerhand zu entdecken. Denn im Saal liefen auffallend viele Nerds rum. Nicht dass mich das jetzt irgendwie überrascht hätte, aber es war schon ziemlich lustig. Mal abgesehen von den normalen Fans, die zum Beispiel Star Wars T-Shirts trugen, gab es auch einen Mann, der im Jedi-Kostüm erschien, es gab die obligatorische Pickel-und-fettige-Haare-Fraktion der Nerds und bei Episode I-III sahen wir sogar ein paar Teenager-Fangirls, die bei jeder „dramatischen“ Szene mit Hayden Christensen ein mitfühlendes „Oooh“ verlauten ließen. (Aus meiner Ecke kamen eher Würgelaute.) Hinter uns saß ein stark adipöser Mann der scheinbar alle sechs Teile verschlief, denn wir hörten ihn sehr häufig schnarchen. In den Pausen erzählte er seinem Sitznachbarn dann von seiner Seriensammlung, darunter unter anderem auch Friends, Gilmore Girls und Desperate Housewives. Und mein Kumpel saß neben einer Mutter und ihrem Kind, die alle Filme mit comicartigen Kommentaren wie „Bäääm“ oder „Wuuuusch“ ausschmückten.
Ja, das Star Wars Movie Marathon Wochenende war ein Highlight, in jeder Hinsicht. Es war zwar sehr anstrengend, und ich bräuchte nun eigentlich ein Wochenende vom Wochenende, aber es war auch sehr schön und lustig. Ich habe Menschen gesehen, von denen ich dachte, sie würden nur in Filmen existieren und ich habe aus Bechern getrunken, von denen ich dachte, sie würden nur in den USA existieren. Ich habe für Getränke und Snacks im Kino fast so viel ausgegeben wie für die Filme, mir war schlecht, mir tat alles weh – aber ich würde es jederzeit wieder mitmachen! 
Möge die Macht mich euch sein,

7 Kommentare

  1. Hi Katie!
    Ich glaube das ist echt ein Erlebnis, aber ich würde es nicht durchhalten so lange rumzusitzen. Da musst du dir ja schon fast Trombosestrümpfe anziehen, um das durchzustehen :-P.
    Und trotzdem würdest du es wieder machen ^^. Ich freu mich für dich! Danke für die Eindrücke!

    LG
    Anja

  2. Wenn man Star Wars Fan ist bestimmt eine tolle Sache, aber mich konnten die Filme noch nie so wirklich begeistern, auch wenn die Fanbase groß ist. 7-8 Stunden Kino ist aber auch echt extrem, ich glaube da hätte mir auch alles weh getan nach einer Zeit und die Pausen waren wirklich sehr kurz…ich glaube mir wäre das echt zu lange gewesen, auch wenn ich Kino liebe :D.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Ich habe bisher auch nur ein paar Folgen gesehen, aber bisher konnte es mich noch nicht so richtig packen ,aber Geschmäcker sind ja verschieden und ich bin froh, dass Jana euch diese Serie näher bringt. Ich mag ja lustigerweise die Jugendversion „The Carrie Diaries“ richtig gerne…:)

  3. Das kann ich mir vorstellen, dass das total cool war! Ich bin zwar kein so großer Fan der Star Wars Filme, aber ich find allgemein solche Marathons echt cool. Das ist eben wirklich was für eingefleischte Fans. Echt lustig, dass da wirklich so die typischen Nerds vertreten waren 😀 Da lohnt es sich ja allein deswegen schon hinzugehen 🙂 Aber ich stell mir das auch ziemlich hart vor. Nur so wenig Pausen und dann so lange im Kino sitzen? Find das immer schon bei einem dreistündigen Film ziemlich krass, aber zwei oder drei Mal so lang? Puh, da muss man die Filme echt lieben 🙂
    Ich würde so was glaub für einen IT Crowd Marathon machen 😀 Die Serie ist einfach so geil und ich wette, da wäre das Kino auch voller Nerds^^
    LG,
    Lia

  4. Grüß Dich, Katie.
    „Ich habe da ein ganz mieses Gefühl.“

    Ich gestehe, für mich besteht die Reihe nur aus zwei Filmen. 'Empire“ als der richtige Schritt auf dem richtigen Weg. Und 'Star Wars', der die Story in Gang schiebt. Danach geht Lucas den Pfad konsequent abwärts – und durchschlägt dabei noch den Fußboden im Keller.
    Die talentfreie Ablichtung des Bengel Anakin (wobei selbst Mimen wie Neeson, McGregor, Portman, Jackson, Lee verpuffen), die wirklich grottig inszenierte Lovestory, der visuelle Overkill, die Abwesenheit der Spannung über weite Teile, oder Vaders erbärmliche „Neeeiiin!“-Szene. Nur ganz gelegentlich blinkt der Moment sense of wonder durch.
    Star Wars hätte in toto eine beeindruckende, mitreißende Space Opera werden können. Wenn George Lucas nur noch als Produzent fungiert hätte.

    Möglicherweise kratzen die neuen Macher mit der abschließenden Trilogie (VII – IX) doch noch die Kurve. In memoriam 'Empire“ sozusagen!

    Merci für Deine lebhafte Review.

    Waren denn auch Jungs & Mädels der „501st“ vor Ort? 🙂

    bonté

  5. Du hast natürlich weitgehend Recht: Die alten Filme sind die besseren, allen voran „Star Wars“ und „Empire strikes back“, ich mag auch „Die Rückkehr der Jedi Ritter“ obwohl es mitunter als Aufwärmung von „Krieg der Sterne“ gilt.

    Keine Frage, den neuen Filmen fehlt jeglicher Charme der alten Klassiker, und trotz gutem Cast kommen die Charaktere nicht so greifbar und authentisch daher wie Luke, Leia, Han und Co.. trotzdem gehören sie für mich zur Reihe dazu, wenn sie auch nur unfreiwillig komisch sind 😉

    Auf die Fortsetzung der Reihe bin ich sehr gespannt.

    Ob auch Leute der 501st Legion da waren, weiß ich nicht – sie haben sich nicht zu erkennen gegeben 😉 Ich denke aber nicht, es war nur ein Mann in einem Jedi-Kostüm da 😉

  6. …vermutlich waren die 400 von „Vader's fist“ an dem Tag ausgebucht. 😉

    Das Plot-Recycling wäre nicht das Problem von 'Jedi' – es sind die Ewoks. Dabei enthält das Finale zwischen Luke & Vader eine der epischsten Szenen der gesammten Reihe – wenn er aus verzweifelter Angst um seine Schwester gegen seinen Vater anrennt.

    bonté

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