Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
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[Kino] Prometheus

2093. Das Forschungsraumschiff Prometheus erreicht nach zwei Jahren sein Ziel. Ein unbekannter Planet in einem fremden Sonnensystem, auf dem es Leben geben soll. Und nicht nur irgendein Leben. Dr. Elisabeth Shaw und Dr. Charlie Holloway sind sich nach jahrtausende alten Höhlenmalereien sicher, dass sie auf diesem Planeten die Schöpfer der Menschen finden werden.
Doch was erwartet das Forschungsteam wirklich auf dem unbekannten Planeten? Und wenn es dort Leben gibt: Ist es gutmütig?

Meine Meinung

Der Trailer zu diesem Sci-Fi-Abenteuer sah vielversprechend aus, die Story ist es auch. Regisseur und Produzent Ridley Scott spricht irgendwie für sich und Darsteller wie Charlize Theron, Noomi Rapace und Michael Fassbender lockten mich zudem ins Kino. In einen Film, der von Anfang an vorhersehbar, stumpf, unlogisch und am Ende vollkommen überflüssig ist.

!Offensichtlicher Spoiler ist offensichtlich!

Mal abgesehen davon, dass in unserer nicht allzu fernen Zukunft, wie das in Sci-Fi-Filmen nunmal so ist, die famoseste Technik bereits entwickelt und anwendungsbereit ist, stürzen sich Wissenschaftler in diesem hochtechnologisiertem Zeitalter in ein Abenteuer, das lediglich auf ein paar Höhlenkritzelein beruht. Damit wären wir schon bei der Aussage, die nach 10 Minuten den Film hätte enden lassen können: „300 Jahre Darwinismus ignorieren!?“ Na gut, Zähne zusammen beißen und durch, das ist immerhin Science Fiction und die Idee, dass wir eigentlich von Aliens erschaffen wurde, ist ja auch ganz interessant. (Das mit der Entwicklung vom Affen und so müsste mir dann trotzdem noch einer erklären.)

Bereits in den ersten Minuten wird deutlich, dass auch die provisorische Liebesgeschichte nicht fehlt und das ach so herzzerreißende Schicksal der weiblichen Protagonistin wird deutlich. Dass sie 10 Minuten, nachdem sie tränenreich verkündet hat, keine Kinder bekommen zu können, ein Alienbaby in sich trägt, war erst der Anfang vom Ende, denn ab da geht es mit dem Film stetig bergab. Obwohl, nein, eigentlich ging es nie bergauf. Es sind da die kleinen Dinge, die mich stören. Dass die Forscher in einer fremden Welt ihre Helme abnehmen – okay, ihr könnt hier atmen, aber ihr habt keine Ahnung was da lauert und sollte man da nicht vor allem seinen Kopf schützen? Oder dass zwei Forscher in einer Höhle gefangen sind und der Captain, der etwas Seltsames auf dem Rader erkennt, nicht die Überwachung übernimmt, sondern lieber mit der Frau Chefin pimpert? Da wundert einen ja nicht mehr was im Fortgang passiert.

So. Selbst wenn es in 70 Jahren möglich sein sollte, eine Abtreibung von einer Maschine durchführen zu lassen, so wundert es mich doch, dass niemand auch nur den Hauch einer Notiz davon nimmt, dass da gerade eine blutverschmierte, halbnackte und notdürftige zusammengetackerte Frau durchs Raumschiff wankt!? (Die übrigens dummerweise vergessen hat den wabbeligen Alienfötus zu töten, kann ja schonmal passieren. Dass der einem später nochmal begegnet sollte selbst dem begriffstutzigsten Zuschauer klar sein.)

Nein, die halbnackte, blutverschmierte, fast kollabierende Frau wird übertrumpht von einem alten, senilen Mann, der plötzlich auf dem Raumschiff ist, obwohl alle dachten er wäre tot. Unnötige Wendung, hallo! Dieser Mann ist Schöpfer des Roboters David, der allerdings verblüffend menschlich aussieht. Und wie es der Herzschmerz nunmal so will, liebt der Professor den Roboter mehr als seine eigene Tochter und die ist deswegen natürlich voll verbittert und so. Das ist dann auch das einzige Merkmal, dass die Rolle von Charlize Theron ausmacht und ich frage mich was sie dazu getrieben hat, in diesem Film mitzuwirken!?
Der alte Mann (geschätzte 130 Jahre alt) und die frisch am Abdomen operierte Frau quetschen sich dann also spontan in ihre Schutzanzüge um eine neue Expedition zu starten. Dass die Scheiße dann ordentlich eskaliert, liegt auf der Hand. Und die frisch operierte Frau, die gerade noch keuchend und vor Schmerzen vergehend auf dem Boden lag und wimmerte, kann auf einmal rennen wie Usain Bolt. (Jaja, ich weiß, Adrenalin und so.)

Der Roboter David sieht übrigens nicht nur sehr menschlich aus. Denn obwohl er eigentlich keine Seele hat, entwickelt er irgendwie (fragt nicht wie, die Erklärung gibt es nämlich nicht) Gefühle und Gelüste wie Rache, Enttäuschung, Angst oder sowas wie Geltungssucht. Wie Roboter nunmal so sind.
Und die Frau, die nicht nur Maschinen bedienen kann, die einen operieren, die ist sowieso ganz klasse. Die ist nämlich Archäologin und Ärztin in einem. Ich glaube, Noomi Rapace hat das ganz gut gespielt, aber ich war von der Stumpfheit der Geschichte so irritiert, dass ich nicht wirklich auf die Qualität der Schauspieler achten konnte. Naja, außer Logan Marshall-Green, weil er ganz putzig war mit seiner trunksüchtigen, naiven, Klein-Jungen-Rolle, die keinerlei Qualifikation besitzt bei so einer Mission dabei zu sein. Und weil er gut aussieht, aber davon hat man leider nicht lange was.

Das Ende vom Lied ist dann übrigens, dass eigentlich nichts heraus gefunden wurde und die Reise weitergeht. Danke dafür. Ich hoffe im echten Leben bekommt der Film keinen Oscar, bei mir (neues Bewertungssystem) bekommt er einen, für die nette Idee und die guten Effekte.

8 Kommentare

  1. der Trailer sah wirklich unglaublich aus!

    aber ich habe schon von sovielenn gehört, dass der Film definitiv nicht gut ist…deswegen habe ich ihn mir dann auch nicht angeschaut und warte auf den DVD Release…

    ich würde ihn mir dann nur wegen den Bildern anschauen…die Optik ist schon nicht übel 😉

  2. Sind die Oscars jetzt nur bei Filmen oder auch bei Büchern? Ich mochte die 7 Zwerge nämlich eigentlich ganz gerne, auch wenn das hier besser zu Filmen passt 😉
    „Prometheus“ hat mich ja von Anfang an nicht interessiert. Das Einzige meiner Meinung nach gute an der Geschichte war die Musik des Trailers 😀 Vielleicht liegt es daran, dass ich Alien-Filmen generell nicht viel abgewinnen kann.
    Ich bin jedenfalls froh, ihn nicht gesehen zu haben – offensichtlich ist er es ja echt nicht wert…

  3. @ Sonne: Die Oscars gibts bei den Filmen; bei Büchern gibts es Bücher 😉 Die 7 Zwerge mochte ich auch, aber ich räume gerade meinen Blog auf was urheberrechtsgeschützte Bilder angeht etc. Und da gehören die Zwerge leider dazu!

  4. Dankeschön. Jaa Kaffee ist nicht jedermanns Sache, aber ich bin total süchtig danach. An sich ist der Teig ja ein normaler Schoko Teig, da kannst du eigentlich jedes Topping nehmen und die Paradiescreme gibt es ja auch noch in Schoko, Vanille etc 😉

    Aufjedenfall ein Film für meinen Dad, ich steh sonst nicht soo auf Sci-Fi…

    Lg Nicole

  5. Ich fand den Film auch nur ok. Vom Trailer her, hatte ich mir viel mehr erhofft.
    Daviv war allerdings mein persönliches Highlight. Die schauspielerische Leistung von Michael Fassbender fand ich grandios und da er ein Android war, fand ich es nicht schlimm, dass er menschliche Gefühle gezeigt hat.
    Da ich Biologie studiert habe, fällt es mir allerdings auch etwas schwer, die Entstehungsgeschichte der Menschen zu akzeptieren 😉
    LG,
    Solana

  6. Ich finde den Film super 🙂 Klar gibt es hier und da paar Logik Löcher aber in den Alien Teilen geht es doch nur um das Eine: Aliens metzeln Menschen. Irgendwelche Phallussymbole ekeln Frauen an (jaja wir danken Giger dafür xD).
    Ich hoffe ja, das der zweite Teil mehr Fragen beantworten wird, warum die Schöpfer die Menschen auslöschen wollen etc. Freuen tu ich mich auf weiter M. Fassbender Szenen *Sabber*

    Ich geh trotzdem davon aus, das wir hier das Gleiche haben, wie mit der Star Wars Reihe. Die „hinten“ Teile einer Serie sind doch immer noch die Besten 🙂

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