Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
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[Gelesen] Sabrina Qunaj – Elfenkrieg

Kein Jahrhundert nach dem großen Elfenkrieg brennen wieder die Städte Elvions, doch dieses Mal

sind es Drachen, die in den Krieg ziehen. Sie zerstören die Tempel und greifen die Wächter an, ehe Nebel aufzieht und graue Schemen die Priesterinnen und Orakel vernichten. Als Aurün, die Königin der Drachenelfen, bei Königin Liadan eintrifft und vom Überfall auf ihr Volk berichtet, wird das Ausmaß der Katastrophe erst wirklich klar. Die Nebelgestalten stahlen das Drachenherz und haben damit die Drachen unter Kontrolle. Einzig Aurün konnte den Angreifern entkommen. Sie sucht Hilfe bei Eamon, der sie aus der Welt der Menschen zurück nach Elvion begleitet, um den Kampf um das Drachenherz aufzunehmen.

Meine Meinung
Lange hat es gedauert, bis ich endlich die Fortsetzung zu „Elfenmagie“ lesen konnte. Denn so einen dicken Schmöker liest man nicht mal eben nebenbei, und wegen der Arbeit kam ich kaum zum Lesen. Doch nun habe ich es endlich geschafft, ich habe „Elfenkrieg“ gelesen und möchte ich nun von meinen Eindrücken berichten.

Wie bereits im ersten Teil dieser Sage, legt die Autorin auch in diesem Werk wieder ihren unglaublichen Schreibstil an den Tag. Sabrina Qunaj kann so gut mit Worten umgehen, dass einem das Herz aufgeht. Ob sie nun zarte Gefühle oder große Schlachten beschreibt – immer wieder bringt sie genau die richtigen Worte, die passenden Details und Beschreibungen ein, damit man sich fühlt, als wäre man direkt in Elvion. Gerade einem High-Fantasy-Buch wie diesem verleiht so eine Sprache eine Menge Ausdruck und Authentizität, was mir sehr wichtig ist. Sabrina Qunaj gehört defintiv zu den besten deutschen Autorinnen, die ich je gelesen habe.

In „Elfenkrieg“ begegnen uns viele Charaktere, die wir bereits aus dem ersten Teil kennen. An der Spitze des Elfenreiches Elvion steht noch immer Königin Liadan, und auch ihren gutherzigen Bruder Eamon treffen wir wieder. Ich wurde auch im zweiten Teil nicht so richtig warm mit den beiden Charakteren, aber Sabrina Qunaj bietet wieder eine breite Palette an Figuren, unter denen sicherlich jeder seinen Liebling findet. Mir gefiel, dass die Figur des Ardemir weiter ausgebaut wurde, er ist mir sehr sympathisch und vor allem im Zusammenspiel mit der neuen Figur Vinae mochte ich ihn sehr. Vinae war mir ebenfalls sympathisch, wenngleich sie auch manchmal etwas naiv war. Das passt aber sehr gut zu ihrem Charakter, da sie (für eine Elfe) noch sehr jung war.

Und dann wäre da natürlich noch.. (hach, ich muss ein Seufzen unterdrücken).. Nevliin. Schon im ersten Band, seit seinem ersten Autritt, war er mein allerliebster Charakter. Im zweiten Band ist er sehr verändert, ganz anders als im ersten Teil und trotzdem war ich noch immer von ihm fasziniert. Gerade am Ende des Buches habe ich wieder voll mit ihm mitgefiebert und mitgelitten – Sabrina Qunaj hat mich auf eine wirklich harte Gefühlsprobe gestellt.

Schade fand ich, dass die Kobolde Bienli und Finola quasi gar nicht auftauchen. Sie brachten im ersten Band eine angenehme Art von Humor ein, die mir in diesem Teil ein wenig gefehlt hat.
Generell fand ich die Geschichte in „Elfenkrieg“ etwas schwacher als im ersten Teil, aus dem Grund, dass sie recht vorhersehbar war. Von Anfang an ahnte ich, was es mit den Nebelpriestern auf sich hatte und welche Verknüpfungen man daraus knüpfte konnte.

Ein kleiner Kritikpunkt ist für ebenfalls, dass Sabrina Qunaj ihre Figuren in „Elfenkrieg“ deutlich mehr im Schwarz-Weiß-Schema zeichnete. Im ersten Band gefiel mir sehr gut, dass die Bösen nicht nur böse und die Guten nicht immer nur gut waren. In der Fortsetzung waren mir die Figuren teilweise etwas zu stereotyp, was ich schade finde. Die einzige Figur, die hier nennenswert ist, ist sicherlich Gregoran – auch ein überaus faszinierender Charakter, der mir sehr gut gefallen hat.

Das Ende des Buches hat mir dann nochmal alles abverlangt. Also ohne zu viel zu verraten kann ich sagen, dass ich (mal wieder!) heulen musste wie ein kleines Kind. Denn alle meine Kritikpunkte sind Kritik auf hohem Niveau: Sabrina Qunaj schafft es durch ihre liebevoll gezeichneten Figuren, durch ihre plastischen Beschreibungen und ihre in sich stimmige Geschichte, den Leser mitzunehmen nach Elvion. Sie versteht es, Emotionen zu wecken, Spannung zu erzeugen und den Leser zu fesseln. Auch wenn ich hier und da kleine Schwächen in „Elfenkrieg“ finde, so ist dieses Werk doch ein würdiger Nachfolger für „Elfenmagie“ und ich kann es ohne Wenn und Aber weiterempfehlen. Ich vergebe sehr gute 8 Buchpunkte.

1 Kommentar

  1. Klingt interessant das Buch. Vielleicht sollte ich den ersten Teil wirklich mal lesen. 🙂 Scheinst aufjedenfall von den Büchern überzeugt zu sein. 😀

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