Frau Margarete

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Serien

[Serientipp] The Night Manager

Jonathan Pine arbeitet als Night Manager in den exklusivsten Hotels dieser Welt. Doch während seiner Arbeit in Kairo wird er in Geschäfte verwickelt, in die er nicht verwickelt werden wollte. Als er schließlich mit der Ermordung seiner Geliebten konfrontiert wird, schwört er dem verantwortlichen Waffendealer Richard Roper Rache. So wird der britische Geheimdienst auf Jonathan Pine aufmerksam und schleust ihn in Ropers Kreise ein. Fortan muss Pine Entscheidungen treffen: kann er selber kriminell werden, um das Richtige zu tun?



 

Originaltitel: The Night Manager
Start der 1.Staffel DE: 28.03.2016

Episoden: 8 Episoden à 45 Minuten (bzw. 6 Episoden à 60 Minuten)
Produktion: BBC, AMC, The Ink Factory
Verfügbar via: Amazon Prime Video, The Night Manager BluRay/DVD*
IMDB-Wertung: 8,4/10 (Stand: 12.04.2016)

Regie: Susanne Bier

Darsteller: Tom Hiddleston, Hugh Laurie, Olivia Colman, Tom Hollander, Elizabeth Debicki, Alistair Petrie, David Harewood u.a.


Obwohl wir es in The Night Manager nicht mit einfachen Themen zu tun haben, kann man der Handlung doch stets gut folgen. Das haben wir dem guten Drehbuch und der stimmigen Regie zu verdanken. Die wenigsten werden sich in Situationen aus der Serie hineinversetzen können, aber doch können wir mit Charakteren wie Jonathan, Angela oder Jed mitfühlen, weil sich die Serie Zeit lässt, sie vorzustellen und sie uns näher zu bringen. Die Serie nimmt konstant an Spannung zu, verdichtet sich von Folge zu Folge und findet schließlich ihr Ende in einem gelungenen Finale.


Vor kurzem ist auf Amazon Prime mit „The Night Manager“ eine interessante britisch-amerikanische Serie gestartet, die nicht nur mit einem ausgezeichneten Cast aufwarten kann, sondern auch eine spannende Geschichte verspricht. Diese Geschichte basiert auf dem Roman Der Nachtmanager von John le Carré* aus dem Jahr 1993. Die Serie hat den Stoff des Romans leicht modernisiert und in den Kontext des Arabischen Frühlings gesetzt.

Ich kenne die Vorlage nicht, kann also nicht beurteilen, inwiefern die Figuren der Serie mit denen aus dem Roman übereinstimmen. Was ich jedoch sagen kann, ist, dass das Casting dieser Serie mehr als gelungen ist.

Tom Hiddleston als zunächst etwas zurückhaltender, aber immer smarter und charmanter Night Manager Jonathan Pine ist die Hauptfigur der Serie und trägt diese als hätte er nie etwas anderes gemacht. Nicht nur, dass dieser Mann beneidenswert hübsch ist, nein, er ist eben auch ein hervorragender Schauspieler. Pines Charakter entwickelt sich im Laufe der Serie, er wird zuweilen auch für den Zuschauer undurchsichtig, und ist immer der Anker, an dem man sich beim Zusehen festhalten kann.

Meine Nummer Zwei im Cast ist, noch vor Hugh Laurie, Olivia Colman, die Angela Burr spielt. Angela ist Chefin des Nachrichtendiensts IEA, nachdem sie beim MI6 angeeckt ist. Sie ist schon lange bemüht, Richard Roper das Handwerk zu legen und brennt für ihre Arbeit. Solche weiblichen Charaktere wie Angela Burr wünsche ich mir. Sie ist clever, leidenschaftlich und engagiert. Sie lässt sich nicht von den vermeintlich mächtigen Männern einschüchtern, sondern baut ihr eigenes Team auf. Angela Burr kämpft für ihre Ideale, gegen das Böse in dieser Welt und steht stets loyal an Pines Seite.

Auch der restliche Cast kann sich sehen lassen. Richard Roper wird von Hugh Laurie verkörpert, der vor allem in der zweiten Hälfte der Miniserie sein wahres Gesicht zeigt und den Zuschauer dazu bringt, ihn zu hassen. Etwas blass blieb Elizabeth Debicki zwischen diesen großartigen Schauspielern, obwohl sie ihre Sache nicht schlecht gemacht hat. Auch sie entwickelt sich im Laufe der Serie deutlich weiter, was mir gut gefiel.

Inhaltlich beschäftigt sich The Night Manager mit einem Thema, das aktueller nicht sein könnte. Kriege, Unruhen, Gewalt und die große Frage: Woher kommen eigentlich die unzähligen Waffen, die all das Leid verursachen? Wer verkauft die Waffen, welche Organisationen stehen dahinter und wie hängt all das mit unserer westlichen Wirtschaft und Politik zusammen? Diese Problematik ist alles andere als aus der Luft gegriffen, nur bekommen wir das deutlich weniger zu spüren als zum Beispiel die Menschen in Syrien. The Night Manager ist also nicht nur spannend, sondern bringt den Zuschauer auch zum Nachdenken.

Dabei baut die Serie ihre Geschichte langsam auf – in den ersten drei bis vier Folgen wird der Grundstein gelegt für das, was danach folgt. Das heißt aber nicht, dass der Anfang langweilig wäre, überhaupt nicht. Die Serie nimmt sich Zeit, die Figuren einzuführen und dem Zuschauer klar zu machen, wie die Charaktere zueinander stehen. Wir haben Gelegenheit, Sympathien und Antipathien zu entwickeln.

Ein großes Lob für diese Serie gebührt natürlich nicht nur den Darstellern und der literarischen Vorlage für das Drehbuch von David Farr, sondern ganz besonders Regisseurin Susanne Bier. Sie bietet uns tolle Bilder an (aus Kairo, Mallorca, London, Istanbul und mehr), arbeitet mit vielen Nahaufnahmen und einem unaufgeregten Schnitt. Wir bewegen uns als Zuschauer zwischen den kalten Büros des River House, Angela Burrs provisorischer Agentur und den luxuriösen Anwesen und Hotelsuiten Richard Ropers; das Setting passt und The Night Manager erzählt somit nicht nur eine wichtige, spannende Geschichte, sondern sieht auch noch ziemlich gut aus und fühlt sich authentisch an.

Obwohl wir es in The Night Manager nicht mit einfachen Themen zu tun haben, kann man der Handlung doch stets gut folgen. Das haben wir dem guten Drehbuch und der stimmigen Regie zu verdanken. Die wenigsten werden sich in Situationen aus der Serie hineinversetzen können, aber doch können wir mit Charakteren wie Jonathan, Angela oder Jed mitfühlen, weil sich die Serie Zeit lässt, sie vorzustellen und sie uns näher zu bringen. Die Serie nimmt konstant an Spannung zu, verdichtet sich von Folge zu Folge und findet schließlich ihr Ende in einem gelungenen Finale.

Mit lediglich 6 Stunden Laufzeit passt The Night Manager perfekt in eine Woche oder ein faules Wochenende oder einen sehr faulen Sonntag 😉 Ich habe die Serie sehr genossen – und dennoch bin ich nicht traurig, dass es keine 2.Staffel geben wird. Dies wurde von Tom Hiddleston deutlich dementiert und ich kann ihm nur zustimmen, wenn er sagt: The story feels complete.“

Habt ihr The Night Manager auch schon gesehen? Wie hat Euch die Serie gefallen? Oder wollt ihr sie jetzt vielleicht auf eure Watchlist setzen? 🙂

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8 Kommentare

  1. Uuuh, allein der Trailer sieht ja schon mega aus! Und dieses tolle britische Englisch 😀 (Kann mich nie entscheiden, was ich besser finde. Dieses gehobene, vornehme britische Englisch oder das amerikanische kaugummimäßige Kauderwelsch^^). Auch die Story hört sich sehr spannend an. Und die Schauspieler erst! Da passt echt alles zusammen. Finde es auch gut, dass hier so ein aktuelles Thema aufgegriffen wird. Und was ich auch toll finde: Die Länge. Das ist echt perfekt für nen verregneten Sonntagmittag auf der Couch. Man, und mal wieder beiß ich mir in den Hintern, dass ich noch kein Amazon Prime oder Netflix oder sonst einen Streaming-Anbieter habe, weil es da schon tolle Serien gibt, wenn ich das so von dir oder anderen Blogs mitbekomme 🙂
    Aber dann muss ich wieder daran denken, dass ich mit meinem Freund glaub schon über ein Jahr an Dexter dran bin (haben uns alle Staffeln von nem Freund ausgeliehen) und wir nur alle paar Samstage abends mal zwei, drei Folgen schauen. Irgendwie kriegen wir das nicht öfter hin^^
    Wobei wir schon seit längerem mit Netflix liebäugeln…aber lohnt sich das, wenn man eigentlich so wenig Zeit zum Schauen hat? Ich werd ja schon ganz hibbelig, weil ich weiß, dass da die neuen Staffeln von Orange is the new black ausgestrahlt werden und ich unbedingt wissen will wie’s da weitergeht. Menno, Zwickmühle 😀 Aber zumindest ist Netflix ja nicht sooo teuer, also vielleicht gönn ich mir das doch mal (Ist ja nicht so, dass ich mir heut selbst ein Geburtstagsgeschenk bestellt habe, von dem ich mir 3,5 Jahre Netflix hätte leisten können *hüstel*^^). Also daran solls nun wirklich nicht liegen. Es ist eher die Zeit, die mir fehlt. Ich muss jetzt doch endlich mal selbstständige Autorin werden, dann kann ich mir meine Arbeitszeit besser einteilen und vielleicht ist dann mehr Zeit übrig für so was 😉

    1. Also wenn es um den Preis geht, dann ist Amazon auf den Monat gerechnet günstiger. Der Nachteil ist da halt, dass man 1x pro Jahr bezahlt (49 Euro), du hast aber auch Amazon Prime drin, dh kostenlose Lieferung am nächsten Tag. Ist natürlich auch praktisch, wenn man viel bestellt. Ich finde die Auswahl bei Amazon auch gut und ich habe mich jetzt erstmal damit abgefunden, auf Netflix zu verzichten. Wenn ich aber nicht mehr studiere und Geld verdiene, wird Netflix bestimmt noch dazu gebucht. Ich schau natürlich relativ viel über Amazon, also für mich lohnt es sich schon, aber das musst du selbst entscheiden 🙂

  2. Ich war auch ganz begeistert. Die ersten vier Folgen habe ich am Ostermontag gesehen. Den Rest dann im Laufe der Woche. Ich finds schade, dass es keine zweite Staffel gibt. So ein Racheding wäre nicht schlecht gewesen 😉 Aber besser jetzt zu Ende, bevor eine Serie kaputt gemacht wird.

    LG

  3. Bei Tom Hiddleston war ich wegen seiner Rolle bei den Avengers ja immer etwas skeptisch, aber spätestens bei Jim Jarmuschs „Only lovers left alive“ konnte er mich überzeugen. Die Serie muss ich mir wohl mal anschauen, wenn du so davon schwärmst, danke für den Tipp!

  4. Bei mir landete sie schon sofort, als sie bei Amazon Prime drinnen war auf die Watchliste, was aber echt an diesem überaus tollen Cast liegt. Die Thematik an sich finde ich aber auch interessant und wie du schon gesagt hast, einfach sehr aktuell. Bin nur noch nicht dazu gekommen die Serie anzufangen, das wollte ich tun sobald ich die 6.Staffel von Greys Anatomy durchhabe. Die Serie läuft ja leider bei Prime erstmal wieder aus, sodass ich mir da dann nach und nach die Dvds gönnen werde, somit bleibt dann Zeit für neuer Serienstoff, denn ich mit The Night Manager füllen möchte. Mit 6 Folgen kann man sich das definitiv ganz bequem anschauen und ich finde es toll, dass man auch ein abgeschlossenes Ende hat.

    Deine Kritik ist übrigens wie immer super geschrieben, macht mir echt schon richtig Lust auf die Serie.

    1. Wünsche Dir viel Spaß dabei 🙂 Ich denke, die Serie wird dir auch gefallen, wenn ich deinen Geschmack richtig einschätze.

  5. Vielen Dank! für den grandiosen Tipp.
    Kannte weder Buch noch Serie aber Tom Hiddleston und Hugh Laurie haben mich gelockt. Habe mit der Serie gestern Abend angefangen und grade beendet. Bin begeistert.
    Lieben Gruß,
    Tom

    1. Oh das freut mich, dass dich mein Tipp nicht nur neugierig gemacht hast, sondern dass dir die Serie auch so gut gefallen hat 🙂

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