Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Bücher

[Gelesen] Simon Beckett – Flammenbrut

Die junge Geschäftsfrau Kate Powell steht mit beiden Beinen erfolgreich im Leben. Allein ihr sehnlichster Wunsch blieb bisher unerfüllt: ein Kind. Ein anonymer Spender kommt für Kate nicht in Frage. Also gibt sie eine Annonce auf, um einen geeigneten Vater zu finden. Alex Turner scheint der perfekte Kandidat…
Flammenbrut ist ein Thriller von Simon Beckett, der nicht zur David Hunter-Reihe gehört. Von Voyeur und Obsession war ich sehr angetan, und so freute ich mich auf einen neuen, wie Simon Beckett selbst sagt, „psychologischen Thriller“ aus der Feder dieses Autoren. Und wo meine Lobgesänge auf Beckett sonst so ausschweifend sind, bleibe ich hier eher still.
Das Buch hat leider einige Schwachstellen. Es fängt damit an, dass die Einleitung zur eigentlichen Handlung viel zu lang ist. Meiner Meinung nach hätte man direkt mit Kates Suche nach einem Spender beginnen können, zumal der Entschluss, ein Kind zu bekommen, für mich sehr unrealistisch wirkt. Denn entgegen dem Klappentext wirkt Kate auf den ersten Seiten nicht so, als wäre ein Kind „ihr sehnlichster Wunsch“. Plötzlich beschließt sie es und dann macht sie es einfach. Doch es dauert mehr als 100 Seiten, bis der ominöse Alex Turner dann endlich auftaucht. Für meinen Geschmack, eindeutig zu viel Vorgeplänkel. Und bis Seite 225 gleicht das Buch dann eher einem arg merkwüdigen Liebesroman oder einem Drama, aber keinesfalls einem Thriller.

Über die Tatsache, dass man direkt weiß, dass mit Alex etwas nicht stimmt (dank Klappentext und Vorwort), bin ich zwiegespalten. Einerseits fand ich es doof zu wissen, wer der „Bösewicht“ ist, andrerseits erzeugt dieses Tatsache nun auch wieder eine subtile Spannung. Hinzu kommt, dass durch einige Aktionen von Kates Seite der Leser nicht weiß, auf welche Art und Weise Alex nun gefährlich werden könnte – oder doch? Denn nicht nur der Titel, sondern auch die unzähligen (wirklich, unendlichen) Metaphern und Symbole zum Thema Feuer lassen auch den begriffstutzigsten Leser erkennen: Wir haben es mit einem Pyromanen zu tun!

Und obwohl Beckett es schafft, dass man nicht merkt, dass die Perspektive der Frau von einem Mann geschrieben wurde, so hat er es mit diesem Buch diesmal leider nicht vollends geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Das Buch war gut zu lesen, die Idee ist klasse und der Showdown auf den letzten 20 Seiten kann sich sehen lassen. Doch diese Gänsehaut, das Mitfiebern, was ich bei Beckett-Romanen normalerweise so liebe, blieb diesmal leider aus. Es ist kein schlechtes Buch, aber es ist definitiv nicht sein bestes. Ich gebe 4 Buchpunkte.

3 Kommentare

  1. Ich sagte dir ja schon mal, dass ich ein Buch von Beckett gelesen habe und es mich nicht wirklich umgehauen hat – das war auch eins der weißen Bücher mit rotem Titel. Hmm ja. Schöne Rezension. Ich lasse es aber wohl eher 😉

  2. Danke für dein lieben Kommentar bezüglich des Leser-Give-Aways. Wünsche Dir auch diesmal VIEL GLÜCK !
    Ja, leider bin ich nicht soooo der Bücherwurm, daher habe ich bislang auch noch keine Buchvorstellung auf meinem Blog gebracht… dabei besitze ich nicht nur Koch und Backbücher sondern auch ein paar schöne Romane…
    Da fällt mir ein, zwei Buchvorstellungen habe ich schon gemacht, in meiner Sidebar stehen sie auch… Anne Hertz Glückskekse und Ewiglich…. wobei ich das Zweite noch nicht gelesen habe…*schäm*…hab einfach zuuu wenig Zeit und manchmal auch die Lust dazu… bin abends oft sooo kaputt.

    Ja, die Wichtel mit Geschichten Aktion, die ist nun wirklich klasse… bislang verläuft alles reibungslos ! Toll!

    LG
    Yvi

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