Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
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[Kino] Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben

John McClane, immer noch Cop aus New York, macht sich auf die Suche nach seinem Sohn Jack, der allem Anschein nach in Russland ist. Dort scheint der Sprössling in allerhand Schwierigkeiten zu stecken, und das kann Papa John natürlich nicht akzeptieren. Eine rasante Jagd nach der Wahrheit und nach Gerechtigkeit beginnt – quer durch Moskau bis nach Tschernobyl.

Meine Meinung
Actionkino ist nicht jederfraus Sache. Ich jedoch weiß auch einen gutgemachten Actionfilm zu schätzen. Die bisherigen Stirb-Langsam-Filme haben mir recht gut gefallen, weswegen ich voller Vorfreude ins Kino ging. Im Nachhinein bleibt mir nur eins zu sagen: John McClane sollte so langsam in Rente gehen.

Nicht dass John McClane jemals ein einfacher Charakter gewesen wäre – irgendwie hat er es schließlich immer geschafft, sich in trouble zu bringen. Doch dieses Mal haben wir es mit einem alternden, verunsicherten McClane zu tun, der eigentlich nur Vater sein will. Im Prinzip keine schlechte Idee, würde man diesen Stereotyp im Moment nicht an jeder Ecke finden. Außerdem ist im Film teilweise zu dick aufgetragen (für einen Actionfilm) oder aber zu sehr ins Lächerliche gezogen (für die brenzlige Situation). Bruce Willis spielt zwar solide (ihm wird über weite Strecken des Films aber auch nicht viel abverlangt), kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Luft aus seinem Charakter so langsam raus ist.

Jack McClane bleibt ebenfalls ziemlich farblos. Ich finde auch nicht, dass Jai Courtney besonders in diese Rolle passt. Aber wie kann man das beurteilen, wenn eigentlich die ganze Zeit nur geschossen und explodiert wird? Insgesamt haben die Charaktere des Films recht wenig Eindruck hinterlassen, weil sie doch sehr oberflächlich gehalten waren. Schlechte schauspielerische Leistungen konnte ich zwar nicht ausmachen, herausstechen konnte aber auch niemand.

Was bleibt noch zur Story zu sagen? Mir ist bewusst, dass viele Actionfilme eine eher flache Story haben und, gemäß ihrem Genre, eben auf Action setzen: Explosionen, Schießereien und Verfolgungsjagden. Das alles hatte natürlich auch der 5. Stirb-Langsam-Film zu bieten. Eine Menge sogar. Eine große Menge. Vielleicht eine zu große Menge. Denn außer Explosionen gab es nicht viel zu bestaunen in diesem Streifen. Die Story strotzt nur so vor zusammenhanglosen Ereignissen und Logik ist hier Mangelware. Da stellten sich schon echt die Nackenhaare bei mir auf. Zwar weiß der Film sich selbst mit Humor ein bisschen auf die leichte Schulter zu nehmen, aber auch der ein oder andere Witz wirkt eher deplatziert und gezwungen als lustig.

Insgesamt kann ich also kein allzu gutes Fazit ziehen. Die Schauspieler sind okay, aber ihre Rollen bleiben flach. John McClane ist auch nicht mehr das, was er mal, von seinen Fällen und seiner Zurechnungsfähigkeit mal ganz zu schweigen. Die Explosionen und sonstigen Effekte sind ganz nett, können aber nicht über die Logiklücken des Films hinweg täuschen. Ich sag mal so: Für einen DVD-Abend ist der Film bestimmt ok, das Geld für’s Kino könnt ihr euch erstmal sparen. Ich vergebe, mit viel Wohlwollen, 3 Oscars.

6 Kommentare

  1. Ja, so etwas wie Du hier schrebst, hatte ich schon befürchtet… Leider gibt es nicht allzu viele Filmreihen, bei denen auf die Dauer gesehen die Luft drinnen bleibt… Gespannt bin ich auf diesen Streifen dennoch, denn die letzten Teile mochte ich.

  2. Ich war auch in dem Film und hatte vorher keinen Stirb langsam gesehen… Und möchte ich auch nicht mehr. 😀
    Das war schon krass… Die zwei „besten“ Szenen – Mit dem Auto sind sie genau so schnell in Chernobyl wie mit dem Heli… Und natürlich ist die Radioaktivität einfach so weg in dem man da was auch immer reinstellt xD
    Und dieser total lahme Witz mit Grenoble… Boah. Ich konnte dem jungen Schauspieler auch nichts abgewinnen, war für mich verschwendete Zeit leider 🙁

    [Deine Email bekommst du am WE, hab morgen Bachelorkolloquiuum und danach dann wieder Zeit 🙂 ]

  3. Ganz untypisch Frau bin ich ja auch so ein kleiner Action Fan. Gut ich mag nicht jeden, aber es gibt schon einige Gute wie die Transporter Reihe, die ganze Bourne Reihe oder James Bond. Von Stirb Langsam habe ich auch schon einige gesehen und fand sie nicht so schlecht ,aber ins Kino würde ich jetzt nicht gehen, ich warte einfach bis er ins Fernsehen kommt.

    Danke auch für dein Kommentar.
    Echt das wusste ich ja gar nicht. Ich kann mit Greys auch nichts anfangen und verstehe gar nicht ,warum das immer jeder so toll findet. Private Practice schaue ich aber auch sehr gerne, die haben wirklich immer interessante Plots und Storylines.

    Ich denke neben dem Geld, kann ein Spin Off auch durchaus was tolles sein, weil ich z. B. wirklich ein Fan von Vorgeschichten zu bestimmten Charakteren bin. Ich mag das einfach in frühere Zeiten zu gehen und auch etwas von dem Feeling einer anderen Zeit zu spüren.

  4. Ich hab ihn vorgestern im Kino gesehen und fand ihn auch nicht toll, am meisten sind mir aber die flachen Sprüche auf die Nerven gegangen. Ein „Dabei hab ich doch Urlaub“ mehr und ich hätt zuviel bekommen 😀 Aber naja immerhin hatten wir viel zu lachen

  5. den film muss ich mir dann auch nochmal anschauen… ich hatte bisher noch keine gelegenheit dazu.. bin aber schonmal gespannt, ob ich mir die gleiche minung wie du bilde :3

  6. mein papa ist ja ganz scharf auf den film und will uns unbedingt mit ins kino schleppen…
    aber meins ist so was auch nicht wirklich.
    für nen DVD abend ist der wohl okay, aber ins kino möchte ich deswegen nicht.

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