Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Bücher

[Gelesen] Tess Gerritsen – Trügerische Ruhe

Die Handlung
Dr. Claire Elliot zieht mit ihrem Sohn Noah in den kleinen Ort Tranquility, wo sie eine Praxis eröffenen möchte. Bald wird das Provinznest von einer Serie von Jugendverbrechen heimgesucht. Die plötzlichen wilden Ausbrüche der Jugendlichen fordern mehrere Todesopfer. Als auch Noah sich immer seltsamer benimmt, beginnt Claire zusammen mit dem Chef der örtlichen Polizei, Lincoln Kelly, nach den Ursachen der Gewalt zu forschen. Schon bald machen die beiden seltsame Entdeckungen: Im nahegelegenen Wald wachsen mysteriöse blaue Pilze und im Lake Locust taucht ab und zu eine grünlich phosphoreszierende Masse auf. Dann erfahren Claire und Kelly, dass es bereits vor fünfzig und vor hundert Jahren zu ähnlichen Begebenheiten gekommen ist. Die Bewohner von Tranquility schenken den beiden aber keinen Glauben und so müssen Claire und Chief Kelly den Kampf ganz alleine aufnehmen – und die Zeit drängt…
Meine Meinung
Der Klappentext, der Hinweise auf mysteriöse Pilze und leuchtendes Wasser enthielt, konnte mich zunächst nicht überzeugen. Auf beharrliches Drängen meiner Mutter begann ich trotzdem zu lesen. Neun Stunden später hatte ich das 413 Seiten umfassende Buch durch. Ich bin begeistert, sprachlos, fasziniert, gefesselt. Dies ist eines der besten Bücher, die ich jemals gelesen habe.
Den Einstieg schafft Tess Gerritsen über einen Prolog, der mir schon in wenigen Seiten die Gänsehaut in den Nacken trieb. Von Beginn an ist dieses Buch fesselnd und spannend geschrieben.
Auch wenn man zunächst viele verschiedene Personen kennen lernt und die Orientierung etwas schwer fällt, so bleibt einem doch der Kern der Story immer präsent und greifbar.
Die vorgestellten Personen, allen voran Claire Elliot und Lincoln Kelly, waren für mich glaubhaft und realistisch beschrieben und charakterisiert. Vor allem mit Claire konnte ich einige Male sehr, sehr gut mitfühlen, was den Reiz des Buches erhöhte.
Auch die Kleinstadtatmosphäre, der Claire ausgesetzt ist, wirkt glaubwürdig: Die Fremde wird gemieden, Zugezogene halten sich eh nicht lange und sie kommen alle nur her, weil sie Dreck am Stecken haben – ich glaube diese Mentalität kann jeder nachvollziehen, der in einem kleinen Ort aufgewachsen ist.
Die Story an sich, des Rätsels Lösung um die Gewaltausbrüche der Jugendlichen, ist äußerst klug geschrieben und etwas vollkommen neues. Wo ich zunächst, wegen dem Klappentext, an übernatürliche Phänomene glaubte, traf ich auf einen wissenschaftlich fundierten Medizin-Thriller, dessen überraschende Wendungen mich in den Bann zogen. Der bestechenden Logik hinter Claires und Lincolns Nachforschungen konnte ich zu jeder Zeit folgen, als Leser war ich immer mittendrin im Geschehen.
Das Buch wies keinerlei Längen auf, höchstens ein paar Verschnaufpausen. Hier wird natürlich auch an einer Liebesgeschichte nicht gespart, die sich aber sehr harmonisch in den Plot einfügt und mich keineswegs gestört hat. Vielmehr war es sehr erholsam die Geschichte der zarten Liebe nachzulesen, bevor sich die Kleinstadt einem neuen Gewaltausbruch stellen muss.
Die jugendlichen Täter werden hierbei äußerst gut beschrieben, sodass mir ein uns andre Mal das pure Grauen im Nacken saß und mein Puls sich beim Lesen beschleunigte.
Mein Fazit: 7 von 7 Buchpunkte für dieses unfassbar packende Buch, das ich auf keinen Fall aus der Hand legen konnte und somit an einem einzigen Tag durchgelesen hab. Es besticht durch Spannung, Grauen und die pure, menschliche Angst, aber auch durch glaubhafte Charaktere und eine wissenschaftlich logische Ursachenforschung. Dieses Buch müsst ihr lesen!

6 Kommentare

  1. Hört sich echt lesenswert an, wenn ich Zeit habe und dran denke, lese ich es bestimmt mal.

    Und warum haben alle Zugezogenen in einer Kleinstadft immer Dreck am Stecken? Muss nicht unbedingt sein 😉

  2. Ich kann mich nur noch düster daran erinnern, dass ich „Trügerische Ruhe“ gelesen habe, aber dass ich es ziemlich gut fand weiß ich noch. Das Cover passt allerdings echt nicht zum Buch, meine Ausgabe hatte noch ein anderes.

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