Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Filme

[Kino] The Cabin in the Woods

Aufgrund der Machart des Films lassen sich Spoiler in der Review nicht wirklich vermeiden. Wer den Film noch nicht kennt und nichts darüber wissen möchte, der sollte hier besser nicht weiterlesen! Allen anderen wünsche ich viel Spaß 🙂

Die fünf Freunde Curt, Marty, Holden, Dana und Jules wollen zusammen Ferien in einer abgelegenen Hütte im Wald machen. Was zunächst als sommerliches Urlaubsabenteuer beginnt, wird schnell zum Horrortrip, bei dem es nur ums nackte Überleben geht. Denn weit weg sitzt ein US-Sonderkommando in einem Labor und steuert die Handlungen der Jugendlichen.
Meine Meinung
„Du denkst du kennst die Geschichte. Du denkst du kennst den Ort. Falsch gedacht.“
The Cabin in the Woods kommt in der Tat mit einer neuen Geschichte daher. Einer Geschichte, die man noch nicht kannte – und bei der man sich nachher fragt ob man sie wirklich kennen muss.
Der Film beginnt durchaus ansprechend. Von Beginn an spielt er mit bekannten Klischees und Stereotypen, was ihn mit einer angenehmen Art von Humor versieht. Gleichzeitig wird der Handlungsstrang um die Wissenschaftler eingebunden, der vollkommen neu ist in einem Horrorfilm, der die Geschichte aber insgesamt nur brutaler und grausamer erscheinen lässt. Schnell kommt die Frage auf: Wie weit sind Menschen bereit zu gehen? Und vor allem: Wofür?
Was den Cast angeht wurde bei The Cabin in the Woods alles richtig gemacht. Aushängeschild des Films dürfte wohl Chris Hemsworth sein, der ja derzeit auf einer Erfolgswelle schwimmt und das nicht zu Unrecht. Wie gewohnt liefert er als sportlicher Mädchenschwarm eine solide Leistung ab und doch muss ich sagen, dass er mir am wenigsten aufgefallen ist. Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle Fran Kranz, der als Marty in seiner Rolle aufging und mich von Anfang bis Ende überzeugen konnte. Insgesamt waren mir aber wirklich alle der Darsteller sympathisch, vor allem natürlich die der Jugendlichen, also neben den eben genannten auch Jesse Williams, Kristen Connolly und Anna Hutchinson.
Die Jugendlichen erleben in ihrer Holzhütte im Wald genau das, was man aus Horrorfilmen so kennt, nur dass der Zuschauer zu dem Zeitpunkt schon weiß, was dahinter steckt. Das machte die ganze Zeit über den Reiz des Films aus. Er ist über weite Strecken gruselig, konnte mich erschrecken und fast hätte ich im Kino laut geschrien. Dabei ist er auch (zu Beginn) nur in Maßen blutig, was mir sehr gut gefiel.
Doch dann nimmt der Film eine Wende. Diese Wende war vorhersehbar, was aber in diesem Zusammenhang nicht schlecht war, sondern im Gegenteil neugierig machte. Denn hier kollidieren die Welten der Beobachter und der Beobachteten. Der Film begann mit einer wirklich guten Idee, die das Publikum zum Nachdenken anregte – und ging dann einen vollkommen falschen Weg. Plötzlich tauchen an jeder Ecke Logikfehler auf und Fragen über Fragen werden aufgeworfen, die leider ungeklärt bleiben. Zwischenzeitlich wirkte die Handlung des Films so überzogen, dass es mir fast albern vorkam. Blut floss in Strömen, aber was plötzlich vor sich ging, wurde nicht zu meiner Zufriedenheit geklärt.

-Spoiler- (zum Lesen bitte markieren)

Warum sieht man keine Sterne am Himmel? Sind die Jugendlichen in einer fremden Welt? Wie konnte Dana die Luke des Wohnmobils unter Wasser aufdrücken? Typisch Horrorfilm, aber wie können die Kids so unverseht weiterlaufen nachdem sie jemand mit einer Bärenfalle erwischt hat? (Ja, sowas stört mich) Wo kommen die ganzen Horrorwesen her? Warum stoppt der Aufzug willkürlich während der Fahrt? Und: Die Wissenschaftler sprechen immer davon, dass sie jemandem eine Show bieten müssen – Wem? Den Göttern? Und daran anschließend: Warum können sie nicht einfach so jemanden töten? Wie konnte gewährleistet werden, dass die Jugendlichen in der richtigen Reihenfolge sterben? Was hatte es letzten Endes mit dem durchsichtigen Spiegel auf sich?  Und: warum hat Chris Hemsworth sein Shirt nicht ausgezogen? 😉

 

Die Auflösung der ganzen Situation war dann schlicht und einfach enttäuschend, weil vollkommen unplausibel. Für mich passte das Ende des Films überhaupt nicht zum Rest. Er begann so gut und driftete dann in eine völlig verkehrte, komisch-seltsame Richtung. Im Endeffekt erscheint The Cabin in the Woods wie eine merkwürdige Mischung aus Die Truman Show, Behind the Maskund Dreizehn.
Und obwohl der Cast sympathisch war, das Setting und die Handlung über die Hälfte des Films stimmte, kann ich keine wirklich gute Wertung vergeben. Das Ende hat zu viel kaputt gemacht und vor allem so viele Logikfragen offen gelassen, dass der Film umso schlechter wird, je mehr man darüber nachdenkt. Hier wurde das Potential einer guten Idee vollkommen verschwendet, ein anfangs guter Film fast schon ins Lächerliche gezogen und somit die Chance auf eine gute Bewertung meinerseits vertan. Mehr als 3 Oscars sind leider nicht drin für The Cabin in the Woods

6 Kommentare

  1. Dankeschön :).
    Jaa es ist nur echt schwer im Moment ich werde heute mich schonmal durchs Buch kämpfen und mir nächste Woche ein Übungsheft für die Grundlagen bestellen, muss halt echt viel zu Hause noch machen. Aber 3 Jahre kein Schul-Mathe ist halt schon echt hart. Im Beruf hat man einfach das berufsbezogene Mathe, da begegnen einem keine Gleichungen :D.
    Was hast du denn studiert, wenn ich fragen darf?

    Also die letzte Male hattest du meinen Geschmack immer getroffen :D, bin mal gespannt wer nächsten Monat an der Reihe ist 😉

    Uih deine Kritik finde ich super geschrieben und ich stimme wirklich mit allem überein. Vor allem die Fragen, die du dir gestellt hast – habe ich mir auch gestellt. Woher die die ganzen Monster und nen Wassermann hatten ist mir auch schleierhaft…und ob die jetzt programmiert waren, sodass sie den richtigen töten ähhh kein Plan.

    Ich fand ihn auch von den Ansätzen her wirklich gut, weil man einfach mal in eine andere Richtung gehen wollte und viel ironisch betrachtet hat, jedoch hat man das Potenzial dann gegen ende einfach nur noch verschwendet. Der Anfang – Mittelteil top, danach gings wirklich bergab.

  2. Du hast ja mal ein süßes Layout 🙂 Studierst du nun also in T.? Es gibt ja diverse Diskussionen welche Stadt nun wirklich die älteste deutsche ist….

    Zum Film: ich kann mir Gruselfilme nicht ansehen, wenn ich mich zu sehr erschrecke, kriege ich Migräne. Aber ich lese oft bei wikipedia die Inhalte, weil auf die Stories ansich bin ich schon neugierig und ich LESE gerne gruseliges Zeug.

  3. So, jetzt komme ich auch mal dazu, hier zu kommentieren 😉 Deine Fragen kann ich nachvollziehen, einige davon [besonders die nach den Verletzungen] habe ich mir ja auch gestellt. Dennoch fand ich den Film einfach richtig unterhaltsam und originell – das muss ja jeder für sich selbst entscheiden. Das Ende ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack, wie man hier sieht.
    Sehr schöne Rezension!

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