Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Filme

[Kino] Verblendung

Endlich, endlich, endlich hab ich Verblendung auch gesehen! Den ganzen Monat wollte ich schon rein und jetzt hatte ich endlich Zeit und Geld um ihn mir anzusehen =)
Handlung
Der Journalist Mikael Blomkvist wird von dem Industriellen Henrik Vanger engargiert um das Verschwinden seiner Nichte Harriet im Jahr 1966 aufzudecken. Alle gehen von einem Mord aus. Mikael gräbt tief in der Familiengeschichte und stößt dabei auf noch so einige Geheimnisse. Unterstützt wird er von der Computerspezialistin und Einzelgängerin Lisbeth.
Meine Meinung
Ich hatte im Vorfeld sowohl das Buch gelesen als auch die schwedische Verfilmung gesehen. Beides hat mich sehr überzeugt und deswegen waren meine Erwartungen an die Version von David Fincher sehr hoch. Und ich muss sagen, dass ich in weiten Teilen des Films nicht enttäuscht wurde.
Hollywood greift viele Aspekte des Buches auf, die ich im schwedischen Film vermisst habe. Insgesamt ist die Stimmung sehr düster, bedrohlich, ständig sitzt einem die Angst im Nacken. Die Kulissen sind atemberaubend und die Spannung greifbar. Das Erzeugen einer Gänsehaut-Atmosphäre im winterlichen Schweden ist also erstklassig gelungen.
Auch die Chronologie der Ereignisse stimmte, soweit ich mich erinnern kann, mit denen im Buch überein und baute die Spannung systematisch auf.
Die Darsteller haben mir durchgehend gut gefallen, allen voran Daniel Craig als Mikael Blomkvist. Ich kannte Craig bisher nur als James Bond, doch auch diese ernste Rolle des eigenwilligen Journalisten steht ihm (im wahrsten Sinne) äußerst gut. Ich finde er hat Mikael besser verkörpert als der schwedische Schauspieler Mikael Niqvist. Doch auch insgesamt die Konzeption der Figur stimmte – was er tut, sagt und wie er handelt entsprach meinen Vorstellungen und passte gut in den Film.
Gut fand ich vor allem, dass die Affäre zu Erika Berger aufgegriffen wurde, denn dies sparte der schwedische Film komplett aus. Schade.
Auch Rooney Mara hat ihre Leistung als Lisbeth gebracht. Ob dies nun oscarreif war, sei dahin gestellt, schlecht war es jedenfalls nicht. Leider störte mich an einigen Stellen die Darstellung der Lisbeth, nicht vom schauspielerischen her, sondern von ihren Aussagen. Ich finde an manchen Stellen passt dies nicht zu der Lisbeth aus dem Buch.
Die krasse, verstörende Szene, die Lisbeth mit ihrem Vormund durchleben muss, wird in beiden Filmen und auch im Buch äußerst brutal geschildert. Doch David Fincher verstand es besser, die Folgen für Lisbeth zu verdeutlichen und dem Publikum näher zu bringen.
Auch Stellan Skarsgård (Martin Vanger) und Nebenfiguren wie Steven Berkoff (Dirch Frode) fand ich super besetzt. Das Ensemble muss sich also nicht verstecken.
Es gib jedoch einen großen Kritikpunkt, den ich nicht außer Acht lassen kann. Das Ende. Die Auflösung des Geheimnis um Harriett. Doch ziemlich verschieden von dem im Buch, was mich persönlich gestört hat. Mein Freund hat es zunächst nicht verstanden, wer nun Anita, Harriett oder sonst wer ist und wer nun lebt oder nicht. Das fand ich schade, denn bei der Überlänge des Films wäre es in meinen Augen kein Problem gewesen die „wahre Geschichte“ noch unterzubringen. Dafür hätte man den Schluss, Lisbeths List gegen Wennerström, kürzen können, denn hier fand ich es etwas lästig, hundert Mal zu sehen wie sie sich an- und wieder auszieht, abschminkt, Perücken richtet etc… Die Zeit hätte David Fincher besser nutzen können. Versteht mich nicht falsch, ich finds gut dass Lisbeths Attacke gegen Wennerström rein gebracht wurde, und vor allem fand ich es gut, dass aufgezeigt wurde, wie sehr Lisbeth bereit war sich Mikael zu öffnen, doch man hätte es kürzer fassen könnne.
Wie bereits im schwedischen Film wurde Martin Vangers Tod für meinen Geschmack nicht richtig dargestellt. Was im Buch wie Absicht wirkt, wird im Film zum Unfall. Auch schade.
Insgesamt jedoch kann ich euch den Film empfehlen, auch bzw erst recht wenn ihr das Buch nicht kennt. Er ist düster, spannend, nervenaufreibend – alles, was man sich von einem Thriller wünscht. Das verkorkste Ende vermasselt mehr Oscars und ich gebe dem Film am Ende sehr gute 7 Oscars!

4 Kommentare

  1. Ich habe schon nen paar mal überlegt, ob ich mir den Film anschauen soll…ist jetzt die 3 positive Rezension die ich lese, denke nachdem ich in „the voe“ und „woman in black“ war, ist der film dann doch mal dran ggf er läuft dann noch:P

  2. Hattest ja schon gesagt, dass sich das Ende von Buch stark unterscheidet! Das finde ich auch echt schade! Gut mal eine Rezension zu lesen wo Buch und Film sozusagen verglichen werden!
    Werde das Buch jetzt auf jeden Fall noch lesen!

  3. Mich nervt's ehrlich gesagt, dass sie das Buch neu verfilmt haben – werde ich mir deswegen nicht ansehen.
    Aber deine Zwerge, waah, die finde ich richtig gut, super Idee! 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: