Vom Hinfallen und Aufstehen

Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen.

Das klingt so einfach. Als ob man nur kurz stolpert. Dann schaut man sich um, um sicherzugehen, dass grad keiner geguckt hat und macht einfach weiter, als wäre nichts gewesen.

Aber manchmal ist das nicht so einfach. Und manchmal ist es auch okay, hinzufallen und mal kurz liegenzubleiben und zu heulen. Denn hinfallen kann ganz schön wehtun. Wenn man sich bloß das Knie aufschlägt, klar, dann kann man aufstehen und weitermachen. Aber manchmal fällt man hin und dann bricht vielleicht das Bein oder vielleicht halt auch das Herz.

Und überhaupt – hinfallen – was heißt das denn? Ist man zu blöd, um drei Meter geradeaus zu laufen? Lag da vielleicht was im Weg? Oder wurde man vielleicht geschubst? Dann liegt man da, hat sich sowieso schon das Bein oder das Herz gebrochen, und sieht sich um und entdeckt den Blödmann, der einen geschubst hat. War ja klar, dass der einem irgendwann zum Verhängnis wird. Oder noch schlimmer: Man schaut sich um und dann steht da plötzlich einer, den man eigentlich immer ganz gerne mochte. Und der hat dich geschubst und du bist hingefallen. Jetzt liegst du da und zu den Schmerzen kommt noch die Wut und die Enttäuschung.

Wie soll man denn da einfach wieder aufstehen?

Klar, manche können das. Die gucken nach vorne und sehen: da hinten ist die Ziellinie. Oder erstmal der nächste Tag. Oder ein Schokoladeneis. Ich steh jetzt auf und lauf da hin, mit meinem Krönchen aufm Kopf.

Aber andere können das nicht so einfach. Die liegen dann da, mit ihren kaputten Beinen und kaputten Herzen und sehen nur noch Staub und wie alle anderen einfach weiterlaufen. Von dem Krönchen ist auch nix mehr zu sehen. Da kann man nicht einfach so aufstehen und weitermachen. Vielleicht muss man eine Weile liegenblieben oder man kann für ein paar Meter nur kriechen oder krabbeln. Und selbst dann fällt das Aufstehen immer noch schwer.

Dann hilft es schon, wenn mal einer vorbeikommt und einen mitnimmt. Einer, der deine Hand nimmt und dein Krönchen für dich richtet und dir die richtige Richtung zeigt.

Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen. Ist gut, wenns klappt.

Hinfallen, liegenbleiben, heulen, langsam vorwärts kriechen und sich helfen lassen, bis man wieder auf den Beinen steht – ist auch okay.

5 Kommentare


  1. Kia ora, Katie.
    Es trifft einen stets auf die harte Weise; weil mir nichts besseres einfiel, habe ich dieses Zitat ausgegraben…

    „Im Staub gebrochener Gefühle zu liegen ist kein Grund dafür sich seiner Emotionalität zu schämen. Trauer ist Selbstheilung. Sich weiter zu verletzen, oder zulaßen verletzt zu werden ist dann wie über den Boden geschleift zu werden. Um aufstehen zu können muss ein jeder erst ruhig liegen.“
    (Florance Ippdit)

    Eine helfende Hand ist vielleicht das wertvollste Geschenk das Menschen einander geben können.

    Wünsch Dir die Fröhlichkeit des Augenblicks!

    bonté

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    1. Das ist ein wirklich schönes und treffendes Zitat.
      Mir geht es gut 🙂 Ich habe mir nur über die Bedeutung des Spruchs mit dem Krönchen so meine Gedanken gemacht.

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      1. …freut mich dies zu hören. 🐳

        Wie ich seitlich sehe hast Du Dich durch ‚King Arthur‘ gearbeitet; man/frau könnte die Vermutung haben, daß Guy Ritchie schlicht von der 175 Mio-Verantwortung gegen die kreativen Wände gedrückt wurde.

        bonté

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  2. Egal wie lange es dauert, die Hauptsache ist, dass man aufsteht. Oder erst eben mal kriecht und sich dann langsam aufrappelt, meinetwegen auch mit Hilfe. Und sich viel ablenkt. Ich wurde neulich auch geschubst und habe das nur schwer verkraftet, weil ich zum mich aufrappeln berufliche Veränderungen in Kauf genommen habe. Und das finde ich gar nicht witzig, denn eigentlich wurde ich geschubst. Aber manchmal lernt man die Dinge auf die harte Tour. Und auch wenn man das in der Situation nicht findet, so hat die Geschichte uns gelehrt, dass da gute Geschichten bei einem Bier mit den Liebsten rauskommen und Erfahrungen, aus denen man lange schöpft. Die besten Erfahrungen waren schon immer hart erkämpfte. In dem Sinne reich mir die Flosse Genosse. Genossin. 😉

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