Frau Margarete

Bunte Geschichten aus Berlin und aus dem Leben
Schreiben

[Writer’s Wednesday] Zur Motivation: Schreibtouren, Schreibabenteuer und Writing Prompts

Hallo Zusammen, heute melde ich mich schon wieder mit einer neuen Ausgabe des Writer’s Wednesday. Es geht um das Thema Motivation und die Frage, wie man sich selbst dazu aufraffen kann, eine Geschichte zu schreiben.

Vorab möchte ich sagen, dass ich jede Form des Schreibens großartig finde, weil es ein toller Weg ist, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Es ist egal, ob jemand Gedichte schreibt, ob man blutige Kurzgeschichten verfasst, eine romantische Novelle oder einen mehrteiligen Fantasy-Epos – vollkommen egal! Wenn Du Gedanken, Geschichten, Ideen in deinem Kopf hast, dann lass sie raus. Manchmal reichen sie für einen Roman, dann mach einen draus. Manchmal wird eine tolle Kurzgeschichte draus – sammel sie! Und manchmal ist die Idee nur ein kurzer Funken, der für drei Seiten reicht, der einfach nur raus musste, der aber dann verglüht und vergessen werden kann. Vollkommen egal. Die Hauptsache ist: Schreib!

Das ist natürlich oft leichter gesagt als getan. Nicht selten sitzt man vor seinem Dokument – sei es der Collegeblock, das Notizbuch oder der Laptop – und starrt das weiße Blatt an. Die Ideen sind irgendwie da, ganz hinten in den Hirnwindungen, aber sie wollen nicht so richtig aufs Papier fließen. Wie soll man da zehn, zwanzig, hundert Seiten voll kriegen? Besonders dann, wenn man vor einer schwierigen Szene steht und denkt, die wird man nie schaffen.

Dann helfen mir ein paar Tricks, um ans Schreiben zu kommen und einfach weiterzumachen. 3 dieser Tricks möchte ich hier präsentieren.

Schreibtouren geben eine Art Leitfaden an die Hand und bestehen immer aus mehreren Stationen, die es abzuarbeiten gilt. Man hangelt sich so an den kleinen Stationen entlang, um am Ende einen großen Batzen Wörter zusammen zu bekommen.

Kurzes Beispiel für eine Schreibtour:

  1. Schreibe 5 Minuten – so schnell und so viele Wörter wie du schaffst.
  2. Schreibe 200 Wörter.
  3. Würfle mit einem Würfel, nimm die Augenzahl mal 100 und schreibe die Anzahl der Wörter.

Ende.

Man kann Schreibtouren auch als Wettbewerb verstehen, indem mehrere Leute gleichzeitig die gleiche Tour absolvieren und am Ende ihre Wortzahl vergleichen.

Schreibtouren sind oft mit Geschichten zu Fandoms verbunden, zum Beispiel zu Tribute von Panem oder Harry Potter (beide auf englisch). Im Schreibnacht-Forum findet ihr ein Archiv mit zahlreichen Schreibtouren, wenn ihr Euch dort anmeldet, könnt ihr auch einen Thread eröffnen und nachfragen, ob jemand mit euch gemeinsam die Tour absolvieren möchte.

Ich habe mir auch selbst einmal eine Schreibtour ausgedacht. Die ist nicht mit einer Geschichte verbunden, ist dafür aber immer anders. Sie ist allerdings auch sehr lang, ich habe sie selber noch nie an einem Stück bis zum Ende absolviert 😀 Aber das ist auch ein Vorteil von Schreibtouren: Ihr könnt problemlos zwischendurch Pausen machen oder auch abbrechen, wenn ihr keine Zeit oder Lust mehr habt.

Schreibtour Immer Anders

Station 4: „Schreibe bis zum nächsten Tausender“ meint bis zur nächsten 1000-Wort-Hürde in deinem Dokument. Wenn du also gerade einen Wordcount von 5457 hast, dann sollst du schreiben, bis du 6000 Worte erreicht hast.

-> Schreibabenteuer

-> Writing Prompts


 

Die Schreibabenteuer kenne ich nur aus dem Schreibnacht-Forum und dort sollen sie auch bleiben. Forenmitglied Kaeyzie hat diese Abenteuer ins Leben gerufen und veranstaltet mittlerweile mehrmals im Monat ein solches Abenteuer. Um euch bei den Schreibabenteuern im Forum umzusehen, müsst ihr euch im Forum anmelden. (I highly recommend that!)

Der Unterschied von Schreibabenteuern zu Schreibtouren ist, dass man im Team schreibt und nicht alleine oder gegeneinander. Der Abenteuerleiter gibt ein Ziel vor, das gemeinsam erreicht werden muss und alle arbeiten zusammen, um dieses Ziel zu erreichen.

Beispiel „Alle schreiben von 19.00 bis 19.15 Uhr, zusammen müssen 1000 Worte erreicht werden“

Der Abenteuerleiter denkt sich rund um das Abenteuer dann noch eine spannende Geschichte aus, die sich im Schreibnacht-Forum auch bereits um Fandoms wie Supernatural oder Die Tribute von Panem gedreht haben.

Am Donnerstag, den 14.04.2016 findet ein Schreibabenteuer zu Harry Potter statt – schaut doch mal rein. Das Abenteuer läuft von 19 bis 22 Uhr, ihr könnt aber jederzeit ein- oder aussteigen.

-> Writing Prompts

-> Schreibtouren


 

Writing Prompts, auf deutsch so viel wie „Schreibaufforderung“ stellen verschiedene Szenarien zur Verfügung, zu denen man dann schreiben kann. Viele Beispiele findet ihr zum Beispiel bei Writer’s Digest (auf englisch). Eins der Beispiele habe ich euch hier mal übersetzt:

Als du deine Lunchbox öffnest, erwartest du den normalen Mix aus Babykarotten, ein leicht pappiges Sandwich und eine Clementine. Aber heute ist etwas anders. Statt des Essens, von dem du schwören könntest, dass du es heute morgen eingepackt hast, findest du eine mysteriöse Notiz die unterschrieben wurde von – dir selbst?

Was steht auf dem Zettel und warum kannst du dich nicht erinnern, ihn geschrieben zu haben? Und, vielleicht am wichtigsten, was wirst du jetzt zum Mittag essen?

Writer’s Digest bietet die Möglichkeit, direkt auf diese Writing Prompts zu antworten, man kann sie aber natürlich auch für sich selbst als Aufhänger zu einer Kurzgeschichte oder einen Roman nutzen. Writing Prompts können dich inspirieren und anspornen, setze dir einfach das Ziel, den Writing Prompt in zB 500 Worten zu bearbeiten und sieh, was draus wird 🙂 Vielleicht kommen dir dabei schon Ideen zu Charakteren, Rätseln, Konflikten – und eine Geschichte entwickelt sich.

-> Schreibtouren

-> Schreibabenteuer


Das waren 3 Methoden, um dich selbst zu motivieren oder zu inspirieren 🙂 Vielleicht ist ja etwas passendes für Euch dabei, das ihr gerne einmal ausprobieren möchtet?

Kennt ihr Schreibtouren, -abenteuer oder Writing Prompts? Nutzt ihr diese? Welche anderen Methoden kennt ihr zur Motivation oder Inspiration?

 

 

4 Kommentare

  1. Das war echt ein sehr interessanter Beitrag, davon werd ich auf jedenfall mal was ausprobieren und das Forum wollte ich mir ja eh mal anschauen! 🙂
    Ich hab oft einfach das Problem, dass ich Sachen nicht so formuliert bekomme wie es gern hätte. Ich hab dann so eine Art Gefühl wie es sein soll und raus kommt nur Quatsch 😀 Als wollte ich…kp…einen Apfel malen den ich genau vor Augen hab und raus kommt ein krüppeliger Kreis mit einem Strich oben drauf. Da hilft wahrscheinlich nur üben und üben ~.~

    1. Ja, üben, üben, üben, das heißt: einfach weiterschreiben. Einfach drauf los schreiben. Schon Hemingway soll gesagt haben „Die erste Fassung ist immer schlecht“ 😉 Dein Schreibstil entwickelt sich mit der Geschichte und nachher ist immer noch Zeit, alles zu überarbeiten.

  2. Ich hatte gerade noch einen Gedanken zum Thema Schreiben.

    Ich habe immer ein Notizbuch und einen Stift (ganz klassisch, ich weiß) in meiner Nähe und notiere mir die meisten Einfälle, die mir in den Sinn kommen. So habe ich schon einige Kurzgeschichten geschrieben, Charakternamen gewonnen und Entwürfe für verschiedene Plots entworfen. So kann man fast jede Schreibblockade besiegen! 😉

    1. Viele (Hobby-)Autoren, die ich kenne bzw die ich im Internet so verfolge, setzen auf klassischen Notizbücher. Ich persönlich kann damit nichts anfangen, ich sammel die Ideen in meinem Kopf (kann mich wohl in der Hinsicht über ein gutes Gedächtnis freuen) und fange dann direkt am Laptop an zu plotten und zu schreiben. Aber alle Ideen aufzuschreiben, ist natürlich ein guter Tipp, wer weiß, wie viel ich wirklich schon vergessen habe 😉

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